Radon – die unbekannte Gefahr aus dem Boden

25.03.2022
Die Radonkonzentration in Gebäuden kann nur durch Messungen ermittelt werden! −Foto: Photo by Daniel Helpiansky on Unsplash

Radon ist vor allem in geschlossenen Räumen gesundheitsgefährdend. Das radioaktive Gas löst Lungenkrebs aus. Was kann dagegen getan werden?

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Wenn das Schlagwort “Radioaktivität” fällt, denken die meisten Menschen sofort an Tschernobyl, Fukushima und den Atomkrieg. Dabei kommen wir täglich mit radioaktiven Substanzen in Kontakt. Denn überall speichern Boden und Erdkruste das Mineral Uran, bei dessen Zerfall das radioaktive Gas Radon entsteht und an die Erdoberfläche dringt. An der frischen Luft verflüchtigt sich Radon und richtet keinen Schaden an. In schlecht belüfteten Räumen birgt es allerdings ein hohes Gefahrenpotenzial.

Was ist Radon?

Radon ist ein überaus bewegliches radioaktives Edelgas. Dabei geht die Gefahr davon aus, dass Radon weder zu sehen noch zu riechen oder zu schmecken ist. Radon zerfällt sehr schnell und sendet dabei radioaktive Strahlung aus. Kommt es zu hohen Konzentrationen, wird das Lungengewebe geschädigt.

Laut dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) ist Radon nach dem Rauchen die häufigste Ursache für Lungenkrebs. Deshalb hat das BfS auf einer Radonkarte sogenannte Radon-Vorsorgegebiete markiert. In diesen Regionen müssen Bauherren und Eigentümer von Immobilien Maßnahmen zum Radonschutz treffen, wenn der amtliche Grenzwert von 300 Becquerel (Bq) überschritten wird.

Welche Regionen sind besonders gefährdet?

Die Radonkarte weist dabei Gebiete mit hoher Radonkonzentration aus. Besonders gefährdete Gebiete sind vor allem in Süddeutschland zu finden. Im Einzelnen werden die Mittelgebirge und der Schwarzwald sowie viele Regionen in Bayern und Sachsen genannt. Die Karte sagt allerdings nichts darüber aus, wie hoch die jeweilige Radonkonzentration in den einzelnen Gebäuden ausfällt. Diese kann nicht prognostiziert, sondern muss Raum für Raum gemessen werden.

Sogenannte Radon-Labore, die vom BfS lizenziert sind, stellen dabei gegen eine geringe Gebühr Messgeräte (Exposimeter) zur Verfügung, werten die Ergebnisse aus und informieren danach den Auftraggeber über die Resultate. Sollten 300 Bq/m³ Raumluft überschritten werden, müssen Radon-Schutzmaßnahmen vorgenommen werden. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) spricht sogar von einem signifikant erhöhten Gefahrenpotenzial, wenn der Wert 100 Bq überschreitet.

Hohes Gefahrenpotenzial für die Gesundheit

Wenn Radon zerfällt, entstehen kurzlebige, radioaktive Folgeprodukte wie Blei, Wismut und Polonium. Diese lagern sich an Staubteilchen in der Luft an. Die Folgeprodukte und auch Radon gelangen über die Atmung in die Lunge. Das Edelgas selbst wird wieder ausgeatmet. Die Folgeprodukte jedoch verbleiben und lagern sich am empfindlichen Lungengewebe an.

Dort zerfallen sie weiter und senden gefährliche Alphastrahlung aus. Diese greift das Erbgut der Zellen des Lungengewebes an und es kommt zu Veränderungen in der DNA. Das Ende dieses Prozesses ist in aller Regel die Entstehung von Lungenkrebs. Die Gefahr einer Erkrankung erhöht sich, je mehr Radon die Atemluft enthält und je länger die Betroffenen diesem Zustand ausgesetzt sind.

Maßnahmen zum Radonschutz

Radon ist sehr leicht und beweglich, weshalb es nicht gefiltert werden kann. Es dringt über Ritzen, Spalten und Leitungen in der Bausubstanz ins Gebäude ein. Besonders gefährdet sind erdnahes Mauerwerk im Keller und Erdgeschoss. Sammelt sich das Gas in Räumlichkeiten an, welche selten gelüftet werden, kann es zu den beschriebenen Auswirkungen kommen.

Ergeben Messwerte Konzentrationen, die den Grenzwert überschreiten, müssen an Arbeitsplätzen bauliche Maßnahmen vorgenommen werden, damit die Gesundheit nicht gefährdet wird. In Privathaushalten sind die Maßnahmen noch nicht verpflichtend. Sie werden dringend empfohlen, beruhen aber auf freiwilliger Basis.

Neubauten

Bei Neubauten ist der Radonschutz einfach zu bewerkstelligen, muss er doch nur in die Planungsphase integriert werden. Die Maßnahmen beruhen auf den allgemeinen Regeln des Feuchteschutzes und verlangen den Einbau einer Bodenplatte aus wasserundurchlässigem Beton. Oft ist auch eine Feuchteschutzfolie ausreichend.

Alt- und Bestandsbauten

Bei Bestandsbauten besteht die erste und einfachste Maßnahme aus regelmäßigem Stoßlüften und einem kompletten Luftaustausch. Dies ist in der kalten Jahreszeit nicht immer möglich. Deshalb empfiehlt sich ein Abdichten der Fugen, Spalten und Leitungen im Keller mit Silikon. Zusätzlich kann zumindest die Kellertür mit elastischen Dichtungsprofilen abgesichert werden. Es bietet sich an, einen automatischen Türschließer einzubauen, damit die Kellertür immer geschlossen bleibt.

Ob die Maßnahmen von Erfolg gekrönt sind, kann wiederum nur mit Messungen überprüft werden. Sollte dem nicht so sein, muss ein Fachmann eingeschaltet werden. Dieser findet in der Regel alle weiteren undichten Stellen und weiß, wie diese optimal abzudichten sind.