Zäher Kampfspaß

«Diablo Immortal»: Mobiler Hack-and-Slash-Spaß für Geduldige

16.06.2022 | Stand 29.06.2022, 16:48 Uhr

«Diablo Immortal» - In «Diablo Immortal» können sich Spielerinnen und Spieler ihre Figur weitgehend anpassen. Für etliche Dinge muss aber Geld fließen. - Foto: Activision Blizzard/dpa-tmn

Mit «Diablo Immortal» schafft es die Hack-and-Slash-Reihe erstmals auf mobile Geräte. Zwar macht das Spiel einiges gut, künstliche Grenzen und In-App-Käufe verderben aber eine Menge Spaß.

Ganze 10 Jahre ist es nun her, dass Blizzard mit «Diablo 3» den bislang letzten Teil der «Hack-and-Slash»-Reihe auf den Markt brachte. Seitdem haben Fans gespannt auf einen Nachfolger gewartet - und ein Mobile-Game bekommen. Doch «Diablo Immortal» sorgte bislang vor allem für Frust.

Denn, wie bei vielen mobilen Games üblich, ist «Diablo Immortal» zwar kostenlos, wartet im Gegenzug aber mit einer Vielzahl an Mikrotransaktionen auf. Während das Aufrüsten der Fähigkeiten auf ein Minimum zusammengestrichen wurde, kann man dem eigenen Charakter mit Geld bessere Kampfwerte sowie besondere Outfits verleihen. «Pay2win» heißt diese Unsitte.

Lasset die Kreditkarten glühen

Und das läppert sich: Ein YouTuber errechnete, dass ein Kauf aller Upgrades mehr als 100.000 Dollar kosten würde. Zum Vergleich: Mit den Boni für das tägliche Einloggen würde man dafür zehn Jahre benötigen.

Dabei macht «Diablo Immortal» auch einiges gut. Der Grafikstil oder die Klassenauswahl etwa erinnern an «Diablo 3» und damit an eine erwiesen gute Basis. Die Steuerung der gewohnt tempofreudigen Kämpfe funktioniert auf dem Smartphone gut. Und auch die Story des Spiels wurde von Kritikern gelobt.

Künstliche Grenzen bremsen den Spielspaß

Da ist es nur zu schade, dass selbst diese mit dem Erreichen bestimmter Level künstlich ausgebremst wird. Natürlich kann man per In-App-Kauf die Wartezeit verkürzen und schneller voranschreiten. Wer den eigenen Geldbeutel schonen möchte, sollte also Geduld mitbringen.

Auf den letzten Drücker hatte Blizzard im April auch noch die Beta einer PC-Version versprochen. Der fliegende Wechsel zwischen den Geräten ist zwar praktisch, doch am PC muss man mit einer weiterhin auf Touchscreens ausgelegten Steuerung und wenig zeitgerechten Grafik umgehen.

Nachfolger ist schon in Arbeit

Da dürfte es sich lohnen, auf den vollwertigen Nachfolger «Diablo 4» zu warten, der es nächstes Jahr auf die Bildschirme schaffen soll. Auch nicht verkehrt: Das erste «Diablo» von 1996 gibt es in einer aufgehübschten HD-Version online schon für 10 Euro. Mit allen Erweiterungen und - mal abgesehen von der Stromrechnung und durchgeklickten Maustasten - ohne weitere Kosten.

«Diablo Immortal» ist kostenlos für Android und iOS, sowie in einer Beta-Version für PC verfügbar. Einzelne In-App-Käufe kosten bis zu 20 Euro.

© dpa-infocom, dpa:220615-99-677508/2