30.07.2020, 13:32 Uhr

Schwerst verletzt Sicherungshaken abgebrochen – Kletterer an der „Roten Wand“ abgestürzt


An der so genannten „Roten Wand“, die direkt an den Gemeindegrenzen zwischen Ammerthal und Illschwang liegt und als Geheimtipp für Kletterbegeisterte in der Region gilt, ereignete sich am Mittwochnachmittag, 29. Juli, ein schwerer Unfall.

Ammerthal/Landkreis Amberg-Sulzbach. Zunächst trafen sich dort ein Ehepaar aus Mittelfranken und deren Bekannter aus dem Gemeindebereich Illschwang zum Klettern. Zur Sicherung während der einzelnen Klettertouren an der Wand, wurde ein im Fels einbetonierter Hacken für das Sicherungsseil verwendet. Als sich der 32-jährige Mittelfranke in circa acht Metern Höhe befand und im Seil hing, brach aus noch ungeklärter Ursache der Hacken ab und er stürzte die Wand hinab. Sein Sicherer, ein 41-jähriger Mann aus der Gemeinde Illschwang, versuchte vermutlich, den Herabfallenden noch zu fangen bzw. dessen Sturz abzubremsen, denn er wurde unter ihm begraben. Die 26-jährige Ehefrau des Verunfallten musste alles hilflos ansehen und setzte einen Notruf ab.

Rettungskräfte wurden alarmiert und die Feuerwehr Ammerthal sowie die Bergwachten Amberg und Sulzbach-Rosenberg rückten an und bargen die Verunglückten. Beide Männer wurden mit teilweise schwersten Verletzungen ins Klinikum Amberg eingeliefert, der 42-Jährige befindet sich weiterhin in einem kritischen und lebensgefährlichen Zustand.

Zu den Ermittlungen wurde ein speziell geschulter Sachbearbeiter für Kletterunfälle des Polizeipräsidiums Oberpfalz hinzugezogen. Eine Sicherstellung der Kletterausrüstung erfolgte und bis zur genauen Feststellung der Unfallursache wird die gesamte Kletterwand gesperrt bleiben. Es müssen zuerst alle einbetonierten Haken überprüft und die genaue Unfallursache geklärt werden, bis die Kletterwand wieder freigegeben werden kann. Tragisch an dem Unfallgeschehen ist vor allem der Umstand, dass sich die Kletterer auf den vermeintlich sicheren Haken verlassen hatten.

„Es bleibt zu hoffen, dass der 42-Jährige seinen selbstlosen Einsatz nicht mit seinem Leben oder schwerwiegenden Folgen bezahlen muss“, so die Polizei.


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