03.01.2020, 13:55 Uhr

Beweisaufnahme wird fortgeführt Prozess wegen versuchten Mordes an Kontrollstelle an der Westtangente – kein dringender Tatverdacht mehr

Der Angeklagte mit seinem Anwalt Sebastian Gaßmann beim Prozessauftakt. (Foto: Kathrin Lechl)Der Angeklagte mit seinem Anwalt Sebastian Gaßmann beim Prozessauftakt. (Foto: Kathrin Lechl)

Am Mittwoch, 18. Dezember 2019, begann am Landgericht Regensburg der Prozess gegen einen 1967 geborenen österreichischen Staatsbürger wegen versuchten Mordes an zwei Polizisten. Der Mann befand sich seit dem 1. Juli 2019 in der JVA Regensburg.

REGENSBURG Um einer Polizeikontrolle zu entgehen, soll er am 1. Mai 2019 in Straubing mit seinem Fahrzeug Gas gegeben haben und direkt auf zwei Polizeibeamte zugefahren sein. Glücklicherweise konnten beide Beamte zur Seite springen und blieben so unverletzt. Dem Angeklagten wurde zunächst vorgeworfen, dabei den Tod der zwei Beamten in Kauf genommen zu haben, um eine andere Straftat – Fahren ohne Fahrerlaubnis – zu verdecken.

Am Mittwochabend, 18. Dezember 2019, trafen sich alle Prozessbeteiligten genau an dem Ort der Kontrolle im Mai. Ab 20 Uhr wurden die Straubinger Westtangente gesperrt und die Kontrolle nach Angaben der Zeugen nachgestellt. Dabei ging es darum, aus welcher Entfernung die Kontrollstelle als solche erkennbar gewesen sein muss, an welcher Stelle der Angeklagte bremste, wo er wieder beschleunigte und mit welcher Geschwindigkeit er letztlich die zur Seite springenden Beamten passierte. Daraus ergab sich, dass kein dringender Tatverdacht wegen versuchten Mordes mehr besteht. Der Haftbefehl wurde am Donnerstag, 19. Dezember 2019, aufgehoben.

Am Dienstag, 7. Januar 2020, wird der Prozess mit der Befragung eines Sachverständigen, der auch beim Ortstermin anwesend war, fortgesetzt. Am Freitag, 10. Januar 2020, wird die Beweisaufnahme mit der Aussage eines Rechtsanwalts weitergehen. Ob dann bereits ein Urteil fallen wird, ist noch unklar, wir berichten.


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