05.04.2019, 08:56 Uhr

2:3-Niederlage gegen SC Potsdam Fünf-Satz-Drama besiegelt das Saison-Aus der Roten Raben

Der verlorene Tiebreak brachte das Saison-Aus für die enttäuschten Roten Raben. (Foto:  Georg Gerleigner)Der verlorene Tiebreak brachte das Saison-Aus für die enttäuschten Roten Raben. (Foto: Georg Gerleigner)

Was für ein Volleyball-Drama in der Ballsporthalle: Nach einem phasenweise fast schon unerträglich spannenden Spiel unterlagen die Roten Raben dem SC Potsdam im zweiten Viertelfinal-Duell mit 2:3 (25:21, 32:30, 19:25, 22:25, 15:17) und sind nach der 1:3- Auswärtsniederlage in Spiel 1 somit aus den Playoffs ausgeschieden.

VILSBIBURG Vor 1.020 Zuschauern war das Team von Cheftrainer Timo Lippuner ganz nah dran, mit dem angestrebten Heimsieg ein Entscheidungsmatch in der „Best-of-three“-Serie zu erreichen, doch weder eine 2:0-Satzführung noch ein 14:12-Vorsprung im Tiebreak war genug, um die äußerst widerstandsfähigen Gäste in die Knie zu zwingen. Dass ein Großteil der Vilsbiburger Mannschaft in den letzten Tagen grippebedingt darniederlag, machte die Aufgabe in dieser kräftezehrenden Partie naturgemäß nicht einfacher.

Die Raben begannen mit einer personellen Variante, die sich beim ersten Viertelfinale in Potsdam in den Sätzen 3 und 4 als durchaus vielversprechend erwiesen hatte. Laura Künzler spielte auf der Diagonalposition, während Channon Thompson und Daria Przybylak als Außenangreiferinnen agierten. Dazu gesellten sich Eszter Nagy und Jennifer Pettke im Mittelblock sowie Zuspielerin Ilka Van de Vyver und Libera Myrthe Schoot. Diese Formation war buchstäblich vom ersten Ballwechsel an voll da und zog den Anfangssatz über 8:6 und 16:14 mit 25:21 auf ihre Seite.

Durchgang Nummer zwei riss die Fans dann von den Sitzen. Schon bei 7:8 und 16:15 aus Raben-Sicht war es eng, aber das war nur ein Vorspiel für das, was ab 23:23 passierte: Drei Satzbälle wehrten die Gastgeberinnen ab, vier eigene ließen sie ungenutzt. Den fünften aber verwertete Channon Thompson mit ihrer offensiven Urgewalt, und der kollektive Jubelschrei, der nach dem 32:30 die Ballsporthalle erbeben ließ, gehörte zum Lautesten, was seit Jahren an diesem Ort zu hören war.

Die Sätze 3 und 4 gingen mit 19:25 und 22:25 (nach 15:10-Führung der Raben) an den Hauptrunden-Vierten aus Brandenburg, so dass der Tiebreak die Entscheidung bringen musste. Logisch, dass auch der extrem umkämpft war. Kein Team konnte sich mit mehr als zwei Punkten absetzen, der Showdown wogte hin und her. Bei 14:12 hatte Vilsbiburg zwei Matchbälle – und konnte sie nicht verwandeln. Stattdessen glich Potsdam aus und nutzte seinerseits den zweiten Matchball zum 15:17, womit der Fünf-Satz-Sieg der Gäste und ihr erstmaliger Einzug ins Playoff-Halbfinale besiegelt war.

Raben-Coach Timo Lippuner gratulierte dem SCP zum Weiterkommen und sagte kurz nach Spielende über seine Gefühlslage: „Da schwingt Frust mit, aber auch viel Stolz.“ Viele grippekranke Spielerinnen, so der Schweizer, hätten sich „in die Halle geschleppt“, ihr Herz auf dem Feld gelassen und absolut alles gegeben. „Vor dieser Leistung habe ich größten Respekt. Ich denke, wir hätten es verdient gehabt, ein drittes Spiel zu erreichen.“

Top-Scorerin bei den Roten Raben war einmal mehr Channon Thompson mit 31 Punkten, gefolgt von Laura Künzler mit 26, die als MVP ausgezeichnet wurde.


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