28.05.2020, 11:34 Uhr

Motorsport Speedway-Neustart in Abensberg mit Paar-Cup im September?

Sascha Dörner (unten) und Dominic Pecher (oben links) mit anderen Funktionären au der fast fertigen Sitzplatztribüne im gebotenen Corona-Abstand. Foto: Alexander ReichmannSascha Dörner (unten) und Dominic Pecher (oben links) mit anderen Funktionären au der fast fertigen Sitzplatztribüne im gebotenen Corona-Abstand. Foto: Alexander Reichmann

Wehmütig blicken Dominic Pecher und Sascha Dörner, Vorsitzender und Rennleiter des MSC Abensberg in das weite Rund des Abensberger Speedwaystadions. Dort, wo eigentlich jetzt am Pfingstmontag, 1. Juni, die Motorräder der Speedwaymaschinen dröhnen sollten und sich Speedwayfahrer aus vielen verschiedenen Ländern auf der Sandbahn Duelle um den Einzug in das Halbfinale der Grand Prix-Qualifikation liefern sollten, herrscht derzeit Stille.

Abensberg. Die Bahn ist in den Kurven aufgerissen und das Gras überwuchert die Naturtribünen. „Das tut schon sehr weh“, sagt Sascha Dörner. Gleichzeitig relativiert er seine Aussage aber auch ein bisschen: „Der Coronavirus hat jeden irgendwie betroffen und eingeschränkt, so ist auch jeder mal wieder geerdet worden.“ Dieses Jahr hätten die Mitglieder des MSC Abensberg zur Grand Prix-Quali am Pfingstmontag die Fahrer und natürlich auch einige tausend Fans besonders gerne empfangen. Schließlich wäre ohne Lockdown der Umbau des Stadions bereits fertig gestellt. So fehlt nun doch noch einiges, weil im März die Arbeiten unterbrochen werden mussten. „Auf der neuen Haupttribüne werden es letztendlich rund 300 fest installierte Sitzplätze sein. Für die ehemalige Hofbräutribüne haben wir eine mobile Lösung mit Überdachung und circa 150 Sitzplätzen“, so Vorstand Pecher. Nur zu gerne hätte man diese beiden Tribünen am Pfingstmontag eingeweiht. Doch wie bekannt kam es anders.

Dennoch schaut man beim MSC Abensberg schon wieder sehr optimistisch in die Zukunft. Am 26. und 27. September soll ein Rennwochenende stattfinden. Der 26. September wird dabei die Hauptattraktion bieten. Hier richtet des MSC Abensberg den deutschen Paar-Cup aus und geht zugleich mit einem eigenen Team an den Start. Für Abensberg treten dabei Maxi Troidl, Jonas Wilke und der Langquaider Lokalmatador Mario Niedermeier an. Am 27. September soll dann ein Lauf des Bayerncups für die Junioren ausgetragen werden. „Bis Mitte August werden wir wissen, ob die Durchführung möglich ist oder nicht. Dann haben wir noch circa fünf Wochen für die Vorbereitungen und das reicht uns“, sagt Dörner.

Wenn es dann wieder auf die Sandbahnen gehen darf, werden sich einige Termine überschneiden, da sind sich Dörner und Pecher bewusst. „Wir müssen uns da natürlich mit anderen Veranstaltern absprechen, dass wir uns nicht gegenseitig in die Parade fahren“, weiß Dominic Pecher. Der Bayerncup würde beispielsweise einen Tag zuvor in Olching gastieren, ehe es am Sonntag nach Abensberg geht. Gerade der Bayerncup liegt Pecher am Herzen: „Die Kinder und Jugendlichen müssen wieder auf die Bahn und sie brauchen ihre Trainings- und Rennmöglichkeiten.“

Das Rennen am Pfingstmontag findet in Abensberg übrigens seit Mitte der 1950er Jahre statt. 1995 fiel es aus, da der MSC im selben Jahr einen Grand Prix-Lauf ausrichten durfte. Auch die eine oder andere regenbedingte Absage habe es gegeben. „Aber das heuer ist schon etwas Besonderes“, sagt Dörner. „Wir haben natürlich damit gerechnet, dass auch wir absagen müssen, aber die Hoffnung hat sich lange gehalten“, so Pecher. Sascha Dörner ergänzt mit einem Lächeln: „Ich hatte eigentlich sogar bis zur letzten Minute gehofft. Die Zimmer für die Fahrer waren schon reserviert.“ Mit „ein paar Nachtschichten“ würde man die Bahn auch eine Woche vorher noch in Schuss bringen“, denkt Pecher nicht ganz ernst nach. Man merke jetzt erst, wie sehr das Rennen in Abensberg verwurzelt sei. Überall werde man angesprochen und Bedauern werde ausgedrückt. Beide sind sich aber sicher, dass die Funktionäre des MSC Abensberg in Zukunft noch motivierter sein werden. „Wir sind da wirklich ein Vorzeigeclub in der Region, wir haben die meisten Funktionäre unter 70 Jahren und unsere Funktionäre sind stolz darauf, ein Teil des MSC zu sein.“

Der Speedwaybetrieb in Polen soll übrigens in diesen Tagen wieder starten, mit Geisterrennen ohne Zuschauer. Die Fahrer müssen vorher über zwei Wochen in Quarantäne. „Auch hier geht es um Fernsehgelder und Sponsorengeld, wie bei uns im Fußball“, so Dörner. Dennoch sei er sich nicht sicher, ob das ohne die Zuschauereinnahmen rentabel sei. Auch andere Ligen wollen demnächst wieder loslegen. Der deutsche Star Martin Smolinski wird da übrigens nicht dabei sein. Er zog sich bei einem Trainingssturz eine schwere Hüftverletzung zu und musste operiert werden.


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