FIFA-Gala

«Sehr, sehr stolz»: Robert Lewandowski wieder Weltfußballer

20.01.2022 | Stand 20.01.2022, 17:57 Uhr

Weltfußballer - Wurde erneut zum Weltfußballer gewählt: Bayern Münchens Robert Lewandowski - Foto: Harold Cunningham/FIFA/dpa

Robert Lewandowski ist wieder Weltfußballer. Der Pole setzt sich bei der FIFA-Wahl vor Messi durch. Bei den Trainern gewinnt Champions-League-Sieger Thomas Tuchel. Die Weltfußballerin ist Spanierin.

Robert Lewandowski lächelte im schicken dunklen Anzug in die Kamera und nahm glücklich die kleine silberne Trophäe vom ersten Gratulanten Oliver Kahn entgegen.

«Vielen, vielen Dank, ich fühle mich sehr geehrt», sagte der alte und neue Weltfußballer vom FC Bayern, der vom Weltverband FIFA zum zweiten Mal in Folge als bester Spieler des Jahres ausgezeichnet wurde. «Ich bin sehr, sehr stolz und fühle großes Glück», fügte der 33 Jahre alte Pole an und widmete den Preis auch seinen Teamkollegen. Anders als beim Ballon d'Or gewann Lewandowski dieses Mal gegen Superstar Lionel Messi.

Neben Vorstandschef Kahn gratulierten auch Bayern-Trainer Julian Nagelsmann und Sportvorstand Hasan Salihamidzic vor Ort - wegen der Corona-Pandemie verkündete FIFA-Präsident Gianni Infantino den Sieger aus dem entfernten Zürich per Online-Gala. «Robert Lewandowski ist ein Phänomen: Hat er einen Gipfel erreicht, denkt er schon wieder an den nächsten», lobte Kahn den Top-Stürmer. «Er ist das personifizierte Perpetuum mobile des Toreschießens», schwärmte Bayern-Präsident Herbert Hainer. Zu den Geehrten nach der Abstimmung von ausgewählten Spielern, Nationaltrainern sowie Journalisten und Fans gehörte auch Thomas Tuchel.

Der Coach des FC Chelsea wurde nach dem Triumph der Blues in der Champions League als Welttrainer ausgezeichnet. Der 48-Jährige setzte sich gegen große Namen durch: Gegen den italienischen Europameistercoach Roberto Mancini und Pep Guardiola von Manchester City. Tuchel folgt auf Jürgen Klopp, der die Auszeichnung für seine Erfolge mit dem FC Liverpool in den Jahre 2020 und 2019 erhalten hatte.

«Es war bislang ein sehr normaler Tag, ich komme gerade vom Training, aber jetzt haben Sie meinen Namen gesagt», sagte der per Video zugeschaltete Tuchel zu Arsène Wenger, der ihn ehrte. «Es ist ziemlich surreal, ich bin überwältigt und es ist mir etwas unangenehm.» Tuchel hatte Chelsea erst vor gut einem Jahr übernommen und gewann mit dem Londoner Club direkt die Königsklasse.

Lewandowskis Bayern-Teamkollege Manuel Neuer verpasste dagegen seine zweite Auszeichnung zum FIFA-Welttorhüter des Jahres. Gewählt wurde Tuchels Chelsea-Torhüter Édouard Mendy, ins Finale hatte es außerdem Europameister Gianluigi Donnarumma (Paris Saint-Germain) geschafft. Neuer hatte die Wahl für das Jahr 2020 nach dem Triple-Triumph der Bayern gewonnen.

«Das hätte ich nicht zu träumen gewagt»

Lewandowski hatte in der vergangenen Saison den Uralt-Torrekord von Bayern-Legende Gerd Müller für Tore in einer Saison von 40 auf 41 Treffer verbessert. «Das hätte ich nicht zu träumen gewagt», sagte der Pole, der auch in der aktuellen Spielzeit wieder trifft, wie er will. Messi gewann dagegen mit Argentinien die Copa América und damit seinen ersten großen Titel im Nationaltrikot, dritter Finalist war der Ägypter Mohamed Salah vom FC Liverpool.

Bei der Wahl waren zu gleichen Teilen die Stimmen der Nationaltrainer und Kapitäne der Auswahlmannschaften der FIFA-Mitgliedsverbände, von ausgewählten Journalisten und Fans weltweit ausschlaggebend. Lewandowski erhielt zusammengezählt 48 Punkte - vier mehr als Messi.

In der Weltelf der FIFA vertritt Lewandowski die Bundesliga gemeinsam mit Borussia Dortmunds Stürmer Erling Haaland. Das Duo bildet gemeinsam mit Lionel Messi und Cristiano Ronaldo den Angriff in der Auswahl, die nach Angaben der Spielergewerkschaft Fifpro von knapp 19.000 Profis gewählt wurde. «Ich bin glücklich», sagte der zugeschaltete Haaland. «Mein ganzes Leben schon liebe ich es, Spieler Tore schießen zu sehen, und es ist noch besser, sie selber zu schießen.» Deutsche Spieler schafften es nicht in die Weltelf - auch bei den Frauen, wo zudem auch keine Bundesliga-Spielerinnen ausgewählt wurden.

Als beste Spielerin der Welt wurde die Spanierin Alexia Putellas ausgezeichnet. «Dieser Preis ist für uns alle», sagte die 27-Jährige in Richtung ihrer Teamkolleginnen beim FC Barcelona. Eine davon, Jennifer Hermoso, hatte es wie auch die Australierin Sam Kerr ins Finale geschafft. Barcelona hatte im vergangenen Sommer das Endspiel in der Champions League gegen Chelsea mit 4:0 gewonnen, Putellas war bereits zu Europas bester Spielerin gewählt worden.

Emotional wurde es während der Gala bei der Vergabe des Fairplay-Preises. Ausgezeichnet wurden die Nationalspieler sowie das medizinische Personal der dänischen Auswahl nach dem Drama um Starspieler Christian Eriksen. Der 29-Jährige war am 12. Juni 2021 während des EM-Gruppenspiels zwischen Dänemark und Finnland in Kopenhagen auf dem Rasen zusammengebrochen und musste wiederbelebt werden. Die sichtlich schockierten dänischen Nationalspieler bildeten währenddessen einen schützenden Kreis um ihren Mitspieler. Der Fan-Award der FIFA ging an die dänischen und finnischen Fans.

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