Bereits der zweite Brand

Stichflammen am Fenster in Regensburger Altstadthaus

04.08.2022 | Stand 04.08.2022, 12:42 Uhr
Christian Eckl

Ein Feuer ist am Donnerstagmorgen in Regensburg ausgebrochen. −Foto: Christian Eckl

Von Christian Eckl

Feueralarm in der mittelalterlichen Stadt: Die enge Bebauung macht Feuer bis heute noch gefährlicher. Im Hackengässchen ging das am Donnerstag glimpflich aus - allerdings war es in dem Haus bereits das zweite Feuer.



Aufregung am Donnerstagfrüh im Regensburger Hackengässchen: Junge Menschen im Schlafanzug stehen vor ihrem Wohnhaus. Der Schlaf hängt ihnen noch in den Augen - und der Schock: Vor dem Haus im Hackengässchen steht ein Dutzend Feuerwehrleute und zwei Polizisten. Flammen standen hier vor wenigen Minuten noch am Fenster des Altstadthauses. „Der Feuermelder ging nicht an, Nachbarn haben uns geweckt“, sagt eine Nachbarin der Wohnung, in der es gegen halb acht Uhr zu Brennen begonnen hatte. „Beim letzten Brand hat der Feuermelder funktioniert.“

Ursache noch unklar

2019 kam es schon einmal zu einem Feuer in dem Wohnhaus, erzählt die Bewohnerin des betroffenen Hauses. „Damals hat sich ein Drogensüchtiger einen Schuss gesetzt und dabei die Pizza im Ofen vergessen.“ Diesmal ist nach Angaben von Christoph Wein, Einsatzleiter der Berufsfeuerwehr Regensburg, noch nicht klar, was die Brandursache ist. „Wir sagen dazu grundsätzlich nichts“, so Wein im MZ-Gespräch.

Zwei Polizisten besichtigen die Brandstelle. Sie sollen Indizien sammeln, ob vielleicht eine fahrlässige Ursache für das Feuer vorliegt. Die Nachbarn haben sich derweil wieder gesammelt, sie hoffen, doch bald in ihre Wohnung zu können. Doch stinkt das nicht bestialisch, wenn es gebrannt hat? „Beim letzten Feuer hat die Feuerwehr ein Gebläse verwendet, da konnten wir schnell wieder rein“, so die junge Frau, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will. „Der Nachbar hat viele technische Geräte, unter anderem am Fenster ein Terrarium“, erzählt sie. „Um die Echse darin zu wärmen, läuft da Tag und Nacht eine Rotlichtlampe.“ Vielleicht sei ja das die Ursache gewesen.

Ermittlungen laufen

Fest stand schnell, dass der Bewohner der Wohnung zum Zeitpunkt des Brandes nicht vor Ort war. Auf Nachfrage bei der Polizeiinspektion Süd sagte man dort, ein technischer Defekt des Terrariums als Brandursache könne nicht ausgeschlossen werden. Durch den Brand wurde ein Zimmer der betroffenen Wohnung zerstört. Den Brandschaden gab die Polizeiinspektion Süd vorläufig mit 10000 Euro an. Nun wird ermittelt, ob beispielsweise Fahrlässigkeit vorlag.

Durch den Einsatz kam es im Bereich Thundorferstraße und Unter den Schwibbbögen während des Einsatz zu Verkehrsbehinderungen, teitl die Berufsfeuerwehr Regensburg mit. Vor Ort waren außerdem der Löschzug Altstadt der Freiwilligen Feuerwehr Regensburg, der Rettungsdienst mit Einsatzleiter sowie ein Notarzt und zwei Rettungswagen. Personen kamen nicht zu Schaden.

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