23.12.2018, 08:52 Uhr

Vilsbiburger 1:3-Niederlage in Suhl Rote Raben schrammen knapp am Punktgewinn vorbei

Eszter Nagy (v.re.) und Ilka Van de Vyver mussten in Suhl eine 1:3-Niederlage quittieren. (Foto:  Andreas Geißer)Eszter Nagy (v.re.) und Ilka Van de Vyver mussten in Suhl eine 1:3-Niederlage quittieren. (Foto: Andreas Geißer)

Für einen Satzgewinn hat es gereicht, nicht jedoch für einen Punktgewinn: Die stark ersatzgeschwächten Roten Raben verloren „ohne sechs“ das Auswärtsspiel beim VfB Suhl LOTTO Thüringen mit 1:3 (18:25, 15:25, 25:13, 21:25). Die Überlegenheit im dritten Durchgang und ein Kampf auf Augenhöhe im vierten blieben letztlich unbelohnt, weil die Vilsbiburgerinnen in ihrer ungewohnten Aufstellung in den ersten beiden Sätzen noch zu große Abstimmungsprobleme hatten.

SUHL/VILSBIBURG Wie groß die Personalnot bei den Raben war, ergibt sich allein aus der Tatsache, dass man vor der Nennung der Starting Six erst einmal die „Missing Six“ auflisten muss – also jene sechs Spielerinnen aus dem zwölfköpfigen Bundesliga-Kader, die verletzungsbedingt nicht einsatzfähig waren: mit Iris Scholten und Maria Dancheva beide Diagonalangreiferinnen, mit Myrthe Schoot und Annika Kummer beide Liberas sowie mit Daria Przybylak und Laura Künzler zwei Außenangreiferinnen.

Der Not gehorchend stellte der Trainer die eigentliche Mittelblockerin Jennifer Pettke auf die Diagonalposition, Neuzugang Channon Thompson bildete mit Vanessa Agbortabi den Außenangriff, auf Mitte agierten Leonie Schwertmann und Eszter Nagy, das Zuspiel organisierte Ilka Van de Vyver. Lenka Dürr sprang zum zweiten Mal nach dem Heimsieg gegen Straubing als Libera ein.

Wenig verwunderlich, dass die Raben mit dieser Aufstellung, die so noch nie zusammengespielt hatte, beträchtliche Schwierigkeiten hatten, ihren Rhythmus zu finden. Der schnelle 1:7-Rückstand führte zu einem 18:25 im ersten Satz, im zweiten holten die Gäste nach 9:16 auf 15:17 auf, blieben dann aber punktlos und zogen mit 15:25 den Kürzeren.

Ein gänzlich anderes Bild im dritten Durchgang: Jetzt waren die Raben, lautstark angefeuert von rund 50 mitgereisten Schlachtenbummlern, voll da, zogen von 8:6 auf 16:9 davon und gaben schließlich mit 25:13 ein kräftiges Lebenszeichen. Insbesondere Channon Thompson nahm richtig Fahrt auf; wenn die neue Außenangreiferin aus Trinidad und Tobago gut in Szene gesetzt wurde, war sie mit ihrer Dynamik und Sprungkraft für eine Reihe teils spektakulärer Punkte gut.

Satz Nummer vier war der spannendste und in seiner heißen Phase auch der hochklassigste. Die Raben lagen bei den technischen Auszeiten jeweils knapp vorne (8:7, 16:14), bei 20:19 war der Tiebreak nur noch fünf Punkte entfernt. Doch Suhl kämpfte sich, leidenschaftlich unterstützt von den 1.000 Fans in der legendären „Wolfsgrube“, zurück und verwandelte am Ende den zweiten Matchball zum 25:21 – und damit 3:1 nach Sätzen.

Die Gastgeberinnen stellten mit Diagonalangreiferin Tereza Patockova die mit Abstand beste Scorerin des Abends (20 Zähler). Bei Vilsbiburg punkteten mit Channon Thompson, Jennifer Pettke (je 12), Vanessa Agbortabi (11) und Eszter Nagy (10) vier Spielerinnen zweistellig. MVP bei den Gästen wurde Libera Lenka Dürr, beim Sieger Zuspielerin Taylor Bruns.

Raben-Coach Timo Lippuner analysierte: „Wir haben zwei Sätze gebraucht, bis wir ins Spiel gekommen sind; das war zu lang. Der dritte war gut, und als wir dann die Möglichkeit hatten, auch den vierten zu holen, haben wir die entscheidenden Punkte liegen gelassen.“ Nach den Weihnachtsfeiertagen haben Leonie Schwertmann und Co. im zu Ende gehenden Jahr noch ein Heimspiel zu absolvieren. Gast in der Ballsporthalle ist am kommenden Samstag, 29. Dezember, 19 Uhr, der Tabellenvierte USC Münster.


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