07.08.2018, 10:19 Uhr

Langdistanz-Duathlon in Hamburg Petra Schwankl ist Iron-Woman


Sechs Kilometer Laufen, 180,2 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen: Vereinsmitglied des LV Deggendorfs, Petra Schwankl (AK 35-39), stellte sich dieser Herausforderung beim Ironman Hamburg.

DEGGENDORF Die Triathletin berichtet selbst:

Mein Unternehmen Ironman Hamburg war für mich ein Abenteuer. Das erste Mal hieß es, bei einem Langdistanztriathlon an den Start zu gehen. Das erste Mal probieren, ob es klappt, diese Distanz zu schaffen.

Überlegungen, ob das Training richtig und ausreichend war und ob mein Kopf das Rennen durchstehen wird, verfolgten mich über die Monate zuvor. Am Anreisetag wurde bekannt gegeben, dass das Schwimmen in Hamburg ausfallen wird, da die Alster erhöhte Blaualgenkonzentration aufweist, was gesundheitsgefährdend ist. Nach der ersten Enttäuschung, weil es jetzt kein Triathlon ist, auf den ich mich so lange vorbereitet habe, kam die Angst, weil anstatt Schwimmen sechs Kilometer Laufen angesagt waren. Das heißt insgesamt 48 Laufkilometer bei der Hitze an diesem Sonntag und alles eine Belastung für die Beine. Sozusagen war es nun ein „Ironduathlon“. Ich versuchte mich am Tag vor dem Raceday darauf einzustellen und als ich das Wasser in Hamburg sah, freute ich mich ehrlich gesagt sehr darüber, da nicht rein zu müssen.

Es gab also am Renntag einen Rolling Run Start vor traumhaft schöner Hamburger Stadtkulisse. Es dauerte eine Weile, bis ich endlich über die Startlinie laufen „durfte“ und war kurz vor 8 Uhr an diesem Morgen auf Kurs Ironman Hamburg. Nach den Profis startete ich mit ca. 2500 Athleten mit dem Vorhaben zu „finishen“.

Der erste Lauf ging sehr locker und es fiel mir leicht, aufs Rad zu steigen um die 180 Kilometer runterzurollen. Die Radstrecke war ein flacher Rundkurs am Deich entlang, der zweimal zu durchfahren war. Nach der ersten Runde ging es einmal durch die Stadt über die Lombardbrücke am Start-/Wechselbereich vorbei. Die Zuschauer und vor allem mein Support gaben mir hier den nötigen Antrieb für die 2. Runde mit. Das Radfahren ging relativ locker und ich merkte schnell, dass ich mit dieser Disziplin gut durchkommen müsste.

Beim Wechsel zum Marathon dauert es in Hamburg etwas länger, da die Wechselzone am Ballindamm ungewöhnlich langgestreckt ist.

Auf die Laufstrecke ging ich mit dem Vorhaben, so zu laufen, dass ich mich gut fühle. Gut eben für Langdistanzbegriffe. Auf jeden Fall ist es mir gelungen, dass mein Bewegungsablauf flüssig blieb. Der Marathon war auf vier Runden unterteilt. Die Strecke führte an der Alster entlang und ging nach jeder Runde über den Rathausplatz, an dem „der Bär steppte“. Beim Laufen machte sich die Hitze bemerkbar und die Kilometer, die bereits in den Beinen steckten, taten ihr Übriges. Die 2. und die 3. Laufrunde waren so eine mentale Herausforderung, da half es ungemein, dass die vielen Zuschauer mit vollstem Einsatz an der Strecke standen und motivierten. Die letzte Runde führte mich mein eigenes Zwiegespräch, dass das Ziel naht, schließlich auch dorthin.

Im Ziel waren es 228 Kilometer und eine Freude, die ich bei keinem anderen Rennen bisher verspürte. Der Zielkanal mit dem roten Ironman-Teppich, der eigene Name am Zielbogen, die jubelnden Zuschauer und der Sprecher, der mich abklatsche und die berühmten Worte „You are an Ironman“ rief, das alles macht es in einem Moment wert, dass ich die Strapazen auf mich genommen hatte. Dazu wurde ich mit einer Zielzeit von 10.27 Stunden belohnt, über die ich mich riesig freue.

Mit Stolz habe ich meine Ironman-Medaille heimgebracht und kann nun Danke sagen an alle, die mich unterstützt haben. Ohne meinen Support und meine Trainingspartner wäre es nur ein Bruchteil der Freude. Ihr seid mir wertvoll!


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