05.07.2019, 15:15 Uhr

FIM Langbahn WM Gibt es auch in diesem Jahr wieder einen deutschen Weltmeister?

Titelverteidiger Martin Smolinski (vorne) hat in Mühldorf am Inn die besten Chancen: Bisher führt er die WM-Zwischenwertung an. (Foto: Ubbo Bandy)Titelverteidiger Martin Smolinski (vorne) hat in Mühldorf am Inn die besten Chancen: Bisher führt er die WM-Zwischenwertung an. (Foto: Ubbo Bandy)

Der Adrenalinspiegel wird wieder gewaltig steigen, sowohl bei den Fahrern als auch bei den Zuschauern, wenn am Sonntag, 7. Juli 2019, die absoluten Spitzenkönner der Sandbahn-Szene im Mühldorfer Rennbahnstadion um wertvolle Punkte für die Weltmeisterschaftswertung kämpfen. Jeder Start, jede einzelne Runde auf dem Sandoval, jedes Überholmanöver und jeder Kurvendrift erzeugt die Mischung aus Spannung und Gänsehautgefühl.

MÜHLDORF. Die Mühldorfer Rennbahn wird an diesem Wochenende wieder zum Mekka der Motorrad Bahnsportler und ihrer Fans, wenn das große Motorsportspektakel auf der 1.000 Meter langen Rennstrecke am Inn gestartet wird. Im städtischen Rennbahnstadion treten die besten Piloten aus sechs Nationen mit ihren Spezialmotorrädern in 18 Läufen gegeneinander an, um beim 3. Grand Prix zur Langbahn-Weltmeisterschaft entscheidende Punkte für die WM-Wertung einzufahren. Der satte Sound der Viertakt-Einzylinder-Motoren, der Geruch nach verbranntem Methanol und die aufspritzenden Sandfontänen gehören bei den Sandbahnrennen zu den Begleiterscheinungen, die kein Fan missen möchte, wenn die Weltelite mit Spitzengeschwindigkeiten von nahezu 180 km/h über die rutschige Sandpiste rast und im waghalsigen Drift durch die Kurven manövriert.

Fünf Fahrer jagen in jedem Lauf mit Vollgas über die Strecke, biegen Rad an Rad in die Kurve und kämpfen vier Runden lang um jeden Meter und jeden Punkt. Und man muss immer bedenken, dass die Rennfahrer auf ihren Motorrädern ohne Bremsen unterwegs sind. Faszinierend was die Besten der Welt bieten! Vollgas ist die Devise, denn wer einmal das Gas zurücknimmt, hat meist schon verloren. Zu bestaunen gibt es Motorsport in seiner reinsten Form. Natürlich ist ein ausgezeichnetes Maschinenmaterial erste Voraussetzung für den Erfolg und auch Glück und Pech werden vielleicht eine Rolle spielen, aber in erster Linie ist es der Fahrer selbst, der sich an die Spitze fährt. Kompromissloser Einsatz ist gefragt, taktieren ist wohl kaum angesagt, denn dazu ist die Konkurrenz zu ausgeglichen. Aber auch mit zu viel Speed in die Kurve zu gehen und einen Ausrutscher zu riskieren würde ebenfalls einen Rückschlag bedeuten. Rennsport ist immer eine Gratwanderung mit extremem Risiko!

Viele können sich bestimmt noch an den Endlauf 2018 erinnern, als Martin Smolinski in einem äußerst spannenden Finale im allerletzten Lauf gegen seine Gegner die WM-Krone erkämpfen konnte. Die Marschrichtung für den amtierenden Champion aus Olching ist klar: Es kann nur in Richtung Titelverteidigung gehen! Und momentan sieht es für den schnellen Bayern nicht schlecht aus, steht er doch an der Spitze der WM-Zwischenwertung. Bereits seit dem ersten Finallauf in Herxheim, bei dem Smolinski im Tagesendlauf den zweiten Platz hinter Ex-Weltmeister Mathieu Trésarrieu belegte, aber die meisten Punkte einfahren konnte, hat er die Führungsposition inne. Seine große Klasse zeigte er beim zweiten Grand Prix. Denn die schnellen Franzosen auf ihrer Heimbahn in La Réole zu besiegen muss erst einmal geschafft werden! Martin Smolinski hat zwar die Tageswertung gewonnen, aber in den Vorläufen drei Punkte in der WM-Wertung verloren. Darüber war er aber nicht traurig, vielmehr meinte er: „Dann gehen Dimitri Bergé und ich punktgleich am 7. Juli in Mühldorf in das nächste Rennen.“ Darüber dürfen sich auch die Fans freuen, denn damit ist Höchstspannung vorprogrammiert und die WM-Entscheidung läuft wohl wieder wie in der letzten Saison auf einen Kampf zwischen den französischen Spitzenpiloten und Martin Smolinski hinaus! Aber vielleicht kann Smolinski in Mühldorf mit Unterstützung der Fans den Heimvorteil nutzen und einen entscheidenden Vorsprung herausfahren.

Deutsche Teilnehmer

Fünf deutsche Fahrer werden am Sonntag in Mühldorf an das Startband rollen: Martin Smolinski als der erklärte Publikumsliebling und Favorit, Max Dilger aus dem Schwarzwald in seiner ersten kompletten WM-Saison, der junge Lukas Fienhage aus Lohne, der schon bewiesen hat, dass er mit den „Großen“ mithalten kann, Bernd Diener als derzeit dienstältester Bahnsportler und schließlich Stephan Katt, der vom DMSB mit einer Wildcard ausgestattet wurde und dem nach seiner verkorksten Saison 2018 wieder tolle Ergebnisse gelangen. Aber auch die anderen Starter werden an diesem Nachmittag im Konzert lautstark mitspielen: Zum einen die Briten James Shanes und Andrew Appleton, der Tscheche Josef Franc, Jesse Mustonen aus Finnland oder auch Theo Pijper aus den Nierderlanden, der in diesem Jahr seit 21 Jahren ununterbrochen als Grand-Prix-Fahrer dabei ist – ein toller Rekord.

Das Rahmenprogramm

Neben der WM-Entscheidung sind auch im Rahmenprogramm spannende Rennen zu erwarten. Der MSC Mühldorf im ADAC gibt auch dem Nachwuchs eine Chance, sich bei diesem Großereignis zu präsentieren. Bereits am Sonntagvormittag werden die Läufe der nationalen Solo- und Seitenwagenklassen ausgetragen. Und am Nachmittag gibt im Hauptprogramm die internationale Gespannklasse wieder das berühmte „Salz in der Suppe“. Die besten deutschen Seitenwagen-Teams zeigen ihre spektakulären Fahrkünste und kämpfen um den „Preis der Stadt Mühldorf“. Blindes Verständnis und absolutes Vertrauen zwischen Fahrer und Beifahrer sind notwendig, um die „3-Räder“ in Höchstgeschwindigkeit durch die Kurven zu manövrieren. Angeführt wird das Fahrerfeld vom amtierenden deutschen Meister Markus Venus aus Pfarrkirchen. Er kämpft unter anderem gegen Markus Brandhofer, Imanuel Schramm und Raphael San Millan. Sie werden sich nichts schenken beim Kampf um den Pokal der Ersten Bürgermeisterin und wieder für allerhand Furore auf der Bahn sorgen.

Ein Renntag voller Spannung erwartet die Besucher. Der MSC und die Stadt Mühldorf freuen sich auf zahlreiche Besucher im Stadion und werden alles dafür tun, gute Gastgeber zu sein. Denn über den Sport hinaus wird noch mehr geboten: ein ganztägiges Motorsportspektakel, spannende Unterhaltung für die ganze Familie, beste Sicht von allen Plätzen, freier Blick auf das Boxengeschehen, Biergarten im Fahrerlager, Verpflegung rund um die Bahn, Motorsport zum Anfassen mit Autogrammstunde und kostenlose Parkplätze direkt neben dem Stadion.

Weitere Informationen – auch zum Kartenvorverkauf – gibt‘s unter www.msc-muehldorf.de im Internet.


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