11.03.2019, 06:24 Uhr

Polizei zieht Zwischenbilanz So wütete Sturmtief Eberhard in Niederbayern

Foto: trendobjects/123rf.com (Foto: trendobjects/123rf.com)Foto: trendobjects/123rf.com (Foto: trendobjects/123rf.com)

Zahlreiche witterungsbedingte Einsätze seit Sonntagnachmittag.

NIEDERBAYERN Das Polizeipräsidium Niederbayern hat eine erste Zwischenbilanz zu Sturmtief Eberhard gezogen. In den vergangenen Stunden waren Polizei und Feuerwehr im Dauereinsatz:

Gegen 15 Uhr kam es zunächst aus den Landkreisen Kelheim und Landshut zu einem deutlichen Anstieg entsprechender Unwetter-Mitteilungen. Im weiteren Verlauf verlagerte sich das sturmbedingte Einsatzgeschehen ostwärts vom Bereich Straubing über Deggendorf bis in den Passauer Raum und betraf auch den gesamten Bayerischen Wald.

Im Zeitraum bis 1 Uhr wurden in der Einsatzzentrale in Straubing 197 Einsätze mit dem Schlagwort „Unwetter“ bearbeitet. Die meisten eingegangenen Notrufe betrafen Verkehrsbehinderungen bzw. -gefahren durch reihenweise umgestürzte Bäume und schwere Äste auf den Straßen.

In der Folge kam es auch zu zwölf Verkehrsunfällen, bei denen Autos den Hindernissen nicht mehr ausweichen konnten. Nur in einem Fall wurde dabei eine Person leicht verletzt und musste sich in einem Krankenhaus behandeln lassen. Hierbei handelte es sich ausgerechnet um einen Feuerwehrmann, der nach Alarmierung zum „Sturmeinsatz“ mit seinem Privat-Pkw in der Nähe von Untergriesbach (Lkr. Passau) mit einem Baum auf der Straße kollidierte.

Durch die hohe Zahl umgestürzter Bäume mussten etliche Gemeinde-, Kreis- und Staatsstraßen in bestimmten Streckenabschnitten vollständig gesperrt werden. Ein Großteil der Sperrungen konnte noch im Lauf der Nacht wieder aufgehoben werden. Dies ist insbesondere den niederbayerischen Feuerwehren zu verdanken, die über viele Stunden mit allen verfügbaren Kräften unermüdlich im Einsatz waren, um größtmögliche Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Die längerfristigen Sperrungen wurden durch die zuständigen Straßenmeistereien entsprechend beschildert.

In einzelnen Ortsteilen kam es zu Stromausfällen, nachdem Bäume auch auf Stromleitungen fielen und diese zum Teil abrissen. Die verständigten Energieversorgungsunternehmen schickten unverzüglich ihre Mitarbeiter los, um die Stromversorgung wieder herzustellen.

Eine Vielzahl von Alarmanlagen an Firmengebäuden lösten durch den Sturm Fehlalarme aus, die trotzdem alle durch die Polizei auf einen möglichen Einbruch hin überprüft werden mussten.

Auch Bauzäune und sonstige Baustellenabsicherungen wurden „vom Winde verweht“. Vereinzelt fielen Ampeln aus oder wurden wie auch andere Verkehrseinrichtungen beschädigt.

Ab etwa 1 Uhr wurden die Sturmmeldungen weniger und die Einsatzlage beruhigte sich allmählich.

Abschließend ein paar ausgewählte Einzelereignisse:

Ein Zug der DB-Regio mit ca. 40 Fahrgästen musste am Bahnhof Neufahrn i. NB witterungsbedingt stehen bleiben. Selbst der Weitertransport der Fahrgäste mit organisierten Ersatzbussen war wegen des Wetters nicht möglich.

Ein Feuerwehrmann stürzte beim Anheben einer Plane auf einem Feld neben der B 8 bei Straubing und wurde mit leichten Verletzungen ins Klinikum Straubing eingeliefert.

In Straubing musste durch die Feuerwehr ein Blechdach eines Wohn- und Geschäftsgebäudes gesichert werden, nachdem sie Einzelteile gelöst haben und auf die Straße zu fallen drohten.

Das Gleis der „Waldbahn“ bei Viechtach war vorübergehend durch einen quer liegenden Baum blockiert.

Stromausfall in Windorf, Ortsteil Ratzenleithen, Lkr. Passau


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