Vespa Club Landshut

„München ist die nördlichste Stadt von Italien“

05.05.2021 | Stand 05.05.2021, 15:50 Uhr

Dolce Vita und Vespa: Die kultigen Roller erwecken ein Lebensgefühl, das zur Sammlerleidenschaft werden kann. Die Mitglieder des Vespa Clubs Landshut haben Freude an beidem. Foto: VCL (Archiv)

75 aktive Mitglieder feiern heuer zehn Jahre Vespa Club Landshut.

Von Veronika Bayer

Landshut. Es stinkt, es ist laut, es kracht. Erst recht, wenn 150 Vespas sich zur Ausfahrt sammeln und gemeinsam dem „Dolce Vita“ nachgehen – oder nachfahren. Heute, am 5. Mai feiert der Landshuter Vespa Club sein zehnjähriges Bestehen. Nur ohne den Geruch von Treibstoff, weil die Corona-Pandemie auch hier dazwischen grätscht.

Warum man sich zum 10-Jährigen nicht zur großen Ausfahrt treffen will – immerhin wäre auf den Straßen Mindestabstand sicher – liegt am zweiten Teil, dem Dolce Vita, wie Michael Sobolewski erklärt. Er ist Schriftführer des Vespa Clubs Landshut. „Man sagt nicht umsonst, dass München die nördlichste Stadt von Italien ist und Landshut liegt nicht soweit weg. Es geht ums Zusammensein, ums gemeinsam Freude haben. Wir könnten zwar fahren, aber nicht miteinander reden“, sagt Sobolewski. „Ganz viele Leute sprechen einen normalerweise an, wenn man hält. Man kommt ins Gespräch, lernt sich kennen.“

Ums Gemeinsame ging es von Anfang an, als der Club 2011 durch zwölf Freunde gegründet wurde: Ums gemeinsame Basteln und Schrauben, ums gemeinsame Treffen immer am ersten Mittwoch des Monats im Stammlokal (dem Café Chocolat), um Touren, die zu World Vespa Ausflügen führten: bis nach Ungern, Kroation, Frankreich oder Nordirland. Überall sind die Landshuter schon dabei gewesen.

Die kleinen Roller bringen es in der „klassische Variante“, wie Sobolewski sie nennt, bei einem PS und 50 Kubikzentimeter Hubraum auf ganze 40 bis 45 Kilometer pro Stunde. Wer Mitglied im Club werden möchte, braucht neben der Freude an Geselligkeit eine Vespa, die vor 1975 gebaut worden ist. „Das sind absolute Oldtimer!“, so Sobolewski. Für Liebhaberstücke würden Sammler wegen „unglaublicher Verknappung“ 4.000 Euro und mehr bezahlen: Die Blechroller werden nicht mehr produziert.

Dieses Jahr wäre das World Vespa Treffen, das turnusgemäß in den Sommeranfang fällt, in Bali (Indonesien). „Es ist noch nicht sicher, ob es überhaupt stattfinden kann“, sagt Michael Sobolewski, „aber für uns wäre das nun trotzdem doch zu weit.“

Zum Glück soll das World Vespa Treffen 2022 in der Schweiz stattfinden. Und vielleicht wird dann auch die große Jubiläumssause nachgeholt. Sicher ist, dass man noch gemeinsam feiern wird.

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