01.08.2020, 21:04 Uhr

Spatenstich In Wackersdorf entsteht eine zweite Feuerwache

In nur zwölf Monaten soll die Wache 2 an der Zufahrt zur Oskar-von-Miller-Straße fertiggestellt sein. An den Spaten: Jochen Sander (Erster Kommandant Feuerwehr Wackersdorf), Regierungspräsident Axel Bartelt, Bürgermeister Thomas Falter, Landrat Thomas Ebeling, Fabian Biersack (Ingenieurbüro Preihsl + Schwan) und Stefan Aumer (Anton Aumer Bau GmbH).  Foto: Michael Weiß/VG WackersdorfIn nur zwölf Monaten soll die Wache 2 an der Zufahrt zur Oskar-von-Miller-Straße fertiggestellt sein. An den Spaten: Jochen Sander (Erster Kommandant Feuerwehr Wackersdorf), Regierungspräsident Axel Bartelt, Bürgermeister Thomas Falter, Landrat Thomas Ebeling, Fabian Biersack (Ingenieurbüro Preihsl + Schwan) und Stefan Aumer (Anton Aumer Bau GmbH). Foto: Michael Weiß/VG Wackersdorf

Die Gemeinde Wackersdorf baut eine neue, zusätzliche Feuerwache. Die neue Feuerwehr im Nordosten der Kommune wird hierarchisch in die Feuerwehr Wackersdorf eingegliedert. Der Standort in der Ortsmitte bleibt dabei unverändert bestehen.

Wackersdorf. Ende Juli feierten Vertreter von Regierung, Landkreis, Gemeinde, Feuerwehr und beteiligten Unternehmen Spatenstich. Die Fertigstellung der Wache ist bereits in einem Jahr geplant.

Warum eine zweite Wache?

„Für eine Gemeinde in der Größenordnung Wackersdorfs ist eine zweite Wache eher ungewöhnlich“, stellte auch Regierungspräsident Axel Bartelt während seines Grußworts fest. Die Ursache liegt in der besonderen Wirtschaftsstruktur der Kommune. 6.000 Arbeitsplätze bei 5.300 Einwohnern, internationale Spitzenkonzerne und eine große räumliche Distanz zwischen den Wohnorten und dem Großteil der Industrie- und Gewerbegebiete erschweren die Einhaltung der so genannten Hilfsfrist in der nördlichen Peripherie Wackersdorfs. „Das Bayerische Feuerwehrgesetz gibt eine Hilfsfrist von zehn Minuten vor. Das heißt, innerhalb von zehn Minuten nach der Alarmierung müssen die ersten Einsatzkräfte vor Ort sein“, schildert Bürgermeister Thomas Falter. Alarmierung, Einrücken, Umziehen, Ausrücken und beispielsweise Anfahrt in die Oskar-von-Miller-Straße: Das kurze Zeitfenster sei beim Ausrücken von der bestehenden Feuerwache 1 in der Ortsmitte kaum einzuhalten. Selbstverständlich wurden in der Planungsphase auch Alternativen wie die Verlegung der Wache 1 in Betracht gezogen. Letztere hätte wiederum dazu geführt, dass die Hilfsfrist Richtung A93 überschritten worden wäre. „Wir haben viele Optionen überprüft, das Ergebnis ist Wache 2 – eine wunderbare Lösung“, freute sich Landrat Thomas Ebeling.

Neue Wache, Fahrzeuge – aber wer rückt aus?

Die Wache wird gebaut, Fahrzeuge und Technik werden angeschafft, und dann? Das gesamte Planungsgremium sah sich über Jahre mit einer zentralen Frage konfrontiert: Wer rückt von Wache 2 aus? „Es macht keinen Sinn, wenn die Einsatzkraft aus der Ortsmitte erst zur Wache im Industriegebiet fährt. Dann geht es auch nicht schneller“, fasste Landrat Thomas Ebeling kurz zusammen. Bürgermeister Thomas Falter ergänzt, man habe in enger Zusammenarbeit mit den umliegenden Unternehmen ein gemeinsames Konzept ausgearbeitet. So wird die Wache wird bei einer Alarmierung unter anderem durch Mitarbeiter der Firmen besetzt. Viele Feuerwehrdienstleistende, die an ihrem Wohnort bereits im aktiven Feuerwehrdienst tätig sind, treten zusätzlich der Feuerwehr Wackersdorf als sogenannter Zweitwehr bei. Durch die Freistellung des Arbeitgebers können sie nun, unter vollständiger rechtlicher Absicherung, auch am Arbeitsort zu Einsätzen mit ausrücken. Derzeit sind bereits 40 Arbeitnehmer der Wehr beigetreten, weitere folgen in den kommenden Wochen. „Für besondere Herausforderungen braucht es besondere Lösungen. Ich kenne in der gesamten Region keine Feuerwehr, die mit demselben oder einem ähnlichen Konzept arbeitet“, kommentierte Jochen Sander, der Erste Kommandant der Feuerwehr Wackersdorf, das Personalmodell, Hauptamtsleiter Reinhard Schuß aus der Gemeindeverwaltung fügte hinzu: „Das Konzept bringt auch einen einsatztaktischen Vorteil mit sich. Die Mitarbeiter kennen ihre eigenen Betriebe, Gebäude und deren Besonderheiten.“ Ergänzt wird die Einsatzmannschaft durch freiwillige Kräfte der Feuerwehr Wackersdorf, die bisher von Wache 1 ausgerückt sind, und die Mannschaft der Feuerwehr Rauberweiherhaus. Von wo aus die Aktiven jeweils ausrücken, wird ihnen über die Alarmierung via Funkmeldeempfänger oder SMS mitgeteilt.

Mit dem Spatenstich auf der Zielgeraden

„Ein Spatenstich wirkt immer wieder der Beginn von etwas Großem. Im Sinne der Bautätigkeit ist das völlig richtig. Im Falle dieses Projekts, war der Weg bis heute ein sehr langer. Mit dem Spatenstich biegen wir auf die Zielgerade ein“, fasst Bürgermeister Thomas Falter beim Baubeginn kurz zusammen und bedankte sich bei allen Beteiligten für exzellente und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Insbesondere Regierungspräsident Axel Bartelt und Landrat Thomas Ebeling, jeweils inklusive ihrer Teams, sowie Reinhard Schuß aus der Gemeindeverwaltung und Kommandant Jochen Sander hätten einen erheblichen Anteil zum Gelingen und zur Lösungsfindung beigetragen. „Für den Bau wünsche ich allen Beteiligten gutes Gelingen und einen unfallfreien Verlauf“, schloss der Bürgermeister den offiziellen Spatenstich. Geplante Fertigstellung der neuen Woche ist bereits in einem Jahr, im August 2021. Die Kosten sind mit rund zwei Millionen Euro veranschlagt.

Welche und wie viele Fahrzeuge werden es jetzt?

Keine Frage wurde bereits nach der Erstmeldung über den Neubau öfter gestellt. Soweit steht fest: Die neue Wache verfügt über drei Stellplätze für (Groß-) Einsatzfahrzeuge. Welche Ausstattung und Einsatzmittel in der neuen Wache im Detail vorgehalten werden, regelt der sogenannte Feuerwehrbedarfsplan, der alle fünf Jahre neu erstellt und für Herbst 2020 erwartet wird. Erst mit dem aktualisierten Feuerwehrbedarfsplan können genauere Aussagen zur Technik getroffen werden.


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