Reiche Menschen leben länger

02.11.2022
−Foto: performanceLiebe GmbH & Co KG

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Dass Armut und ein kleiner finanzieller Spielraum die Lebensqualität deutlich mindern, ist soweit bekannt. Dass reiche Menschen allerdings im Extrem bis zu 15 Jahre länger leben, gehört weniger zum Allgemeinwissen. Folglich bedeutet das, dass Personen, die über große Reichtümer verfügen, üblicherweise eine höhere Lebenserwartung haben. Dies basiert auf einigen Gründen, die wiederum einen großen Einfluss auf die individuelle Lebenserwartung haben.

Zwei Menschen reicher als 42 Millionen

Mit einem Blick auf den durchschnittlichen Verdienst von rund 2100 Euro netto pro Monat in Deutschland wird schnell klar: Die erste Million auf dem Konto lässt sich mit der klassischen Arbeitsstelle kaum erreichen. Denn hierfür müsste für rund 40 Jahre durchgehend gearbeitet werden, ohne auch nur einen Cent vom Einkommen auszugeben. Der Median zwischen der reichen und armen Hälfte im Land liegt im Übrigen bei etwas über 2.500 Euro netto. Jedoch gibt es einen großen Teil, der noch weit unter dem genannten Durchschnitt liegt.

Zudem hat die Ungleichheitsforscherin Martyna Berenika Linartas herausgefunden, dass zwei Menschen in Deutschland mehr besitzen als die ärmere Hälfte im Land. Laut dem Statistischen Bundesamt beträgt das Nettovermögen hierzulande 13 Billionen Euro. Mit dem sechsten Armutsbericht der Bundesregierung wurde festgestellt, dass davon 0,5 Prozent auf eben arme Hälfte der Bevölkerung entfällt. Daraus folgt, dass dieser Teil der Bundesbürger 65 Milliarden Euro besitzt. Mit einem Blick auf die Zeitschrift Forbes zeigt sich, dass die reichsten Menschen in Deutschland Klaus-Michael Kühne mit 37,7 Milliarden Euro und Dieter Schwarz mit 47,6 Milliarden Euro sind. Zusammen kommen die beiden also auf 85,3 Milliarden Euro und somit besitzen diese Personen in Deutschland mehr Geld als 42 Millionen Bundesbürger.

Glück braucht der Mensch

Das beweist dann auch, warum es so viele Menschen gibt, die ihr Glück herausfordern. Millionen spielen regulär Lotto oder versuchen über seriöse Anbieter wie Lottoland bei einer der größten Lotterien der Welt zu gewinnen. Dass der Lotterie-Anbieter hierzulande bereits Menschen zu Millionären gemacht hat, ist durch die Medien gegangen. Lottoland bietet abseits von PowerBall, EuroMillionen oder MegaMillions ebenfalls die spanische Weihnachtslotterie rund um El Gordo. Hier können Glücksritter, die Fortuna herausfordern, mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 zu 100.000 Euro bis zu vier Millionen Euro – steuerfrei – gewinnen.

Entsprechend gab es in Deutschland im Jahr 2011 insgesamt 181 neue Lotto-Millionäre. Denen stehen insgesamt mehr als sieben Millionen Menschen gegenüber, die sich an ihrem Glück über das Los versucht haben. Mit einer Chance von 1 zu 140 Millionen sind die Aussichten ohnehin deutlich geringer als etwa bei der "Lotería de Navidad". Dennoch ist es letztendlich das Glück, das darüber entscheidet, ob der Millionengewinn auf das Konto wandert oder eben nicht. Mit dem Blick auf den Lebensabend spielt das Glück als Faktor ebenfalls eine Rolle. Allerdings müssen noch viele weitere Dinge in Betracht gezogen werden.

Reiche leben länger als Arme

Studien in den USA zeigen, dass hier der Lebenszeitunterschied am größten ist. Bis zu 15 Jahre leben Menschen länger, wenn sie reich sind. Allerdings trifft das laut dem Forscherteam rund um den Stanford-Ökonom Raj Chetty nur auf Männer zu. Bei Frauen sind es 10 Lebensjahre, welche Wohlhabende von den Armen trennt.

Diese 10 Jahre sind es dann auch, die in Deutschland messbar sind. Menschen mit einem hohen Einkommen verfügen laut Robert-Koch-Institut über eine um 10,8 Jahre gesteigerte Lebenserwartung unter den Männern. Bei Frauen sind es noch 8,4 Jahre. Dies wird allerdings nicht allein vom Faktor Geld abhängig gemacht, sondern ebenso andere Einflussfaktoren sind hierfür verantwortlich. Alle von ihnen jedoch haben gemeinsam, dass mehr finanzielle Mittel eine Verbesserung der einzelnen Punkte bedeuten, was sich eben auf die eigentliche Lebenserwartung auswirkt.

Als Hauptursache für das frühzeitige Ableben von Männern als auch Frauen ist ein Mangel an Bewegung, Fettleibigkeit sowie der Genuss von Zigaretten und Alkohol zu nennen. Negative Verhaltensmuster wie diese sind besonders stark in der armen Bevölkerungsschicht vertreten. Folglich werden Menschen schneller krank, entwickeln chronische Erkrankungen und sterben entsprechend früher.

Ebenso spielt die Infrastruktur eine gewichtete Rolle in der Lebenserwartung der Menschen. Wer in einem gesünderen Umfeld mit mehr Natur lebt, profitiert nicht nur geistig, sondern auch körperlich. Gleiches gilt für die Luftqualität im Lebensumfeld sowie die Zugänglichkeit von Lebensmittelgeschäften mit gesunden und frischen Nahrungsmitteln. Darüber hinaus spielt ebenso die Verfügbarkeit von ärztlichen Einrichtungen eine wesentliche Rolle. Wer arm ist, geht allerdings ohnehin seltener zum Arzt und lebt in Bereichen, die sich nachhaltig negativ auf den Metabolismus auswirken können.

Ernährung als wesentlicher Grund

Des Weiteren konnten Studien in Großbritannien zeigen, dass die Wahl der Lebensmittel ebenfalls einen signifikanten Unterschied macht. Wer allerdings wenig finanzielle Mittel im Monat zur Verfügung hat, um Einkäufe zu realisieren, greift logischerweise zu den vermeintlich günstigeren Alternativen. Dass diese auf lange Sicht nicht sehr gut für den Körper sind, vor allem wenn frisches Obst und Gemüse fehlt, ist längst bekannt. Da die frischen Nahrungsmittel zudem im Regelfall deutlich teurer sind als Fertigprodukte, fehlen armen Menschen viele Nährstoffe.

Interessant ist des Weiteren, dass Menschen, die sich rein pflanzlich ernähren, noch einmal ein geringeres Sterberisiko zu haben scheinen. Studien aus den Vereinigten Staaten von Amerika, Deutschland und dem Vereinigten Königreich beziffern dieses auf 9 Prozent. Ob das tatsächlich an der rein veganen Ernährung liegt, ist jedoch abschließend noch nicht geklärt. Fakt allerdings ist, dass sich Veganer deutlich bewusster ernähren als Nicht-Veganer. Aber auch das ist für viele eine Frage des Geldes. Denn wie bereits aufgezeigt, sind ungesunde Fertigprodukte typischerweise günstiger als frisches Obst und Gemüse.