Teure Wolle
Merino-Teile schonend waschen - oder besser: gar nicht

18.12.2023 | Stand 01.03.2024, 1:37 Uhr

Waschen - Wer seine Merino-Teile in der Maschine wäscht, sollte dies nur im Fein- oder Woll-Programm tun und spezielles Waschmittel nutzen. - Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Gerade bei Aktivitäten draußen spielt Merinowolle ihre vielen Stärken aus. Doch sie hat einen Schwachpunkt.

Sie ist weich und wärmend, kann viel Feuchtigkeit aufnehmen und wirkt geruchshemmend: Kleidung aus Merinowolle bietet beim Wandern oder Skifahren eine Menge Vorteile, berichtet die Zeitschrift „Outdoor“ (Ausgabe 1/2024).

Der Nachteil: Besonders widerstandsfähig ist das Material nicht. Schnell ist mal ein Loch in den vergleichsweise teuren Produkten.

Um das zu vermeiden, geben die Fachleute einen auf den ersten Blick überraschenden Tipp: Merino-Teile wäscht man am besten gar nicht. Meist reiche es völlig, getragene Sachen über Nacht auf dem Balkon auslüften zu lassen, heißt es in dem Bericht.

Midlayer, also Teile, die als mittlere Schicht zwischen der Unterwäsche und der Jacke getragen werden, müssten praktisch nie in die Maschine. Pullis aus Merinowolle zum Beispiel.

Schonend in der Maschine

Muss es doch mal eine Wäsche sein, sollte man immer das Woll- oder Feinwaschprogramm der Maschine wählen - und das Kleidungsstück zum Schutz am besten in einen Wäschesack stecken. Die Waschtemperatur sollte bei 20 bis 30 Grad liegen - auch wenn das Pflegeetikett des Kleidungsstücks mehr erlaubt. Höhere Temperaturen seien nur bei starken Verschmutzungen ratsam.

Und Handwäsche? Lieber nicht: Das beansprucht den Stoff laut „Outdoor“ stärker als die maschinelle Variante.

Sehr wichtig ist die Wahl des Waschmittels. Die Mittel enthielten oft das wollschädigende Enzym Protease, das zu ausgefransten Löchern führen kann - dem Wollfraß. Ratsam also: einen Blick auf die Inhaltsstoffe des Mittels werfen, ehe man das Merino-Teil damit wäscht. Verboten sind Bleichmittel und Weichspüler. Für die Wäsche unterwegs, etwa auf einer Trekking-Tour, greift man dem Bericht zufolge am besten zu Shampoo.

Legen statt Wringen

Auch das Trocknen sollte vorsichtig vonstattengehen. Bereits bei Schleuderdrehzahlen von mehr als 600 bis 900 Umdrehungen pro Minute könnte das Stück an Form verlieren. Auswringen kann den gleichen unerwünschten Effekt haben.

Besser: Die Kleidung nach dem Waschen kurz in Form ziehen und zum Trocknen flach auf den Wäscheständer legen.

Zu viel Wenn und Aber für Ihren Geschmack? Dann greifen Sie lieber zu einem Produkt aus Merinomischgewebe, raten die Fachleute. Solche Woll-Synthetik-Mixe, etwa mit Polyamid-Beigabe oder Nylonkern, seien strapazierfähiger - und sie trockneten schneller.

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