11.10.2020, 15:34 Uhr

Medizin Herzinfarkt nach wie vor zweithäufigste Todesursache

Ein Patient wird im Rettungswagen ins Klinikum Amberg gebracht. Foto: Klinikum/DietlEin Patient wird im Rettungswagen ins Klinikum Amberg gebracht. Foto: Klinikum/Dietl

Auf sein eigenes Körpergefühl hören, nicht warten und schnell reagieren. Bei den meisten Menschen tritt ein Herzinfarkt plötzlich und unerwartet auf. In Deutschland leiden nach Berechnungen des Instituts für Herzinfarktforschung etwa sechs Millionen Menschen unter einer koronaren Herzkrankheit – die Hauptursache für einen akuten Infarkt. Häufig jahrelang unbemerkt, kann es plötzlich zum Infarkt kommen – mit verheerenden Folgen.

Amberg. Nach wie vor ist der akute Herzinfarkt die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Schnelligkeit – Kompetenz – Verfügbarkeit rund um die Uhr: die drei wesentlichen Punkte, geht es um die Behandlung von Herzinfarkten. „Auch wenn die Infektion mit dem Coronavirus und die gesundheitlichen Folgen im Moment in den Köpfen dominieren. Zögern Sie niemals, wenn Sie Symptome haben und rufen Sie den Notarzt“, appelliert PD Dr. Christoph M. Birner, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin I am Klinikum. Drückende oder brennende Schmerzen in der Brust mit Ausstrahlung in Kiefer, Arme oder Rücken sind wichtige Alarmzeichen, die zu sofortigem Handeln aufrufen.

Im Klinikum St. Marien Amberg wurden allein im letzten Jahr 680 und im Jahr 2020 bisher 401 Herzinfarkt-Patienten behandelt und das rund um die Uhr. „Verschiedene Maßnahmen greifen bei uns routiniert ineinander, die aber von enormer Bedeutung für den Patienten sind und eine bestmögliche Versorgung aller Patienten der Region rund um die Uhr sicherstellen“, so PD Dr. Birner. „Der Weg des Patienten ist klar geregelt. Mit einem akuten Herzinfarkt geht es vom Notarzt direkt in unser Herzkatheterlabor. Mit mehreren erfahrenen Kardiologen, die Interventionen im Herzkathetherlabor beherrschen, ist immer eine sofortige Behandlung möglich. Auf unserer Chest Pain Unit (CPU) ist außerdem immer ein kardiologischer Facharzt vor Ort, der wichtige Untersuchungen wie ein EKG oder einen Herzultraschall übernimmt. Unsere Arbeitsabläufe sind ganz klar strukturiert und für unsere Mitarbeiter finden regelmäßig Trainings- sowie Fortbildungs-Maßnahmen statt.“

Hinter der Abkürzung CPU steckt eine kardiologische Spezialstation. Sie wird auch von den europäischen Leitlinien als Ort für die Abklärung eines möglichen Herzinfarktes ausdrücklich empfohlen. „Nationale und internationale Erhebungen zeigen, dass CPU‘s zu einer Verbesserung der Prognose von Infarktpatienten führen, deren Krankenhausbehandlung verkürzen und die Patienten-Zufriedenheit steigern. Umso mehr freut es uns, dass wir bereits zum zweiten Mal erneut von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie zertifiziert worden sind.“ Dadurch und durch das vom Klinikum organisierte Herzinfarktnetz Oberpfalz-Mitte wird eine Herzinfarkt-Therapie auf höchstem medizinischem Niveau zu jeder Zeit gewährleistet.

Voraussetzung dafür allerdings ist: Symptome ernst nehmen sofort reagieren!


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