30.04.2019, 10:01 Uhr

Da war der kleine FCB-Fan happy Johannes (6) aus Reischach war „Glücksbringer“ für Bayern-Star Süle


„Wie ein Sechser im Lotto“ so jubelt Familie Demmelhuber und erzählt von einem tollen Tag in der Allianz-Arena

Das kleine Fußballfeld am Haus und die zahlreichen selbstgemalten Fußball-Bilder in der Wohnung verraten es: Hier liebt man den „Rasenballsport“ und der FC Bayern München ist der favorisierte Verein. Es ist aber nicht nur Papa Thomas, der sich jahrelang die „Schleich“ angezogen und für den TSV Reischach gekickt hat. Mit dem sechsjährigen Johannes steht schon die nächste Demmelhuber-Generation in den Reihen der Reischacher Fußballer. Da blieb es nicht aus, dass der Fußball-Virus schließlich auch Mama Tanja erwischt hat, die es in ihrer eigenen Sportart Judo bis in die Bundesliga geschafft hat. Ihre „fußballnarrischen Männer“ unterstützt sie mit Begeisterung und ist besonders stolz auf den Junior: „In der G-Klasse des TSV Reischach ist er der Abwehr-Chef und räumt hinten ordentlich auf“, strahlt sie.

Kürzlich konnte die Familie einen ganz besonderen Stadion-Ausflug unternehmen: Am 20. April ging´s in die Landeshauptstadt zum Bundesliga-Heimspiel des FC Bayern gegen den SV Werder Bremen. Überhaupt Tickets für die meist ausverkauften Spiele der Bayern in der Allianz-Arena zu ergattern, grenzt schon an ein kleines Wunder. So gesehen war das für die Demmelhubers so gut wie ein Sechser im Lotto: „Bei einem Gewinnspiel eines Sportartikel-Geschäftes auf Facebook haben wir ein Ticket gewonnen: Mit Begleitperson konnte Johannes als Einlauf-Kind in die Allianz-Arena kommen.“ Nachdem alle Versuche fehlgeschlagen waren, bei einem der regionalen FCB-Fanclubs auch für Mama Tanja eine Eintrittskarte zu erwischen, wurde durch die direkte Nachfrage beim FC Bayern den Reischachern auch dieser Wunsch erfüllt.

Auf dem „heiligen“ Rasen vor 75.000 jubelnden Fans

„Ich war ja das allererste Mal in der Allianz-Arena – und die Kulisse war schon sehr faszinierend“, erzählt Tanja Demmelhuber. Vor den Rängen mit 75.000 jubelnden Fans auf dem „heiligen“ Rasen im Bayern-Stadion zu stehen, das war auch für den sonst recht kessen Sohnemann ein beeindruckender Moment: „Man konnte ihn groß auf den Monitoren im Stadion sehen, als er mit der Mannschaft aus den Katakomben kam. Da habe ich gleich gesehen, dass Johannes schon sehr aufgeregt war“, schmunzelt die Mama.

Gemeinsam mit den anderen Einlauf-Kindern war der Sechsjährige schon eine Zeit lang von den Eltern getrennt unterwegs: Betreuer des FCB hatten sie in eine eigene Umkleide gebracht, wo alle komplett mit FC Bayern-Trikots und Fußballschuhen ausgestattet wurden und erklärt bekamen, wie alles ablaufen würde. „Für welche Mannschaft oder, mit welchem Spieler Johannes einlaufen würde, wussten wir ja zunächst nicht“, berichtet Papa Thomas. Aber dem kleinen Bayern-Fan war das mehr oder minder egal: „Ich wäre auch mit einem Bremer rausgegangen“, stellt er großzügig klar. Dass es mit Niklas Süle ein Bayern-Star und noch dazu ein „Abwehr-Kollege“ wurde, kam dem kleinen Reischacher dann aber doch noch eher zu pass.

Johannes hatte hilfreiche Tipps für Niklas Süle ...

Der 25-jährige „Abwehr-Hühne“ der Bayern, der seit 2016 auch National-Spieler ist, kann offensichtlich auch mit kleinen Kickern gut: „Er hat gefragt, wo ich spiele. Als ich ihm erzählt habe, dass wir bei den starken Tüßlingern einen Punkt geholt haben, hat er behauptet, das hätte er im Fernsehen gesehen“, erzählt Johannes. Er hat dem Niklas Süle sogar noch ein paar Tipps gegeben, wohin er laufen sollte, wenn Lewandowski zum Coman passt ...

Es scheint ein guter Tipp gewesen zu sein, denn bekanntermaßen war Niklas Süles Tor spielentscheidend für den Bayern-Sieg. „Dass ausgerechnet sein Einlauf-Spieler das einzige Tor geschossen hat, das war für Johannes natürlich das Allergrößte ...“, freuen sich die Eltern.

Bei aller Begeisterung merkt die Reischacher Nachwuchshoffnung aber auch kritisch an, was er nicht so gut findet an seinem neuen Idol: „Dass er wegen einer Roten Karte beim Pokalspiel gegen Bremen nicht dabei war. Man muss fair spielen. Ich bin auch schon mal gefoult worden von einem, der dafür die Rote Karte bekommen hat: Das hat ganz schön wehgetan ...“ Johannes jedenfalls hat bislang noch keine Karte kassiert – und das ist ja schon mal ein ehrenwerter Ansatz für seinen großen Traum, Profi-Fußballer zu werden. Und wenn´s damit nichts wird, dann könnte der Fußball-Bilder-Maler ja vielleicht eine künstlerische Karriere einschlagen ...


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