14.10.2020, 18:20 Uhr

Dunkle Jahreszeit Kriminalpolizei gibt Tipps zum Einbruchschutz

 Foto: Polizeipräsidium Oberpfalz/tw Foto: Polizeipräsidium Oberpfalz/tw

Die Tage werden kürzer und die eher einsetzende Dunkelheit bietet Einbrechern Schutz für ihre Taten. Die Oberpfälzer Polizei verstärkt deshalb wieder ihre Maßnahmen und gibt Tipps zum einfachen Schutz vor Einbrechern und Einschleichdiebstahl.

Oberpfalz. Die Lage in der Oberpfalz

Wohnungseinbruchdiebstahl ist ein Verbrechen, das mit einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr geahndet wird. Diese im Jahr 2017 vom Bundestag verabschiedete Novelle dürfte sich zwischenzeitlich herumgesprochen haben. Verzeichnete die Polizei Oberpfalz im Jahr 2016 noch 630 Wohnungseinbrüche, so waren es im Jahr 2019 lediglich 257 Taten. Darüber hinaus blieb die Hälfte dieser Taten (49 Prozent) aufgrund verschiedener Ursachen, beispielsweise durch verbesserte Sicherungsmaßnahmen am Wohneigentum, im Versuchsstadium stecken. Die Wahrscheinlichkeit, Opfer eines Wohnungseinbruchs zu werden, ist in der Oberpfalz damit besonders gering.

Auch in der Stadt Regensburg, viertgrößte Stadt Bayerns mit entsprechend urbaner Struktur und Anonymität, sanken die Zahlen von 166 Fällen (2016) auf 96 Fälle (2019). Im Jahr 2018 konnte sogar ein Langzeittief von 63 Fällen verzeichnet werden. Der Landkreis Regensburgs erreichte im Jahr 2019 ein Tiefstwert von 29 Delikten, was im Vergleich zum Jahr 2016 mit 114 Fällen einem stattlichen Rückgang von etwa 75 Prozent entspricht.

Alle Entwicklungen in den kreisfreien Städten und Landkreisen der Oberpfalz findet man im Internet unter www.polizei.bayern.de.

Polizeiliche Erfahrungen zu Haus- und Wohnungseinbrüchen

Wohnungseinbrecher nutzen erfahrungsgemäß günstig, weil dunkel oder abgewandt, gelegene Fenster oder Türen, um diese aufzubrechen. Dazu nähern sie sich bevorzugt über rückwärtige Bereiche zum Beispiel den Garten oder die Terrasse an die Einbruchsobjekte an und nutzen dabei in der Regel die Abwesenheit der Bewohner.

Potentielle Tatobjekte werden vorher ausspioniert zum Beispiel durch Auskundschaften der Umgebung, Kontrollanrufe oder Sturmklingeln kurz vor dem Einbruch, um herauszufinden, ob sich jemand in der Wohnung beziehungsweise im Haus aufhält. Vereinzelt kommt es auch zu einer persönlichen Kontaktaufnahme mit den späteren Opfern. So wird zum Beispiel unter einem Vorwand an der Türe geklingelt (Betteln, Bitte um ein Glas Wasser und so weiter), um zu sehen, ob ein ungestörter Einbruch möglich ist.

Abgesehen vom materiellen Schaden sind die psychischen Folgen für die Opfer oftmals verheerend, weshalb die Polizei dieses Phänomen mit Nachdruck bekämpft und den Geschädigten nach der Tat auch entsprechende Hilfs- und Betreuungsangebote unterbreitet.

Tipps der Polizei

Sorgen Sie für Helligkeit im Umfeld Ihres Hauses beziehungsweise Ihrer Wohnung, zum Beispiel durch Installieren eines Bewegungsmelders.

Fenster, Balkon- und Terrassentüren auch bei kurzer Abwesenheit immer verschließen. Vorsicht: „Gekippte Fenster sind offene Fenster!“

Rollläden nur zur Nachtzeit geschlossen halten, um nicht tagsüber Abwesenheit zu signalisieren. Dies kann durch den Einsatz von Zeitschaltuhren oder durch Nachbarn/Angehörige erreicht werden.

Bei längerer Abwesenheit Hinweise auf Leerstand vermeiden, zum Beispiel überquellender Briefkasten, entsprechende Mitteilung auf dem Anrufbeantworter, zugezogene Gardinen und so weiter.

Geben Sie ebenso auf Social-Media-Plattformen oder sonst im Internet keine Hinweise auf Ihre Abwesenheit (zum Beispiel Urlaub).

Bewusst auf verdächtige Personen und Fahrzeuge im Umfeld achten; eventuell auch Kfz-Kennzeichen, Marke und Fahrzeugtyp sowie Beschreibungen zu Personen notieren.

Die Polizei kann nicht überall sein, um Straftaten zu verhindern. Doch fast immer gibt es Nachbarn, die einander helfen können. Nach den Erkenntnissen der Polizei trägt die Nachbarschaftshilfe entscheidend zur Verhinderung von Einbrüchen bei.

Sollten Sie Zeuge eines Einbruches werden, verständigen Sie sofort über die polizeiliche Notrufnummer 110 die Polizei. Generell gilt: Lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig anrufen!

Kriminalpolizeiliche Beratungsstellen

Darüber hinaus verfügen die Kriminalpolizeiinspektionen Regensburg, Amberg und Weiden über speziell ausgebildete Fachberater, bei denen man sich unter anderem zum Thema Einbruchschutz beraten lassen kann. Die Beamten kommen auf Wunsch auch vor Ort und geben kostenlos Tipps, wie man die Sicherheit in seinem Haus beziehungsweise seiner Wohnung verbessern kann.

Zudem geben sie Informationen zu Fördermöglichkeiten, wie beispielsweise über Zuschüsse der Kreditanstalt für Wiederaufbau bei Maßnahmen zum Einbruchschutz.

Kriminalpolizeiinspektion Amberg

Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle, Kümmersbrucker Straße 1a, 92224 Amberg

Telefon: 09621/ 8900, Durchwahl: 09621/ 890275, Telefax: 09621/ 890299

Örtlicher Zuständigkeitsbereich: Stadt/Landkreis Amberg, Amberg-Sulzbach, Schwandorf

Kriminalpolizeiinspektion Regensburg

Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle, Minoritenweg 1, 93047 Regensburg

Telefon: 0941/ 5060, Durchwahl: 0941/ 5062775 oder -2776, Telefax: 0941/ 5062540

Örtlicher Zuständigkeitsbereich: Stadt/Landkreis Regensburg, Cham, Neumarkt

Kriminalpolizeiinspektion Weiden in der Oberpfalz

Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle, Regensburger Straße 52, 92637 Weiden in der Oberpfalz

Telefon: 0961/ 4010, Durchwahl: 0961/ 401258, Telefax: 0961/ 401259

Örtlicher Zuständigkeitsbereich: Stadt/Landkreis Weiden, Tirschenreuth, Neustadt

Wie man sein Hab und Gut wirksam vor Einbrechern schützt, findet man auch im Internet unter www.k-einbruch.de oder www.polizei-beratung.de. Infos zu Fördermöglichkeiten der KfW findet man unter www.kfw.de.


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