25.12.2017, 09:00 Uhr

Crowdfunding-Projekt Schachclub will mit klugen Zügen Turnier finanzieren

Mit klugen Zügen zur Finanzierung eines Schachturniers: Vereinsvorsitzender Patrick Bensch (li.) vom Schachclub Rottal-Inn e. V. hat eine Crowfunding-Aktion gestartet. (Foto: Josef König)Mit klugen Zügen zur Finanzierung eines Schachturniers: Vereinsvorsitzender Patrick Bensch (li.) vom Schachclub Rottal-Inn e. V. hat eine Crowfunding-Aktion gestartet. (Foto: Josef König)

Mit Crowdfunding lassen sich Unternehmensgründungen oder Produkte finanzieren, etwas außergewöhnlich sind Non-Profit-Projekte wie ein internationales Denksport-Turnier, das mit Kapital unterfüttert werden soll. Die VR Bank Rottal-Inn eG hat im Oktober 2014 dazu eine eigene Plattform für gemeinnützige Projekte eingerichtet.

PFARRKIRCHEN Die Projekte sind vielseitig: Das Technische Hilfswerk (THW) Simbach möchte einen Pkw anschaffen, der Stockschützenverein Lengsham will sein vom Hochwasser beschädigtes Vereinsheim wiederaufbauen. Eines der jüngsten Projekte ist ein internationaler Denksport-Event in der Kreisstadt Pfarrkirchen. Der Schachclub Rottal-Inn e. V. - mit 65 Mitgliedern einer der größten Denksport-Vereine in Niederbayern - hat 2017 das 1. Rottaler Schach-Open mit 58 Teilnehmern aus mehreren Ländern erfolgreich durchgeführt. Der Schachverein ist als gemeinnützig anerkannt und ist für seine aktive Jugendarbeit bekannt. Der Denksport selbst erzieht zu Selbstdisziplin und logischem Denken.

„Die Finanzierung war trotz der Startgelder sehr eng“, sagt Vereinsvorsitzender Patrick Bensch, der als FIDE-Meister mit einer internationalen Wertungszahl ELO-Zahl von 2195 am Schachbrett starke Züge findet. Für die zweite Auflage vom 30. März bis 2. April 2018 will sich der 49-jährige Vereinschef nicht nur auf die Startgelder von angestrebten 100 Teilnehmer verlassen. „Wir brauchen rund 2.000 Euro, um das Turnier 2018 zu finanzieren“, kalkuliert Bensch. Darum hat er sich für das Crowdfunding-Projekt https://vrbk.viele-schaffen-mehr.de/schachturnier entschieden.

„Wir wollten mit unseren Kunden gemeinsam einen neuen Weg gehen“, beschreibt Vorstandsvorsitzender Claudius Seidl die Idee für die Crowdfunding-Plattform. Vorbild ist die genossenschaftliche Idee, die es seit mehr als 160 Jahren gibt: „Was einer alleine nicht schafft, das schaffen viele“. In drei Jahren haben laut Claudius Seidl 1640 Unterstützer für 51 Projekte rund 290.000 Euro gespendet.

In einer Vorbereitungsphase sammeln die Vereine je nach Projektsumme mindestens 20 Fans, um überhaupt in die Finanzierungsphase zu gelangen. Erst dann können Sponsoren und Unterstützer einen Geldbetrag für die Finanzierung des Projekts spenden. Die Plattformbetreiber überprüfen nach einem definierten Zeitraum von in der Regel drei Monaten, ob genügend Geld für die Realisierung des Projekts zusammengekommen ist. Carmen Traunspurger von der VR-Bank: „Wenn ja, können die Initiatoren durchstarten und die Unterstützer erhalten am Ende ein kleines Dankeschön Falls die notwendige Summe nicht erreicht wurde, bekommen die Förderer ihr Geld zurück.“

Damit die Chance auf eine Umsetzung möglichst groß ist, werde jedes Projekt, das es in die Finanzierungsphase schafft, mit einem Zuschuss von 20 Prozent (für jede Spende ab 5 Euro) aus dem Crowdfunding-Spendentopf gefördert. Den Zuschuss gibt es allerdings nur bis zum Erreichen der Projektsumme.

Beim Schachclub Rottal-Inn mit seinen 65 Mitgliedern war die erste Hürde schnell genommen, 25 Fans waren im Nu zu finden. In der Finanzierungsrunde sind seit dem 20. November erst vier Prozent der Gesamtsumme für das Schachturnier eingegangen. Es bleibt aber noch bis zum 10. Februar 2018 Zeit, um das Denksport-Event ohne Sorgen zu finanzieren.


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