18.04.2018, 11:00 Uhr

Saisonstart Der „Dorfverein“ will auch in der 1. Bundesliga die Großen ärgern

Die Kirchdorf Wildcats starten am 21. April ins Abenteuer 1. Bundesliga. (Foto: Walter Geiring)Die Kirchdorf Wildcats starten am 21. April ins Abenteuer 1. Bundesliga. (Foto: Walter Geiring)

Am 21. April um 16 Uhr beginnt das Abenteuer GFL1 für die Footballer der Kirchdorf Wildcats. Erstmals schafften die Mannen um Headcoach Christoph Riener den Aufstieg in die 1. Bundesliga. Die Euphorie in Kirchdorf ist groß. Zum Auftakt daheim gegen die Stuttgart Scorpions rechnet Präsident Hans-Peter Klein mit bis zu 1.000 Zuschauern in der In(n) Energie-Arena.

KIRCHDORF AM INN „Wir wollen in jedem Spiel unsere Chance nutzen“, gibt sich Headcoach Riener mutig. Bis auf Meister Schwäbisch Hall Unicorns und Frankfurt Universe seien die Gegner schwer einzuschätzen, „aber auch wir sind für sie unberechenbar“, weiß Riener. „Das Wichtigste wird sein, wie gut wir uns während der Spiele auf die jeweilige Spielweise umstellen können“, glaubt der Headcoach.

Das gelte für die Mannschaft wie für das Trainerteam. Die meisten Mannschaften in der Liga haben (bezahlte) Profitrainer, das war in der GFL2 noch nicht so. „In der 2. Liga konnten wir die Spielzüge des Gegners relativ leicht voraussehen. In der 1. Liga haben die Trainer sicher einige Sachen drauf, die wir nicht so leicht durchschauen können“, weiß „Amateur“ Riener.

Seine Mannschaft hat das Trainerteam in der Vorbereitung auf die höhere Spielklasse eingestellt. „Das Trainingsspeed, überhaupt alles war eine Schippe schneller und anstrengender“, fasst Offense-Spieler An-dreas Kainzlsberger zusammen. „Wir haben das Pensum hochgefahren. Ansonsten gilt aber: Was in der GFL2 funktioniert, funktioniert auch in der GFL1. Wir haben aber an den Details geschraubt“, erläutert Headcoach Riener.

Die Vorfreude bei den Spielern ist riesig, wie „Urgestein“ Sinan Günaltay betont: „Ich freue mich auf starke Gegner und größere Zuschauerzahlen und ganz neue Strategien kennenzulernen.“ Die Vorfreude bei den Gegner hält sich dagegen in Grenzen, wie die Kirchdorfer in sozialen Netzwerken bereits feststellen mussten. „Die Stuttgarter posteten da schon: Oh je, wir müssen in die Provinz“, weiß Präsident Klein.

Die Rolle des Underdog sei jedoch eher ein Vorteil, so Günaltay: „In den letzten Jahren waren wir als Außenseiter immer voll fokussiert, wenn wir es nicht waren, brauchten wir immer einige Zeit, um ins Spiel zu kommen.“

Das Spiel gegen Stuttgart wolle man daheim dominieren, gibt Andreas Kainzlsberger die Zielsetzung vor. Dabei haben die Kirchdorfer mal wieder mit dem Handicap zu kämpfen, dass sie kurz vor Saisonstart noch keinen Quarterback aus den USA an Land ziehen konnten. Das war auch schon im letzten Jahr so – erst als der neue Spielmacher da war, lief es wie geschmiert bei den Wildcats.

„Es ist richtig, dass die Quarterbackfrage noch im Raum steht, aber am Samstag werden wir den Zuschauern eine Überraschung liefern und die Katze aus dem Sack lassen. Der neue Quarterback wird auf dem Spielfeld stehen“, ist Präsident Klein felsenfest überzeugt. Einen Kandidaten habe man bereits im Visier.

„Kirchdorf ist nicht die beste Adresse, aber wir hoffen auf jene Spieler, die es es nicht geschafft haben, Profi in den USA zu werden“, erklärt Headcoach Riener. „Und unsere Trumpfkarte ist, dass wir wie eine Familie sind“, setzt Präsident Klein auf den Zusammenhalt von Mannschaft, Trainerteam und Verantwortlichen im Verein.

„Wir sind halt ein Dorfverein, aber wir haben auch nichts zu verlieren“, sagt Klein. Der Verein habe seine Hausaufgaben gemacht und die gewaltigen sportlichen und finanziellen Hürden vor dem Start gemeistert – jetzt will man in Kirchdorf die erste Liga einfach genießen.


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