23.04.2018, 17:10 Uhr

Hoffen auf schnelle Zeiten Regensburger Marathon-Asse treten in Hamburg und Düsseldorf an

(Foto: alexmaster/123rf.com)(Foto: alexmaster/123rf.com)

Für ihren ganz „heißen“ Sonntag, 29. April, in Hamburg und Düsseldorf wünschen sich Regensburgs heiße Marathon-Asse Franzi Reng, Philipp Pflieger und Jonas Koller nur eins: möglichst günstige kühle Temperaturen für schnelle Zeiten.

REGENSBURG In Düsseldorf geht es um nationale Meisterehren beim Metro-Marathon mit Franzi Reng am Start, in Hamburg beim Haspa Marathon, dem größten Frühjahrsmarathon Deutschlands, wollen Philipp Pflieger und Jonas Koller alles klar machen für die Europameisterschaften in Berlin. Gelingt den Dreien der große Coup, hätte die LG Telis Finanz vier Athleteninnen udn Athleten bei den kontinentalen Meisterschaften an der Startlinie, denn Olympiastarterin Anja Scherl ist nach ihren 2:29:29 vom Januar in Osaka nach menschlichen Ermessen für Berlin praktisch durch.

Auch wenn die Distanz für alle drei Aspiranten genau 42,195 Kilometer lang ist, könnten die Aufgabenstellungen für die Telis-Läuferinnen und -Läufer nicht unterschiedlicher sein. Franzi Reng hat eigentlich mit ihrem Halbmarathonleistungsnachweis als diesjährige Deutsche Meisterin auf dieser Distanz mit 1:14:14 Stunden und ihrer letztjährigen Marathonleistung von 2:34:57 Stunden alle Punkte der DLV-Nominierungsrichtlinien erfüllt. Die Konkurrenz im eigenen Land ist aber derzeit so groß, dass daraus noch keine sichere Qualifikation abgeleitet werden kann. „Ich hätte Franzi diesen Frühjahrsmarathon gerne erspart, weil zwei Marathonvorbereitungen in so kurzen Zeitabschnitten wahrlich kein Kinderfasching sind, aber die unsicheren Verhältnisse machen den Drahtseilakt notwendig“, sagt ihr Coach Kurt Ring zum Unternehmen. Für Franzi Reng wäre Berlin schon die zweite EM-Teilnahme nach dem Halbmarathoneinsatz 2016 in Amsterdam. Dort hatte ihr eine plötzlich auftretende Muskelverletzung einen Strich durch die Rechnung gemacht und sie zur vorzeitigen Aufgabe gezwungen. Diesmal will sie natürlich beim Heimspiel kein zweites Drama erleben. So nebenbei geht’s in Düsseldorf natürlich auch noch um die DM-Titel im Marathon und Franzi Reng will wieder unbedingt auf’s Podest.

Der zweite Teil des großen Marathon-Showdowns spielt sich am 6. Mai in Berlin ab, wobei auf deren Straßen Jonas Koller zunächst einmal nur eine Zeit möglichst unter 1:07:00 Stunden auf der Halbmarathon-Distanz braucht. Nach seinen formidablen 2:16:03 Stunden mit erfüllter B-Norm als deutscher Vizemeister im letzten Oktober in Frankfurt braucht der Regensburger eigentlich nur noch einen Leistungsnachweis, weil kaum zu erwarten ist, dass außer Hendrik Pfeiffer noch weitere vier deutsche Läufer schneller als die 2:16:03 sein werden. „Jonas ist kein Hitzeläufer, was wir in Hannover bei der Halbmarathon-DM vor 14 Tagen wieder einmal deutlich erkennen mussten. Den Leistungsnachweis braucht er eigentlich erst bis 22. Mai. Ob es dann aber von den Gesamttemperaturen kühler sein wird, ist eher unwahrscheinlich. Einziger Haken am Berliner Unternehmen wird sein, dass er die dort ausgeschriebenen 25 Kilometer, egal wie schnell, durchlaufen muss, sonst zählt die Halbmarathonzeit nicht“, erklärt Kurt Ring, ebenso für Koller zuständig, in allen Facetten, „er kann sich ja auf den letzten vier Kilometern Zeit lassen.“ Warum aber ausgerechnet bei den 25km in Berlin? Ganz einfach, Berlin hat mit solchen Dingen Erfahrung, auch die Deutsche Marathonmeisterin Katharina Heinig hat auf diese Weise an gleicher Stelle schon mal ihren Leistungsnachweis für die Weltmeisterschaften in London erbracht.

Damit wären wir schon beim dritten Telis-Kandidaten. Hätte der nicht auf Berlins Straßen im Vorjahr bei Kilometer 39 sein ganz besonderes Trauma erlebt, hätte Coach Ring wohl einige graue Haare weniger. „Philipp ist derzeit eigentlich Deutschlands stärkster Marathonmann, nachdem Rekordhalter Arne Gabius auf die EM-Teilnahme auf dieser Strecke verzichtet. Die Regularien des DLV sehen aber trotz keiner Normvorgabe durch den Europäischen Verband eben jene 2:17:00 (B-Norm) oder 2:14:00 (B-Norm) vor und so muss er eben weich und nur mit 95 Prozent durch die „Hamburg-Schikane“ beim Haspa-Marathon am 29. April durch. Sinnvoll ist das nicht, aber der Verband hätte wohl Angst vor Klagen haben müssen, wenn Philipp mit einer Wildcard und dann optimalen EM-Vorbereitung durchrutschen würde“, beschreibt Ring, sein langjähriger Coach, das etwas aufwändige Szenario. Im Regensburger Lager werden die Handys zwischen Hamburg und Düsseldorf heiß laufen. In der Rheinmetropole fällt der Startschuss eine halbe Stunde früher um 9.00 Uhr. Philipp Pflieger weiß also, was seine deutsche Konkurrenz, die fast vollständig am Rhein antritt, vorlegt. Ob er entsprechend agieren kann, wird sich zeigen.

Beide Rennen werden wohl in den dritten Programmen des NDR und WDR live übertragen. Also, Regensburger Marathonfans, am Vormittag des 29 April wird Zappen bis zum Anschlag angesagt sein.


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