Nasse Handtücher und Fußbad

So hält man die Hitze in der Wohnung aus: Expertin gibt Tipps

05.08.2022 | Stand 05.08.2022, 23:16 Uhr

Temperaturen um die 30 Grad sind in der Wohnung alles andere als angenehm. −Symbolbild: dpa/Wolfram Kastl

Von Corinna Mühlehner

Entspannt am Weiher liegen oder im Café ein Eis genießen – dann lassen sich heiße Temperaturen wunderbar aushalten. Anders sieht es dagegen oft in der Wohnung aus.



Da sind Temperaturen um die 30 Grad alles andere als angenehm, gerade wenn man abends im Bett liegt. Gisela Kienzle von der Bauberatung der Verbraucherzentrale in Landshut gibt Tipps, wie man der Hitze in den eigenen vier Wänden Herr wird.

Rollläden oder dicke Vorhänge: Am besten ist es, die Wärme gar nicht erst in die Wohnung zu lassen, sagt Gisela Kienzle. Tagsüber sollten Fenster deshalb geschlossen bleiben und mit Rollläden oder Jalousien abgedunkelt werden. „Wenn das nicht geht, weil man keine hat und auch nachträglich keine anbringen darf, kann man auch einen dicken Vorhang vorziehen. Dann ist die Wärme zwar schon durchs Fenster, aber das ist besser als nichts“, sagt Kienzle.

Durchlüften: Besonders wichtig: Nachts, wenn es draußen kälter ist als drinnen, gut durchlüften. „Am besten querlüften, also gegenüberliegende Fenster öffnen, damit es durchzieht“, rät Kienzle. Das sei wichtig, damit die Bauteile auskühlen. „Sonst addiert sich das Tag für Tag und man bekommt die Temperatur nicht mehr runter.“



Wärmequellen vermeiden:
Wo es nicht benötigt wird, rät Gisela Kienzle, das Licht auszumachen. „Lampen haben nämlich auch Abwärme“, erklärt sie. Genauso sollte man zum Beispiel Gefriertruhen in den Keller stellen – und den Computer ausmachen, denn auch die heizen die Wohnung zusätzlich auf.



Sonnenschutzfolie:
Empfehlen kann die Expertin auch sogenannte Sonnenschutzfolien. Diese werden auf die Fensterscheibe geklebt und lassen einen Teil der Wärme durch, der andere Teil wird reflektiert. Der Nachteil: Auch im Winter mit ohnehin wenig Sonnenschein ist es dann dunkler. „Aber da kann man sich dann überlegen, ob man diese Möglichkeit etwa fürs Schlafzimmer nutzt, wo Helligkeit nicht ganz so wichtig ist“, sagt Gisela Kienzle. Die Folien im Winter abzumachen und im Sommer neue draufzukleben, lohne sich nicht. „Die halten in der Regel zehn Jahre“, sagt Gisela Kienzle.



Ventilator:
Eine der einfachsten Möglichkeiten, um aktiv zu kühlen, sei der Ventilator. Wer die Möglichkeit hat, könne etwa im Schlafzimmer einen Deckenventilator installieren. Aber auch ein Standventilator verschaffe schnelle Kühlung. „Aber die Temperatur bleibt natürlich die gleiche, nur der Körper wird gekühlt“, gibt Gisela Kienzle zu bedenken. „Und in Coronazeiten wirbelt ein Ventilator die Viren gegebenenfalls auch noch herum.“ Zudem brauche man für den Betrieb Strom. „Und das wollen wir ja eigentlich nicht.“



Kaltes Fußbad:
Eine einfache stromlose Alternative ist laut Expertin ein schlichtes Fußbad, vielleicht noch mit ätherischen Ölen verfeinert. „So senke ich die Körpertemperatur ab und es ist wieder für eine Weile angenehmer. Und das kann ich einfach wiederholen“, so Kienzle.



Feuchte Kleidung aufhängen:
Eine etwas extravagante Option ist es, feuchte Kleidungsstücke im Raum aufzuhängen. „Das hilft punktuell, weil durch die Verdunstung die Temperatur minimal gesenkt werden kann. Da geht es aber mehr ums Empfinden“, so Kienzle.



Klimageräte:
Wenn das alles nicht mehr hilft, könne man über die Installation von Kühlgeräten nachdenken. „Das ist aber das letzte Mittel der Wahl, denn auch das kostet Strom“, betont Gisela Kienzle. Wenn dann solle es auch ein Splitgerät sein, bei dem ein Innen- und ein Außengerät über eine Kühlmittelleitung verbunden sind. „Das sind natürlich Kosten“, gibt Kienzle zu bedenken. Mit rund 5.000 Euro könne das zu Buche schlagen. Als Mieter brauche man zudem das Einverständnis des Vermieters. Darüber hinaus könne die Stromrechnung im Jahr um rund 200 Euro höher ausfallen. „Gerade bei den aktuellen Preisen. Für jemanden mit Photovoltaik auf dem Dach ist eine Klimaanlage dagegen eine feine Sache.“

Von mobilen Raumkühlgeräten rät die Expertin ab. „Wegen des Kondensats muss bei diesen ein Schlauch übers Fenster rauslaufen“, erklärt sie, „und dann ist das Fenster ja offen. Das heißt, es strömt ständig Wärme nach und so hat man am Ende wenig Kühlleistung.“

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