23.08.2018, 09:51 Uhr

Gemeinsame Sprache Fußballspiel zur Völkerverständigung: Über zehn Nationen trafen aufeinander

(Foto: Onur Bakis)(Foto: Onur Bakis)

Ein „buntes“ Häufchen war am vergangenen Donnerstag auf dem Trainingsplatz des TSV Freilassing auszumachen. Dort trafen sich zwei „ungewöhnliche“ Mannschaften zu einem Freundschaftsspiel.

FREILASSING Über 25 Spieler aus über 10 Nationen standen sich gegenüber und freuten sich an der gleichen Sportart. Trainer Tom Mooser, dessen aktuelle Mannschaft vom TSV Freilassing mit Spielern unter anderem aus Deutschland, Österreich, Afghanistan, Eritrea, Nigeria, Somalia, Kroatien und Madagaskar besetzt ist, spielte zusammen mit einer Auswahl aus Deutschen, Israelis und Palästinensern. Zu diesem Freundschaftsspiel kam es aufgrund einer Anregung von Stadtjugendpfleger und Quartiersmanager Michael Schweiger und vor allem Susanne Wustl, der Geschäftsführerin des Freilassinger Vereines Philippus Dienst e.V. Der Verein führt jedes Jahr eine Versöhnungsveranstaltung mit dem Namen „Yad b Yad“ (Hand in Hand) durch, bei der sich junge Christen aus Israel, den palästinensischen Gebieten und Deutschland gemeinsam „Hand in Hand“ auf dem Weg machen, um über die Ländergrenzen hinaus Völkerverständigung zu leben und das Evangelium weiterzugeben.

Nachdem die Veranstaltung heuer auch in Freilassing stattfindet und dabei viele junge Fußballer auf israelischer und palästinensischer Seite teilnehmen, war die Frage nach einem Freundschaftsspiel mit einer Freilassinger Mannschaft naheliegend. Umso größer war die Freude, als sich TSV Abteilungsleiter Tom Mooser und Mental Coach Bernard Payet bereit erklärten, mit ihrem Fußballteam an diesem Spiel teilzunehmen. Beim sogenannten „Kreiserl“-Spiel nahmen die Freilassinger Kicker erstmals ihre israelischen Freunde an die Hand und erklärten die Regeln. Dies geschah auf englisch, deutsch, teilweise sogar arabisch aber vor allem durch selbsterklärendes Demonstrieren. Könner und Anfänger, Männer und Frauen hatten dabei von Anfang an sichtlich ihre Freude. Anfängliche Bedenken, ob eine Teilnahme der Frauen akzeptiert würde, wurden sofort beseitigt. Anschließend wurden zwei ausgeglichene Mannschaften gebildet und nach den richtigen Fußball-Regeln gespielt. Auch die Zuschauer durften nicht fehlen. Darunter der mitgereiste Pastor der Reisegruppe Evan Thomas, ebenfalls ein großer Sportfan, der sich begeistert zeigte von dem einzigartigen Zusammenwirken der verschiedenen Völker und was man hier in Freilassing für eine einzigartige Mannschaft auf die Beine gestellt habe. Der nötige Ernst fehlte nicht, allerdings stand die Freude über das gemeinsame sportliche Erlebnis klar im Vordergrund. Nachdem es am Ende der regulären Spielzeit 4:4 stand wurde ein Elfmeterschießen durchgeführt, bei dem jeder Spieler einmal gegen die TSV Goalies antreten durfte.

Im Anschluss daran fand eine Grillfeier statt, bei der sich die Mannschaft samt Kinder und Familien sowie die Yad b Yad Reisegruppe und deren Helfer noch lange und intensiv über ihre Herkunft und aktuelle Situation unterhielten. Einige der Gäste spielten auf Trommeln und Gitarren und sangen Lieder aus der Heimat, während mancher Freilassinger Spieler seine Tanzkünste zum Besten gab. Die gesamte Veranstaltung war von allerhöchstem Respekt, Herzlichkeit und gegenseitigem Interesse geprägt. Nebenbei, die Grillfeier wurde dankenswerterweise von einem großen Freilassinger Einkaufsmarkt aus dem südlichen Stadtrand gesponsert.

Somit sorgte die Sportart „Fußball“ nicht nur bei der WM für wahre Völkerverständigung über viele Nationen hinweg.


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