Assistenzsysteme im LKW als Lebensretter

20.12.2021
−Foto: https://unsplash.com/photos/RHhcf4hRxLU

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Obwohl die Verkehrssicherheit ständig zunimmt und auch die Zahl der Verkehrstoten praktisch von Jahr zu Jahr sinkt, gibt es immer wieder erschreckende Statistiken, die ein schockierendes Bild zeichnen. Denn die Zahl der LKW-Unfälle ist nach wie vor ungebrochen hoch. Durchschnittlich viermal pro Tag sind LKW auf deutschen Autobahnen in Unfälle verwickelt. Als besonders tragisch erweisen sich dabei Unfälle an Stauenden, denn die Auswirkungen, wenn ein tonnenschwerer LKW mit hoher Geschwindigkeit auf stehende PKW trifft, sind verheerend. Obwohl nur jeder dritte LKW-Unfall an einem Stauende passiert, sind es genau diese Vorfälle, die für 80 Prozent der Verkehrstoten unter Beteiligung eines LKW verantwortlich sind.

Hilfe durch autonom fahrende LKW?

Völlig autonom fahrende LKW gehören in Deutschland auf absehbare Zeit sicher nicht zum Straßenbild. Doch die Entwicklung auf diesem Sektor schreitet dennoch rasant voran. Einer der Vorreiter dieser Technologie in Deutschland ist MAN. Kürzlich wurde im Hamburger Hafen ein spektakuläres Pilotprojekt erfolgreich abgeschlossen, welches in Zukunft durchaus Schule machen könnte. Dort wurden zwei autonom fahrende LKW eingesetzt, die sich auf dem Hafengelände selbständig hin- und herbewegten und dabei die Be- und Entladeprozesse ohne Mitwirkung von Manpower abwickelten. Das Unternehmen MAN setzt daher auch künftig große Hoffnungen auf diese innovative Technologie. Bereits 2030 will man autonom fahrende LKW zur Serienreife bringen.

Assistenzsysteme als Unterstützung

Auch im Bereich von Assistenzsystemen für LKW ist MAN führend. Diese Systeme existieren bereits heute und tragen sicherlich zu einer erhöhten Sicherheit im Straßenverkehr bei. Mangelnde Aufmerksamkeit ist bei LKW-Fahrern ein häufiges Problem, das schlimme Konsequenzen haben kann. Sogenannte Aufmerksamkeitswarner unterstützen den Fahrer durch optische und akustische Signale, falls das Lenkverhalten von der Norm abweicht. Auch die Spurwechsel- und Abbiegehilfe dient dazu, mögliche Unaufmerksamkeiten des Fahrers auszugleichen. Sowohl das Wechseln der Fahrspur auf der Autobahn als auch der Abbiegeprozess im innerstädtischen Verkehr sind häufige Unfallursachen. Besonders Radfahrer werden immer wieder Opfer von abbiegenden LKW, da die Gefahr toter Winkel häufig unterschätzt wird. Spezielle Radarsensoren überwachen einen Bereich von 180 Grad vollständig. Bei der Gefahr einer drohenden Kollision warnen blinkende LED-Lichter den Fahrer.

Damit die tödliche Gefahr am Stauende frühzeitig entschärft wird, sollten moderne LKW mit einem entsprechenden Notbremsassistenten ausgerüstet sein, welcher den Fahrer nicht nur warnt, sondern auch aktiv eingreift und somit das Fahrzeug selbständig zum Stillstand bringt. Abstandsgeregelte Tempomaten sorgen während der Fahrt dafür, dass die zulässige Höchstgeschwindigkeit nicht überschritten wird und der Abstand zum Vordermann nicht unterschritten wird. Zu dichtes Auffahren kann gerade bei LKW schwerwiegende Folgen haben, denn der lange Bremsweg des tonnenschweren Gefährts macht in vielen Fällen eine ausreichend schnelle Reaktion des Fahrers unmöglich.

Was macht der Gesetzgeber?

Fest steht, dass die notwendige Technik längst verfügbar ist, um schwere LKW-Unfälle zu verhindern. Doch die Politik setzt die Möglichkeiten nicht ausreichend in Gesetze um. Zwar sind Notbremsassistenten seit 2015 in Neufahrzeugen Pflicht, doch die detaillierte Ausgestaltung der Gesetzesvorgabe ist völlig unzureichend. Denn wirklich vorgeschrieben ist nur, dass der Bremsassistent die Geschwindigkeit des LKW vor einem Hindernis von 80 km/h auf 60 km/h reduzieren muss. Die wirklich wirksamen Systeme, die einen kompletten Stillstand des Fahrzeugs bewirken, sind nur optional und werden aufgrund der Kosten längst nicht immer verbaut.

Fazit

Natürlich ist der Kostendruck auf Speditionen immens, aber die Tatsache, dass eine verfügbare, lebensrettende Technologie nur aus finanziellen Erwägungen heraus nicht in Anspruch genommen wird, ist grotesk. Es ist Aufgabe der Politik, die Gesetze so zu gestalten, dass keine Schlupflöcher mehr geschaffen werden, die auf Kosten der Fahrer und anderer Verkehrsteilnehmer gehen.