Macher von morgen

Bundesregierung will Studierende zu Gründungen ermutigen

09.11.2021 | Stand 11.11.2021, 9:38 Uhr

Um Studierende zu Start-up-Gründungen zu ermutigen, hat die Bundesregierung die Initiative «Makers of Tomorrow» gestartet.- Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Etablierte Firmen verlassen nur selten ausgetretene Pfade. Grundlegende Innovationen stammen daher oft von Outsidern. Ein Programm der Bundesregierung soll jungen Start-up-Gründungen besser auf die Sprünge helfen.

Mit einem Online-Programm will die geschäftsführende Bundesregierung Studentinnen und Studenten für Unternehmensgründungen begeistern. Die Initiative mit dem Namen «Makers of Tomorrow» (in etwa: Macher von morgen) ist am 1. November an den Start gegangen.

Nach Angaben aus Regierungskreisen habe es bereits etwa 900 Anmeldungen über beinahe 80 Hochschulen gegeben. Gründer aus Deutschland und der amerikanischen Technologie-Hochburg Silicon Valley berichten dabei in zehn digital verfügbaren Modulen von ihren Erfahrungen und geben praktische Tipps für Konzeption und Gründung eines eigenen Start-Ups. Geplant sind auch Vorlesungen an mehreren Universitäten. Das Programm ist zunächst bis zum 28. Februar 2022 geplant und kostet den Angaben zufolge um die 200.000 Euro. Die nächste Bundesregierung muss entscheiden, ob sie es weiterführen will.

Studierende aller Fachrichtungen inspirieren

Das Angebot richtet sich ausdrücklich an Studenten auch jenseits der Wirtschaftswissenschaften und Informatik. Es gehe darum, Studierende aller Fachrichtungen zu inspirieren und zu ermutigen, sagte Stephanie Kaiser, die als Mitglied des Digitalrats die scheidende Bundesregierung berät und als Geisteswissenschaftlerin selbst ein Unternehmen für die Gesundheitsbranche gegründet hat. «Es sind keine Vorkenntnisse nötig.» In Deutschland gründeten vor allem Ökonomen Unternehmen, es sei aber wichtig, diesen Kreis zu erweitern. Das Programm solle «ein kleiner Stups in Richtung Umsetzung» sein.

Als sie Anfang der 2000er Jahre ihr Studium beendet habe, hätten ihr die «Vorstellungskraft» und die Vorbilder für die Gründung eines eigenen Unternehmens gefehlt, erklärte Eva-Maria Meijnen, die in dem Kurs von ihren Erfahrungen berichtet. Sie arbeitete ein Jahrzehnt für große Technologiefirmen und mittlerweile für ein junges Unternehmen, das Dentalschienen vertreibt.