Ihre Rechte als Passagier
Streiks im Luftverkehr: Das können Reisende tun

04.03.2024 | Stand 04.03.2024, 16:03 Uhr

Anzeigetafel mit Flugstreichungen - Warnstreik des Bodenpersonals: Lufthansa rechnet mit rund 200 000 betroffenen Passagieren. - Foto: Boris Roessler/dpa

Der nächste Warnstreik beim Bodenpersonal der Lufthansa steht an. Was ist, wenn Ihr Flug ausfällt? Diese Rechte haben Reisende.

Bei der Lufthansa wurde der nächste Warnstreik angekündigt. Laut Gewerkschaft Verdi ist das gesamte Bodenpersonal zum Ausstand aufgerufen.

Bestreikt werden die passagiernahen Bereiche von Donnerstag (07.03.) um 4.00 Uhr bis Samstagmorgen (09.03.) um 7.10 Uhr. Die Lufthansa rechnet mit rund 200 000 betroffenen Passagieren.

Welche Rechte diese grundsätzlich haben, erklärt der Reiserechtler Paul Degott:

So kommen Sie doch noch ans Ziel

Die Fluggesellschaft muss bei Flugausfällen und Verspätungen von mehr als drei Stunden proaktiv andere Reisemöglichkeiten anbieten. Das kann auch automatisch passieren und etwa per E-Mail mitgeteilt werden. Ratsam ist immer, Kontakt mit der Airline aufzunehmen oder sich auf deren Internetseite zu informieren.

Hat ein Flug mehr als fünf Stunden Verspätung, können Reisende das Ticket zurückgeben und ihr Geld zurückverlangen - Gutscheine müssen sie nicht akzeptieren. Auch Bearbeitungsgebühren dürfen nicht von der Airline einbehalten werden.

Der Haken: Sie müssen sich dann aber selbst darum kümmern, wie sie dennoch ans Ziel kommen. Oft zahlt man dabei am Ende drauf und hat zusätzlich den Organisationsaufwand.

Paul Degott rät Reisenden, die Fluggesellschaft zu bemühen. Es sei günstiger, die Airline in der Pflicht zu lassen, sich um eine zeitnahe Ersatzbeförderung zu kümmern.

So sei es durch Hilfe der Airline vielleicht möglich, mit der Bahn zu einem anderen Flughafen zu fahren und von dort zu fliegen. Bei innerdeutschen Flügen bieten Airlines ihren Kunden oft auch Bahntickets an, um ans Ziel zu kommen. Wobei das diesmal aufgrund des parallel stattfindenden GDL-Streiks bei der Bahn als Alternative oft ausfallen dürfte.

Bleibt man am Flughafen und wartet etwa auf einen Ersatzflug, muss die Airline einem je nach Wartezeit Mahlzeiten und Getränke bereitstellen. Gegebenenfalls muss die Fluggesellschaft auch eine Unterbringung in einem Hotel und die nötigen Transfers besorgen.

Gibt es Ansprüche auf Ausgleichszahlung als Entschädigung?

„Entscheidend ist, wer da streikt“, sagt Degott. Streiks oder Warnstreiks des eigenen Personals sind ein Umstand, der im Einflussbereich der Airline liegt. So zählen innerbetriebliche Streiks nach der aktuellen Rechtsprechung nicht als „außergewöhnlicher Umstand“, mit dem sie sich von der Zahlungsverpflichtung befreien könnten.

Wie hoch mögliche Entschädigungen sind, legt die EU-Fluggastrechte-Verordnung fest. Bei Verspätungen von mehr als drei Stunden am Zielort oder kurzfristigen Annullierungen etwa liegen sie je nach Flugstrecke zwischen 250 und 600 Euro.

Was ist, wenn der Pauschalurlaub verspätet startet?

„Bei einer Pauschalreise ist der Veranstalter in der Pflicht“, sagt Degott. Wer aufgrund des Warnstreiks beispielsweise erst einen Tag später in den Urlaub fliegt, kann den Reisepreis anteilig mindern. Das heißt, man zahlt dann für einen Tag weniger.

App für Ärger mit Fluggastrechten

Im Zusammenhang mit dem Streik verweist die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen auch auf ihre Infoseiten im Internet zu dem Thema und auf ihre kostenfreie Flugärger-App. Diese hilft beim Prüfen möglicher Ansprüche.

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