09.08.2018, 08:17 Uhr

Unfassbar Ausschreitungen zwischen Jahn- und Burghausen-„Fans“ in Burgweinting

Auf dem Platz des SV Burgweinting gerieten „Fans“ aneinander. Foto: Auer (Foto: Alexander Auer)Auf dem Platz des SV Burgweinting gerieten „Fans“ aneinander. Foto: Auer (Foto: Alexander Auer)

In Burgweinting ist es beim Toto-Pokal-Spiel zwischen dem SV Burgweinting und Wacker Burghausen zu Fan-Ausschreitungen gekommen. Die Polizei teilte mit, dass Jahn- und Burghausen-„Fans“ aufeinander los gegangen seien, die Polizei setzte Pfefferspray ein.

REGENSBURG Im Regensburger Stadtteil Burgweinting war am Mittwochabend einiges geboten. Unzählige Polizei-Busse reihten sich um den örtlichen Fußballplatz. Polizeibeamte sperrten Parkplätze und Fußwege ab. Auch die vorbeiführende Straße musste teilweise für den Verkehr gesperrt werden. Der Fußballverein SV Wacker Burghausen trat beim Regional Pokalspiel gegen den SV Burgweinting gegen 18 Uhr an.

Eine Reihe von Polizeibussen, zentimeternah aneinander geparkt, sollten bei möglichen Tumulten die rivalisierenden Fans voneinander getrennt halten. All dies - nur - für ein Regionalligaspiel. Da die Polizei und der Fußballverband das Spiel bereits im Vorfeld als Risikospiel einstufte, galten besondere Vorlagen.

Am Dorfplatz musste für die Gästefans, welche auch im Vorfeld schon bekannt für ihre Problemfans waren, extra ein seperater Gästeeingang und Parkplatz organisiert werden. Die Polizei hatte bei der Planung des Spiels bereits geraten, es lieber in eine andere Sportstätte zu verlegen, wie die Continental Arena beispielsweise. Aufgrund extremer Kosten kam dies allerdings für den Burgweintinger Verein nicht in Frage. Für die Fans wurde somit extra eine reservierte Fläche am Spielfeldrand, umzäunt mit Bauzaun, aufgebaut. Ein Kontakt mit anderen Fans sollte so möglichst unterbunden werden.

Für das Pokalspiel wurde neben einer Hundertschaft der Bereitschaftspolizei auch noch zusätzliche rund 30 Männer und Frauen einer Security Firma engagiert. Neben den Kräften der Polizei und des Sicherheitsdienstes, waren auch einige Feuerwehrkräfte und Rettungsdienstkräfte zur Sicherheitswache vor Ort.

Trotz der großen Anzahl an Einsatzkräften kam es in dem angespannten Spiel zu einem kleinen Zwischenfall. Nach ersten Informationen vor Ort wollten wohl Jahn-Ultras von außerhalb des Sportgeländes über einen Berg herunter in den Gästebereich stürmen und die aufgehängte Flagge klauen. Einige Polizeikräfte stürmten auf das Feld um die Lage schnell unter Kontrolle zu bringen. Die Polizisten versprühten Pfefferspray um die Angreifer abzuwehren. Hierbei wurden zwei Fans leicht verletzt und vom anwensenden Rettungsdienst ambulant versorgt. Nach einem kurzen Handgemenge konnte die Polizei die Lage wieder unter Kontrolle bringen. Fünf Jahn-Ultras wurden vom Spielfeld abgeführt. Nach einer rund zwei minütigen Unterbrechung konnte das Spiel allerdings wieder fortgesetzt werden.

Zu weiteren Ausschreitungen kam es während des gesamten Spiels anschließend glücklicherweise nicht mehr. Die gefürchteten Problemfans des SV Wacker Burghausen blieben allesamt friedlich. So konnte der Gast nach einem spannenden 90-minütigen Spiel den SV Burgweinting mit 4:0 schlagen.

Nachdem die Gäste unter hohem Polizeiaufgebot auch nach dem Spiel wieder zu ihrem Bus begleitet wurden, kehrte gegen 20:45 Uhr wieder Ruhe in den sonst so ruhigen Ortsteil Burgweinting ein.

So berichtete die Polizei:

Zum Ende der ersten Halbzeit bahnte sich im Gästebereich eine gewalttätige Auseinandersetzung zwischen Anhängern des SSV Jahn Regensburg und den Gästefans an, welche allerdings von Polizeikräften verhindert werden konnte. Die Partie musste vom Schiedsrichter bis zur Beruhigung der Lage kurzfristig unterbrochen werden. Straftaten sind bislang polizeilich nicht bekannt geworden. Zur Trennung der rivalisierenden Fangruppen musste von den Polizeikräften Pfefferspray zum Einsatz gebracht werden. Dies hatte zur Folge, dass anschließend insgesamt acht Personen vom Rettungsdienst wegen Augen- und Hautreizungen vor Ort behandelt werden mussten. Um eine weitere Eskalation zu verhindern, wurden fünf Rädelsführer bis zum Spielende in Polizeigewahrsam genommen. Zu weiteren Auseinandersetzungen zwischen den Fangruppierungen kam es anschließend nicht mehr.