27.02.2018, 12:08 Uhr

Jugendsportlerin des Jahres Der „Oscar des Kanusports“ geht an Sophia Gruber aus Kelheim

Weltmeister Stephan Stiefenhöfer interviewt Sophia Gruber bei der Ehrung auf der großen Showbühne der Wassersportwelt auf der Reise- und Freizeitmesse. (Foto: Uschi Zimmermann)Weltmeister Stephan Stiefenhöfer interviewt Sophia Gruber bei der Ehrung auf der großen Showbühne der Wassersportwelt auf der Reise- und Freizeitmesse. (Foto: Uschi Zimmermann)

In ihrer Sportart Wildwasserrennsport war sie im vergangenen Jahr unbestritten die Nummer 1 in ganz Bayern. Deshalb erhielt die Kelheimerin Sophia Gruber jetzt eine Auszeichnung, die jedes Jahr nur ein einziges Mal vergeben wird.

KELHEIM Seit 1997 schon kürt die Bayerische Kanujugend alljährlich ihre Sportler des Jahres, seit 2010 nutzt der Bayerische Kanu-Verband (BKV) dazu die Showbühne der Reise- und Freizeitmesse f.re.e. Hier wird der „Oscar“ des Kanusports an die jungen Sportler verliehen, wie BKV-Präsident Oliver Bungers betont. Der Lohn ist in diesem Fall allerdings keine Trophäe, sondern eine Urkunde, ein willkommener Einkaufsgutschein und ein Jahres-Abonnement der Verbandszeitschrift kanu-kurier.

Aus jeder Kanusport-Disziplin durfte jetzt bei der Verleihung ein/e herausragende/er Sportler oder Sportlerin die Urkunde empfangen – aus der Hand eines prominenten Gastes. Sophia Gruber vom Kelheimer Kanu-Club wurde für den Bereich Wildwasserrennsport ausgezeichnet. Ihr Laudator war Stephan Stiefenhöfer, selbst vielfacher Weltmeister im Wildwasserrennsport, der sie auf der Bühne interviewte. Die 17-jährige Sportlerin war schon als Kleinkind mit ihrer Familie viel auf der Donau beim Paddeln unterwegs. Ob mit Kajak oder Canadier, Sophia hatte immer Spaß auf dem Wasser. Mit einer kleinen Gruppe rennsportbegeisterter Kanuten trainierte sie regelmäßig auf der Donau zwischen Kelheim und Weltenburg. Bei ihren ersten Wettkämpfen für den Bayerischen Kanu-Verband belegte sie immer vordere Ränge. Seit einem Nachwuchsförderlehrgang des BKV 2016 war ihr Ehrgeiz nicht mehr zu bremsen. Ex-Weltmeisterin Manuela Stöberl stellte einen Trainingsplan zusammen, den Sophia ehrgeizig, zielstrebig und mit sehr viel Eigendisziplin absolvierte. Bei Wind, Schnee oder Regen und natürlich auch in brütender Hitze bestritt sie täglich ihre Trainingskilometer auf der Donau. Gar nicht so einfach, wenn man im Verein die einzige Hochleistungssportlerin ist und sich ständig neu motivieren muss. Ein „Ich mag heute nicht“ geht bei ihren ehrgeizigen Zielen einfach nicht. Bei ihrer ersten Deutschen Meisterschaft 2016 schaffte die Kelheimerin auf Anhieb den 3. Platz, ebenso bei der DM 2017 in Lofer. Bei der Junioren- und U23-Weltmeisterschaft 2017 erkämpfte sich Bronze in der Mannschaft und im Classic Einzel als zweitschnellste Deutsche den 10. Platz.

Sophia Gruber ist ein Organisationstalent, denn sie teilt ihre Begeisterung für den Sport mit der Musik. Als Ausgleich zur Schule spielt sie leidenschaftlich gerne Klarinette, seit Juni 2017 in einer Blaskapelle, die im Januar 2018 zur Stadtkapelle Kelheim erhoben wurde. Sportlich will das junge Talent an die Erfolge von 2017 anknüpfen. Natürlich ist die Teilnahme an der Junioren- und U23-Europameisterschaft in Skopje im August 2018 dick in ihrem Terminplan eingetragen. Aber ihr ist auch bewusst, dass die Schule gerade im Abiturjahrgang im Vordergrund stehen muss. Denn ein gutes Abitur will sie auf jeden Fall erreichen, um eventuell Medizin studieren zu können. Nach dem Abi kommt aber erst ein Freiwilliges Soziales Jahr „BuFDi“ beim BRK in Kelheim. In dieser Zeit hat sie dann sicherlich ausreichend Zeit für den Sport. Und wer weiß, welche großen Titel Sophia dann noch mit nach Kelheim bringt?


0 Kommentare