30.01.2018, 16:39 Uhr

Haßfurt-Trainer attackiert EVM-Coach Riesenwirbel um Bernie Englbrecht

Bernie Englbrecht wehrt sich. (Foto: Gerleigner/ar)Bernie Englbrecht wehrt sich. (Foto: Gerleigner/ar)

Für Ärger sorgte eine angebliche Aussage des EVM-Trainers in Haßfurt

MOOSBURG Für Ärger und einen mächtigen shitstorm sorgte eine angebliche Aussage von Bernhard Englbrecht, Ex-Nationaltorwart und neuer Trainer des EV Moosburg, beim Gastspiel in Haßfurt. Beim Warmspielen wollte er sich einen Eindruck vom Team der ihm bis dato unbekannten Hawks machen. Das aber lief komplett in Trikots mit der Rückennummer 28 und dem Namen Petr Krepelka auf – der Tscheche hatte sich beim Auswärtsspiel in Freising so sehr verletzt, dass er seither querschnittsgelähmt ist. Gelebte Solidarität des Teams. Englbrecht konnte sich keine Notizen machen, wer von den Haßfurtern wer ist und wie spielt. Deshalb war er sauer. Der Haßfurter Coach Martin Reichert bestätigte gegenüber dem Wochenblatt: „Der Moosburger Trainer hat gesagt, dass es niemanden in der Welt interessiert, ob Haßfurt einen Querschnittsgelähmten im Kader hat oder nicht.“

Bernie Englbrecht bestreitet dies auf unsere Nachfrage, sagte: „Ich kannte diese Hintergrundgeschichte ja gar nicht, wollte mich nur auf das Match vorbereiten.“

Der EV Moosburg nahm schriftlich Stellung:

„Die seitens des ESC Haßfurt veröffentlichten, angeblichen Äußerungen von EVM-Trainer Bernie Englbrecht über den verletzten ESC-Spieler Petr Krepelka kann der EV Moosburg – auch aufgrund der Diskussionen in den sozialen Netzwerken – so nicht stehen lassen. In dem auf der Hawks-Homepage erschienenen Artikel heißt es unter anderem, Englbrecht hätte gesagt, es interessiere „niemand in der Welt“ ob die Haßfurter „einen Querschnittsgelähmten haben oder nicht“. Unser Coach dazu: „So habe ich mich nicht geäußert und so würde ich mich auch nie über einen verletzten Eishockeyspieler äußern.“ Es sei ihm in dem Gespräch mit einem ihm namentlich nicht bekannten ESC-Verantwortlichen ausschließlich um die Aufwärmtrikots und nie um eine einzelne Person gegangen. Englbrecht hatte sich deshalb kritisch geäußert, weil die Trikots ein genaues Beobachten der Haßfurter Mannschaft in der Aufwärmphase unmöglich machen.

Außerdem entsprechen sie nicht den Regeln des BEV. Deshalb hat der EV Moosburg auch eine Zusatzmeldung verfasst. „Wenn der Haßfurter Funktionär behauptet, ich hätte mich negativ über den Spieler Krepelka geäußert, dann macht er eine Falschaussage“, so Bernie Englbrecht weiter.

Er sei durchaus bereit, sich für einen Fehler, den er gemacht habe, zu entschuldigen. „Aber hier gibt es keine Aussage, für die ich mich entschuldigen müsste.“ Außerdem sei er erst seit zwei Wochen in Moosburg und habe vom Schicksal des Spielers Petr Krepelka nichts gewusst.

Unabhängig davon hat es laut Englbrecht überhaupt kein Gespräch mit einem ESC-Verantwortlichen nach Spielende gegeben. „Wir haben lediglich kurz nach dem Warmlaufen miteinander geredet“, sagt der Coach.

Sein abschließender Appell: „Eishockey ist nur ein Spiel. Freilich will man immer gewinnen. Aber man soll keine Falschmeldungen über andere Personen verbreiten – auch, wenn mal verloren wird.“


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