28.10.2020, 12:50 Uhr

Konferenz der Donauparlamentarier Gotthardt fordert ‚Donau-Deal‘ für ökologische Innovation

Der Regensburger Landtagsabgeordnete und Europaausschussvorsitzende Tobias Gotthardt.  Foto: SeitzDer Regensburger Landtagsabgeordnete und Europaausschussvorsitzende Tobias Gotthardt. Foto: Seitz

Als einziger bayerischer Teilnehmer der internationalen Konferenz der Donauparlamentarier hat Tobias Gotthardt, Vorsitzender des Europaausschusses im Bayerischen Landtag und Stellvertreter des Europaministers im Europäischen Ausschuss der Regionen, einen neuartigen „Donau-Deal“ für ökologische Innovation und konkrete nachhaltige Entwicklung als Teil der europäischen Donaustrategie aufzulegen.

München/Zagreb. Es müsse darum gehen, den Donauraum als „blaues Band der innovativen Kooperation“ und „Maschinenraum des europäischen Green Deals“ zu etablieren – dies stärke den gemeinsamen Wirtschaftsraum, fördere Forschung und erhalte wertvolle Arbeitsplätze. Es brauche dafür „konkrete Projekte und definierte Schwerpunkte“. Tragende Säulen seien aus bayerischer Perspektive die Wasserstofftechnologie, der Gesamtbereich der Bioökonomie, intelligentes Wasser- und Flutmanagement sowie der Sektor von Digitalisierung, Robotik und Künstlicher Intelligenz. Startups und der Mittelstand seien „erster Partner in der Umsetzung“.

Entscheidend, so Gotthardt in seinem Redebeitrag vor dem Plenum der Donauparlamentarier, sei „die konkrete Umsetzung: Bloß über nachhaltige Entwicklung zu reden, bringt uns keinen Meter weiter – wir brauchen die konkrete Umsetzung und vorausschauende Innovation“. Der Donauraum könne dafür – samt aller Forschungsnetzwerke und wirtschaftlicher Stärken – „ein fruchtbares Ufer der nachhaltigen Entwicklung sein“.

Im Bereich der Wasserstofftechnologie könne man die regional, national und europäisch aufgelegten Wasserstoffstrategien „verknüpfen und Synergien nutzen“. Beispielhaft nennt Gotthardt klimaneutrale Mobilitätskonzepte wie ein grenzübergreifender Wasserstoffzug auf der „Donau-Moldau-Spange“ zwischen Budapest, Wien, München und Prag sowie modernste „power to gas“-Projekte zur Speicherung grünen Stroms aus Wind- und Wasserkraft im Donautal. Die Bioökonomie sei ein „massives Forschungsfeld“ an der Schnittstelle von Natur und Wirtschaft. Gerade im Bereich moderner Holzverwertung und nachwachsender Rohstoffe könne man neue Akzente setzen. Beim Wasser- und Flutmanagement müsse es darum gehen, „best practices auszutauschen und den dezentralen Rückhalt entlang der gesamten Donau zu stärken: So verhindern wir Hochwasser und füllen unsere Trinkwasserspeicher in den Höhen“.

Festschreiben, so Gotthardts Initiative, solle man all das in einem „Donau-Deal“ (DanubeDeal) als Teil des Green Deals der Europäischen Union – teilweise finanziell untermauert durch zusätzliche Mittel aus dem RecoveryFund der EU. Hier bedürfe es „einer koordinierten Absprache der Donauanrainer“, um den Fluß „als blaues Band der Innovation und Kooperation weiter zu stärken“, so wie es die Donaustrategie in den vergangenen zehn Jahren bereits getan habe.


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