19.02.2020, 12:37 Uhr

Mit Menschen arbeiten! Duale Ausbildung am Straubinger MVZ

Viele Fachbereiche im MVZ Straubing am Klinikum St. Elisabeth ermöglichen den drei angehenden Medizinischen Fachangestellten (v.l.) Nina Pletz, Nina Saller und Anna Attenberger eine breite praktische Ausbildung. Jedes Ausbildungsjahr wechseln sie in eine andere Abteilung.  Foto: EisenmannViele Fachbereiche im MVZ Straubing am Klinikum St. Elisabeth ermöglichen den drei angehenden Medizinischen Fachangestellten (v.l.) Nina Pletz, Nina Saller und Anna Attenberger eine breite praktische Ausbildung. Jedes Ausbildungsjahr wechseln sie in eine andere Abteilung. Foto: Eisenmann

Was Medizinischen Fachangestellten am MVZ Straubing an ihrer Ausbildung gefällt: Drei Azubis erzählen, warum sie sich für eine Ausbildung am Medizinischen Versorgungszentrum entschieden haben.

Straubing. „Ich möchte etwas mit Menschen machen“, begründet Nina Saller, warum sie sich für die duale Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten (MFA) entschieden hat. Nina Pletz und Anna Attenberger stimmen ihr zu. Die drei Frauen zwischen 18 und 19 Jahren sind im dritten Lehrjahr und können den Beruf nur empfehlen. „Unsere Arbeit ist abwechslungsreich und interessant. Die Berufschancen sind sehr gut.“ Das MVZ Straubing am Klinikum St. Elisabeth übernimmt die drei Auszubildenden in Vollzeit.

Sie habe auch über eine Ausbildung zur Krankenschwester nachgedacht, erzählt Nina Pletz. Doch der Schichtdienst und die pflegerischen Tätigkeiten hätten gegen die Krankenpflege und für MFA gesprochen, sind sich die drei Azubis einig. Die praktische Ausbildung am MVZ Straubing mit seinen zwölf Fachbereichen habe viele Vorteile. „Wir durchlaufen verschiedene Abteilungen und lernen dadurch sehr viel“, sagt Nina Pletz, die gerade im MVZ Radiologie ausgebildet wird. Sie habe auch in die Kardiologie hineingeschnuppert und EKGs gemacht. Am besten habe es ihr in der Pneumologie gefallen, wo sie beispielsweise lernte, Lungenfunktionstests durchzuführen, und Patienten Blut abnahm.

Anna Attenberger sagt die Onkologie am meisten zu wegen der vielfältigen Tätigkeiten von der Patientenanmeldung über das Labor bis hin zur Behandlung – beispielsweise das Verabreichen einer Chemotherapie. Sie habe zudem in die HNO-Abteilung und in die Rheumatologie Einblick erhalten. „Wir lernen im MVZ alles, was wir brauchen“, lobt auch Nina Saller die Vielfalt. Mehrere Fachbereiche kennenzulernen, erleichtere die Berufswahl. Die Arbeitszeiten findet sie gut. Schön findet Nina Saller, dass man im MVZ mit allen Kollegen zusammenarbeitet. Ihre Lieblingsabteilung ist die Onkologie: „Die Arbeit ist herausfordernd. Es darf kein Fehler passieren und man kann sich weiterbilden.“

Die drei Auszubildenden haben entweder einen Realschulabschluss oder die Mittlere Reife über den M-Zug an der Mittelschule. Sie besuchen im zweiten und dritten Ausbildungsjahr einen Tag pro Woche den Unterricht in der Mathias-von-Flurl-Schule in Straubing und arbeiten vier Tage die Woche im MVZ Straubing. „Der Unterrichtsstoff ist nicht wenig“, sagt Nina Pletz. Aber wenn man immer mitlerne und Interesse habe, dann sei das Pensum zu schaffen. Es stehen neben medizinische Themen beispielsweise Kommunikationsformen und Umweltschutz auf dem Stundenplan der Medizinischen Fachangestellten. Eine Verkürzung der dreijährigen Ausbildung auf zweieinhalb Jahre ist möglich.

Medizinische Fachangestellte sind gefragte Leute. Verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten stehen ihnen offen, betont Andrea Boros, Koordinatorin und Ausbildungsbeauftragte im MVZ Straubing: Gesundheits- und Sozialfachwirt, Röntgenschein und eine onkologische Fachweiterbildung sind Beispiele dafür. Auch Führungsrollen könnten MFA nach einigen Jahren Berufserfahrung anstreben. Das Studium des Gesundheitsmanagements sei eine wichtige Weiterentwicklungsmöglichkeit für andere akademische Sozial- oder Gesundheitsberufe.

Der Ausbildungsbetrieb MVZ Straubing stellt jedes Jahr drei Ausbildungsplätze für Medizinische Fachangestellte zur Verfügung. Die Auszubildenden wechselten jedes Jahr die Fachabteilung und kämen so in den Genuss einer breiten Ausbildung, sagt Andrea Boros. In jeder Fachabteilung gebe es seit diesem Jahr eine Ausbildungsbeauftragte als Ansprechpartner für die Azubis. Neben Einarbeitungskonzepten ermöglichten auch Einführungstage für die Neuen – ein Angebot des Klinikums St. Elisabeth –, dass der Übergang von der Schule in die Berufsausbildung gelinge. Die zukünftigen Medizinischen Fachangestellten profitieren von der Nähe zwischen MVZ und Klinikum St. Elisabeth: Synergien würden genutzt, die Zusammenarbeit soll weiter ausgebaut werden, betont Andrea Boros. So könnten die Azubis des MVZ in Kooperation mit dem Notfallzentrum des Klinikums beispielsweise die Vorbereitung eines sterilen Tisches für einen kleinen chirurgischen Eingriff einüben. „Wir wollen die Ausbildung weiter verbessern.“ Vorteil des Krankenhausverbunds seien auch mehr Stellenangebote für fertig ausgebildete MFAs: „Wenn wir im MVZ keine Stelle frei haben, fragen wir im Klinikum nach.“

Die Kandidaten hätten den Mittleren Schulabschluss oder den Realschulabschluss. Wer sich für den Beruf des Medizinischen Fachangestellten interessiert, sollte Empathie und Sozialkompetenz mitbringen, sagt Andrea Boros. „Das ist uns sehr wichtig im Bewerbungsgespräch, ich schaue nicht vorrangig auf die Noten.“ Denn: „Wer Interesse hat, lernt vieles.“

Es besteht die Möglichkeit, vor Beginn der Ausbildung einen Schnuppertag im MVZ zu absolvieren. Die Bewerbung für einen Ausbildungsplatz kann schriftlich oder über das Online-Bewerbungsportal erfolgen – siehe www.klinikum-straubing.de. Ansprechpartner in der Personalabteilung ist Sabine Haslbeck oder Andrea Boros in der MVZ-Koordination. Für September 2020 werden von MVZ sowie vom Klinikum St. Elisabeth noch MFA-Azubis gesucht. „Wir hätten auch gerne Männer“, betont Andrea Boros. An Job-Suchende appelliert sie, Initiativ-Bewerbungen ans MVZ zu senden. „Nicht jede Stelle erscheint im Online-Portal.“


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