28.09.2020, 08:39 Uhr

Mehr als 30 Einbrüche Ermittlern der Kriminalpolizei Oberfranken gelingt Schlag gegen rumänisches Einbrecherduo

 Foto: PP Oberfranken Foto: PP Oberfranken

Gemeinsame Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hof und der Kriminalpolizei mit Zentralaufgaben Oberfranken überführten ein rumänisches Einbrecherduo, das über längere Zeit Einbrüche in Zulassungsstellen, Rathäuser und Gewerbefirmen in Nordbayern, Hessen, Thüringen und Sachsen beging.

Oberfranken. Auf das Konto der beiden Männer gehen, nach aktuellen Erkenntnissen der Ermittler, mehr als 30 Einbrüche mit einem großen Entwendungs- und Sachschaden.

Die monatelangen und arbeitsintensiven Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hof und der Beamten der KPI (Z) Oberfranken zahlten sich jetzt aus und führten zu Fahndungserfolgen und Festnahmen.

Häufung von Einbrüchen in Nordbayern festgestellt

Im ersten Halbjahr des Jahres 2020 kam es zu einer Häufung von Einbrüchen in Zulassungsstellen, Rathäusern und anderen Objekten in Nordbayern, Hessen, Thüringen und Sachsen. Die Tatorte erstrecken sich von Wettstetten im Landkreis Eichstätt über Roth und Höchstadt an der Aisch in Mittelfranken, Bad Königshofen und Bad Neustadt in Unterfranken, Limeshain in Hessen, Frensdorf, Coburg, Hof und Wunsiedel in Oberfranken über Objekte im Thüringer Wald weiter bis nach Werdau und Freital in Sachsen.

Staatsanwaltschaft Hof und KPI (Z) Oberfranken übernahmen ganzheitliche Sachbearbeitung

Die überörtliche Begehungsweise, die vielen Tatorte und der damit verbundene hohe Ermittlungsaufwand machten schnell klar, dass nur die Bündelung aller Maßnahmen in einer ganzheitlichen Sachbearbeitung zielführend ist. Aus diesem Grund übernahm Anfang Juni 2020 die KPI (Z) Oberfranken, auf Bestreben und unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft Hof, die zentralen Ermittlungen. Die Einbrüche in die Landratsämter Hof, Wunsiedel und Roth waren, nach erfolgter Spurensicherung und erster Beweismittelauswertung durch die Kriminalpolizeiinspektion Hof und das Kriminalfachdezernat 2 in Nürnberg, in das Gesamtermittlungsverfahren übernommen worden. Weiterhin wurden, in das Tätigkeitsraster des Einbrecherduos fallende, überörtliche Fälle beigezogen und als weitere Ermittlungskomplexe in das Sammelverfahren übernommen.

Umfangreiche Ermittlungen und Spurenauswertungen

Schnell zeigte es sich, was das Ziel der Einbrecher war. In den Zulassungsstellen brachen sie vorwiegend Kassenautomaten und Tresore auf und entwendeten das darin befindliche Bargeld. In anderen Objekten stahlen sie neben Bargeld, Werkzeugen, Maschinen und Zigaretten auch Wertsachen jeglicher Art. Die Täter gingen bei der Tatausführung teilweise mit brachialer Gewalt vor und verursachten beträchtliche, den Entwendungsschaden oft mehrfach übersteigende, Sachschäden.

Dank umfangreicher Ermittlungen, Spurenauswertungen und gezielter operativer Maßnahmen gelang es schließlich, die beiden Tatverdächtigen zu identifizieren, ihr Vorgehen Schritt für Schritt beweiskräftig aufzuklären und die Tatorte gezielt zuzuordnen. Der Fokus der Ermittlungen richtete sich schnell auf die beiden rumänischen Staatsangehörigen im Alter von 46 und 42 Jahren mit Wohnsitz im Landkreis Sonneberg in Thüringen.

Mehrere Haftbefehle erlassen und vollzogen

Nachdem sich die Beweislast verdichtet hatte, wurden auf Antrag der Staatsanwaltschaft Hof Haftbefehle gegen die beiden Männer erlassen. Polizeibeamte konnten sie inzwischen festnehmen. Einer der beiden Tatverdächtigen befand sich zum Zeitpunkt der Festnahme bereits auf dem Weg nach Polen, um dort Goldmünzen aus einem Rathauseinbruch zu veräußern. Sie befinden sich in verschiedenen Justizvollzugsanstalten in Untersuchungshaft.

Bei den Festnahmen und Durchsuchungen mehrerer Objekte im Landkreis Sonneberg fanden die Ermittler verfahrensrelevante Beweismittel und Diebesgut. Sie beschlagnahmten unter anderem eine Vielzahl von entwendeten Blanko-Kraftfahrzeug-Zulassungsdokumenten sowie ein behördliches Digitalfunkgerät, die bei Einbrüchen in Landratsämter entwendet worden waren.

Beide inhaftierten Tatverdächtigen legten inzwischen ein Teilgeständnis, beziehungsweise in einem Fall ein umfassendes Geständnis ab. Gegen weitere potentielle Mittäter und Unterstützer des festgenommenen Duos prüfen die Ermittler aktuell noch Maßnahmen.

Hoher Beute- und Sachschaden

Nach derzeitigem Ermittlungsstand erbeuteten die Festgenommenen bei den insgesamt 32 Einbrüchen Bargeld, Werkzeuge, Maschinen, Zigaretten und sonstige Gegenstände im Gesamtwert von circa 100.000 Euro. Der verursachte Sachschaden ist beträchtlich und dürfte mehr als 300.000 Euro betragen. Die beiden Männer werden sich für die zahlreichen Einbrüche strafrechtlich verantworten müssen. Indes werden die staatsanwaltschaftlichen und kriminalpolizeilichen Ermittlungen voraussichtlich noch mehrere Monate andauern.


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