25.08.2020, 13:29 Uhr

Miese Masche „Ehemann der Enkelin“ zockt Seniorin (88) ab

 Foto: Dean Hindmarch/123rf.com Foto: Dean Hindmarch/123rf.com

Am Montag, 24. August, wurde bei der Polizeiinspektion Straubing ein vollendeter Enkeltrickbetrug angezeigt. Bereits vor einer Woche übergab eine 88-jährige Frau aus dem Landkreis Straubing-Bogen Schmuck und Bargeld an den vermeintlichen Ehegatten der Enkelin.

Niederbayern. Am Donnerstag Woche , 20. August, meldete sich ein männlicher Anrufer bei der 88-Jährigen und gab sich als Ehemann der Enkelin aus. Er wolle ein Auto kaufen und brauche hierfür finanzielle Unterstützung. Mit einem bestellten Taxi wurde die 88-Jährige zur Bank gefahren, wo sie mehrere tausend Euro abhob. Am nächsten Tag kamen zwei Tatbeteiligte, die Bargeld und Wertgegenstände entgegennahmen. Zusammen mit den wertvollen Schmuckgegenständen dürfte der finanzielle Schaden bei etwa 25.000 Euro liegen.

Bei einer anderen Betrugsmasche kam es glücklicherweise zu keinem finanziellen Schaden. Hier versuchte der Telefonbetrüger seinem Opfer mit einem „Gewinnversprechen“ Geld aus der Tasche zu ziehen. Der Anrufer teilte am Samstagnachmittag mit, der 73-Jährige aus dem Landkreis Regen habe über 40.000 Euro in einem Gewinnspiel gewonnen. Bei der Übergabe müsse er lediglich etwa 1.000 Euro für die Notarkosten bezahlen. Als der Täter ein weiteres Mal anrief, um die Details zu klären, wurde das Gespräch beendet und es kam zu keinen weiteren Forderungen und auch zu keinem finanziellen Schaden. Bei dieser Betrugsmasche kommt es oftmals gar nicht zum persönlichen Kontakt bei einer Geldübergabe, stattdessen verlangen die Täter die telefonische Übermittlung von Gutscheincodes.

Beide Fälle sind dem Kriminalitätsphänomen Callcenter-Betrug zuzuordnen. Die Hintermänner agieren oftmals aus dem Ausland, rufen vornehmlich bei älteren Mitbürgern an und versuchen mit verschiedenen Betrugsmaschen an Geld oder Wertgegenstände zu kommen. Der Enkeltrick ist neben dem Gewinnversprechen, den falschen Polizeibeamten oder Schockanrufen die wohl bekannteste Masche. Die Täter versuchen meist ihre Opfer psychisch unter Druck zu setzen, indem sie eine Notlage oder Zeitdruck vortäuschen. Auch wenn die Erfolgsquote heute deutlich geringer ausfallen dürfte, als noch vor einigen Jahren, kommt es immer wieder zu besonders schadensträchtigen Fällen. Die Geschädigten geraten bei Schadenssummen im fünf- oder gar sechsstelligen Bereich oftmals in schwere finanzielle Probleme.

Die Polizei Niederbayern bittet daher vor allem Angehörige, Sozialverbände, Religionsgemeinschaften und auch sonst in Kontakt mit älteren Menschen stehende Institutionen und Personen, ältere Mitmenschen auf derartige Betrugsmaschen aufmerksam zu machen.

Tipps der Polizei

Seien Sie misstrauisch, wenn sich Anrufer am Telefon nicht selber mit Namen melden. Raten Sie nicht, wer anruft, sondern fordern Sie Anrufer grundsätzlich dazu auf, ihren Namen selbst zu nennen.

Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht erkennen. Erfragen Sie beim Anrufer Dinge, die nur ein tatsächlich Verwandter/Bekannter wissen kann.

Geben Sie keine Details zu Ihren familiären und finanziellen Verhältnissen preis.

Lassen Sie sich nicht drängen und unter Druck setzen. Nehmen Sie sich Zeit, um die Angaben des Anrufers zu überprüfen. Beenden Sie das Gespräch durch Auflegen und rufen Sie die jeweilige Person unter einer Ihnen bekannten Nummer an und lassen Sie sich den Sachverhalt bestätigen.

Wenn ein Anrufer Geld oder andere Wertsachen von Ihnen fordert: Besprechen Sie dies mit Familienangehörigen oder anderen Ihnen nahestehenden Vertrauenspersonen.

Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen an unbekannte Personen.

Kommt Ihnen ein Anruf verdächtig vor, informieren Sie unverzüglich die Polizei unter der Nummer 110.

Sind Sie bereits Opfer eines Telefonbetrugs geworden, zeigen Sie die Tat unbedingt bei der Polizei an. Dies kann der Polizei helfen, Zusammenhänge zu erkennen, andere Personen entsprechend zu sensibilisieren und die Täter zu überführen.

Hinterfragen Sie Behauptungen des Anrufers – Habe ich überhaupt an einem Gewinnspiel teilgenommen?


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