21.10.2019, 12:05 Uhr

„Fußball heißt Fair-Play“ Torjubel mit Salutgeste – Führung des Bayerischen Fußball-Verbandes bei Türkspor Mainburg vor Ort

(Foto: 2nix/123RF)(Foto: 2nix/123RF)

Eine Woche, nachdem Spieler des niederbayerischen A-Klassisten Türkspor Mainburg nach einem Tor-Erfolg salutiert und damit deutschlandweit für große Diskussionen gesorgt hatten, ist die niederbayerische Führung des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) gemeinsam mit BFV-Präsident Rainer Koch zu Gesprächen mit Vereinsvertretern zusammengekommen, um den Standpunkt des BFV in dieser Thematik nochmals zu verdeutlichen und über die Beweggründe dieser Geste zu sprechen.

MAINBURG Spieler von Türkspor Mainburg hatten den provozierenden Torjubel, mit dem türkische Nationalspieler in den Länderspielen gegen Albanien und Frankreich ihre Solidarität mit der Militäroffensive von Präsident Erdogan gegen die Kurden in Nordsyrien demonstriert haben, nachgeahmt. Der BFV hatte verdeutlicht, dass er ein solches provozierendes Verhalten, das in Bayern letztlich eine Handvoll Nachahmer gefunden hatte, nicht toleriert und jeden Fall auch sportgerichtlich aufarbeiten werde.

Auch BFV-Präsident Rainer Koch macht sich persönliches Bild

„Für uns gehört es dazu, nicht nur mit Strafen zu sanktionieren, sondern bei derart brisanten Themen auch die inhaltliche Diskussion zu suchen. Da sehen wir uns in der Pflicht“, sagte der niederbayerische BFV-Bezirksvorsitzende Harald Haase nach dem Treffen mit dem Türkspor-Vorsitzenden Yüksel Kilik, das am Rande des Spiels der Mainburger beim SC Weihmichl stattgefunden hat. „Es saßen ja auch die Vertreter des SC Weihmichl mit am Tisch. Das hat uns einmal mehr gezeigt, dass es vielleicht nicht ganz so wichtig ist, was sich die Einzelnen dabei denken, vielmehr geht es darum, wie so etwas aufgenommen wird und wie es bei den Menschen hierzulande ankommt. Das verstehen wir unter Rücksichtnahme“, unterstrich Haase.

Neben Bezirksspielleiter Richard Sedlmaier hatte auch BFV-Präsident Rainer Koch die Gelegenheit genutzt, um die inhaltliche Diskussion zu führen. „Yüksel Kilik hat uns gegenüber glaubhaft versichert, dass die Geste keinerlei politische oder kriegsverherrlichenden Hintergründe hat und sich seine Spieler der Tragweite nicht im Ansatz bewusst waren. Das war eine Sache, die sich bei Türkspor Mainburg ganz gewiss nicht wiederholen wird. Gleichwohl heißt das aber nicht automatisch, dass diese Aktion auch einer Würdigung unserer autarken Sportgerichte unterzogen wird“, betonte Haase.

Zeichen für wechselseitige Rücksichtnahme

Vor dem Anpfiff gab es auch einen symbolischen Schulterschluss der Akteure des SC Weihmichl und von Türkspor Mainburg gemeinsam mit den BFV-Vertretern. Die Botschaft war klar: Fußball verbindet, Fußball heißt Fair-Play, Fußball heißt aber auch, auf den anderen zuzugehen und wechselseitig Rücksicht zu nehmen.


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