Videospielmarkt im Wandel: Online-Dienste und Spielbibliotheken gewinnen an Bedeutung

27.06.2022
−Foto: unsplash.com

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Der Videospielmarkt in Deutschland wächst schon seit Jahren kontinuierlich. Mit einem Wachstum um 32 % konnte der Markt besonders im Jahr 2020 massiv zulegen, auch 2021 erfuhr der deutsche Spielemarkt mit einem Plus von 17 % einen enormen Schub. Die Steigerung des Umsatzes lässt sich dabei in sämtlichen Segmenten des Spielemarkts erkennen, von Software über Hardware bis hin zu Online-Diensten. Letzteres stellt in den letzten Jahren einen besonderen Wandel auf dem Games-Markt und im Nutzerverhalten der Spieler dar, die zunehmend vom Kauf einzelner Spiele zurücktreten und stattdessen auf umfangreiche Spielbibliotheken und Online-Game-Dienste zugreifen. Sowohl im Bereich der AAA-Videospiele als auch im Bereich der Casual Games und klassischen Casinospielen wird verstärkt auf breite Spielbibliotheken mit großer Auswahl gesetzt, die es erlauben, besonders einfach zwischen verschiedenen Games zu wechseln, anstatt sich lediglich auf einen einzelnen Titel festzulegen.  

Spieler suchen die Auswahl mit Spielbibliotheken

In den vergangenen Jahren lässt sich im Verhalten der Gamer in Deutschland ein enormer Wandel beobachten. War es früher gang und gäbe, Spiele einmalig zum Vollpreis zu erwerben und diese dann von vorn bis hinten durchzuspielen, treten Spieler und Entwickler von diesem Modell aktuell zurück. Der Umsatz durch den einmaligen Kauf von Spielen hat in den vergangenen Jahren abgenommen und verzeichnete 2021 mit einem Umsatz von 1,1 Milliarden Euro – einen Einbruch um 9 %. Monatliche Abonnement-Gebühren für einzelne Titel, was zuvor besonders im Bereich der Online-Rollenspiele ein beliebtes Modell war, gingen im Zuge dessen ebenfalls zurück. Diese verbuchten einen Rückgang um 11 % auf 145 Millionen Euro.

Diese Entwicklungen spiegeln einen Wandel auf dem Spielemarkt wider: Anstelle des Kaufs einzelner Titel treten nun umfangreiche Spielbibliotheken und Online-Dienste mit breiter Auswahl an Games, die es Spielern erlauben, einfacher zwischen verschiedenen Titeln zu wechseln. Das lässt sich bereits seit geraumer Zeit zum Beispiel im Bereich der klassischen Spiele beobachten, wo sich stetig neue Anbieter mit breiten Spielbibliotheken etablieren. So entstehen kontinuierlich neue Online Casinos, die mit einem umfangreichen Angebot an innovativen Spielen den Wünschen der modernen Spieler entgegenkommen. Neben den klassischen Spielen zeigt sich dies vor allem auch im Bereich der Gelegenheitsspiele, die besonders am Smartphone gern gespielt werden. Die App-Stores von Google und Apple weisen mit Millionen von Games, die tagtäglich mehr werden, schließlich eine enorme Auswahl an Titeln auf. Mit wenigen Klicks können diese in Sekundenschnelle heruntergeladen werden – die meisten kostenlos – um direkt von unterwegs loszuspielen. Gefällt ein Titel nicht, wartet eine scheinbar endlose Auswahl an weiteren Apps, die direkt verfügbar ist. Anstatt sich auf einen Titel zu beschränken, werden stattdessen jede Menge Games einfach ausprobiert.

Online-Dienste finden weiterhin Anklang

Im Zuge dieser veränderten Nutzerwünsche konnte sich in den vergangenen Jahren auch das Modell der Online-Dienste massiv durchsetzen. Dabei handelt es sich um Services, welche von Games-Unternehmen in der Regel für eine geringe monatliche Gebühr angeboten werden. Mit einer Mitgliedschaft können Gamer dann unter anderem auf eine breite Auswahl an Spielen sowie auf diverse weitere Services wie Multiplayer-Modi und dergleichen zugreifen. Dieses Segment verzeichnete vor allem im Jahr 2020 ein enormes Wachstum: Der Umsatz mit Gaming-Online-Diensten stieg 2020 um 50 % auf über 690 Millionen Euro an, 2021 konnte es mit einem Plus von 4 % weiter anhalten. So wurden im vergangenen Jahr 720 Millionen Euro durch Online-Dienste erwirtschaftet.

Den größten Anteil dieser Online-Dienste nehmen Angebote wie PlayStation Plus und Nintendo Switch Online ein, die 2021 mit einem Umsatz von 437 Millionen Euro zu Buche schlagen konnten. Diese Dienste bieten meist einen Zugriff auf eine kleine Auswahl an Spielen sowie zusätzliche Features wie Online-Play und Cloud-Speicher. Mit Nintendo Switch Online steht Spielern zum Beispiel eine Auswahl an klassischen NES- und Super-NES-Spielen bereit, während mit PlayStation Plus zwei Spiele pro Monat aus einer vorgegebenen Spielbibliothek kostenfrei heruntergeladen werden können.

Besonderes Wachstum konnte zudem das Segment der Gaming-Abo-Dienste verzeichnen. Auch das spiegelt den Wunsch nach einer breiten Spielauswahl der Spieler wider. Services wie Xbox Game Pass und EA Play bieten Nutzern den Zugriff auf eine besonders große Auswahl, die sie für eine monatliche Gebühr spielen können. Der Xbox Game Pass ist bei Spielern beliebt, da Microsoft selbst lang erwartete AAA-Exklusivtitel nach dem Launch direkt in den Abo-Service integriert, in dem über 100 Xbox-Titel bereitstehen. Anstatt einen Kaufpreis von größtenteils etwa 60 Euro bezahlen zu müssen, stehen sie dann im Rahmen des Abos direkt zur Verfügung. Dieses Modell trifft auf enormen Anklang, wodurch dieses Segment 2021 um etwa 22 % auf 220 Millionen ansteigen konnte. Um diesem Trend ebenfalls zu folgen, bringt Sony nun einen neuen Abo-Service heraus, mit dem Spieler mit einem Stufensystem auf eine große Spielauswahl mit hunderten von Titeln zugreifen können.  

Der Spielemarkt verzeichnet nicht nur enormes Wachstum, sondern befindet sich auch im Wandel. Anstatt lediglich einzelne Titel zum Vollpreis zu erwerben, geht der Trend jetzt in Richtung breiter Spielbibliotheken, die eine große Auswahl an Games bieten und einen einfachen Wechsel zwischen verschiedenen Titeln erlauben. So wird es spannend, zu sehen, wie sich der Markt in Zukunft noch weiter entwickeln wird.