Mit der Spritze gegen Altersblindheit

22.12.2021
Die Spritzentherapie gegen eine feuchte altersabhängige Makuladegeneration ist ungefährlich und tut nicht weh −Foto: Credit: Pexels, RF._.studio

Mit regelmäßigen Kontrollen und einer effektiven Behandlungsform lässt sich die feuchte altersabhängige Makuladegeneration aufhalten.

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Etwa 500.000 Menschen leiden in Deutschland an einer feuchten altersabhängigen Makuladegeneration. Sie ist hierzulande die Hauptursache für Altersblindheit. Dabei gibt es eine wirksame Spritzentherapie gegen die chronische Augenkrankheit.

Schon ab einem Alter von 55 Jahren können die ersten Probleme beim Sehen auftauchen: Das Lesen fällt immer schwerer, Linien erscheinen verzerrt, Gesichter werden unscharf. Das kann so weit gehen, dass die Betroffenen in der Mitte ihres Sichtfeldes nur noch einen grauen Fleck sehen. Die Diagnose, die Dr. Daniel Handzel dann stellt, lautet meist: altersabhängige Makuladegeneration (AMD). Es gibt sie in der langsam voranschreitenden trockenen und der feuchten Form, die sehr schnell dramatische Folgen haben kann.

Zu dem Augenarzt aus Fulda kommen häufig Menschen, die schon an einem deutlichen Sehverlust leiden. Die Diagnose „feuchte Makuladegeneration“ ist zunächst ein kleiner Schock, doch: „Wenn ich diesen Patienten dann sage, dass ich ihnen helfen kann, sind sie erst einmal glücklich und atmen tief durch.“ Denn eine feuchte AMD kann er mit einer wirksamen Therapie behandeln und so die Sehkraft erhalten oder sogar wieder verbessern. Dazu verabreicht er ein Medikament mit einer Spritze direkt in das Auge. „Bislang habe ich es noch nicht erlebt, dass jemand die Therapie ablehnt. Den Betroffenen muss auch klar sein, dass es sich um eine aggressive Krankheit handelt. Man hat nur ein gewisses Zeitfenster, in dem die Therapie Sinn ergibt.“

Lebenslange Therapie

Die Behandlung wird ambulant in einem Operationssaal durchgeführt. „Wir müssen hohe Anforderungen bezüglich der Sterilität erfüllen“, erklärt der Mediziner. Dort spült er das Auge zunächst mit Jod, deckt es mit einem Tuch ab und betäubt es mit Augentropfen. Eine Klammer sorgt dafür, dass das Auge offen bleibt. „Das kann ein wenig drücken, ist aber meist kaum zu spüren. Es folgt eine weitere Betäubung und Bespülung mit Jod, um den Bereich wirklich keimfrei zu machen, und dann setze ich die Spritze“, beschreibt der Experte sein weiteres Vorgehen.

Die Injektion selbst dauert nicht mehr als zehn Sekunden, die Nadel ist sehr dünn. „Hinzu kommt, dass wir die Spritze in einem relativ ungefährlichen Bereich setzen“, so Handzel. „Das messen wir genau vorher ab.“ Danach löst er die Klammer, spült das Auge noch einmal und verteilt Augensalbe. Fertig.

Diese Prozedur wiederholt der Augenarzt zunächst alle vier Wochen. Zeigt die Therapie Wirkung, folgen weitere Spritzen nur, wenn es nötig ist. „Das kontrollieren wir natürlich regelmäßig“, sagt Handzel.

Regelmäßig zum Augenarzt

Der Facharzt weiß: „Die Erkrankung wird leider nicht weggehen.“ Die feuchte AMD ist eine chronische Augenerkrankung. Regelmäßige Kontrollen beim Augenarzt sollten daher fest eingeplant werden. Das fordert auch der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA). Denn: „Es kommt darauf an, wie aktiv die Erkrankung ist. Manche haben das Glück, Monate oder gar Jahre nicht behandelt werden zu müssen. Andere müssen regelmäßig gespritzt werden“, so Handzel.