13.03.2020, 23:50 Uhr

Nach Belgien unterwegs Illegalen Tiertransport mit 48 Hundewelpen gestoppt


In der Nacht vom 12. auf den 13. März wurde im Rahmen der erweiterten Grenzkontrolle auf der Bundesstraße B303 bei Schirnding ein Transporter durch die Bundespolizei gestoppt. An Bord befanden sich in fest eingebauten Boxen 48 Hundewelpen.

Schirnding/Landkreis Wunsiedel. Da die Beamten die Altersangaben der Tiere in den mitgeführten EU-Pässen bezweifelten, wurde der Transport ins nächstgelegene Tierheim geleitet, um die Tiere dort genauer in Augenschein zu nehmen. Durch den hinzugezogenen zuständigen Amtstierarzt, eine weitere Tierärztin, die Tierheimleiterin sowie Andreas Brucker vom Deutschen Tierschutzbund, Landesverband Bayern, erfolgten Bestandsaufnahme, Altersbestimmung und erste Untersuchung der Welpen. Bei dieser Überprüfung stellte sich heraus, dass die jüngsten Tiere gerade 5 Wochen, die ältesten maximal zehn Woche alt sind. Damit fehlt allen Tieren der für den Transport gesetzlich festgelegte Tollwutschutz. Dieser ist frühestens im Alter von 15 Wochen gegeben, da Tollwut erst mit zwölf Wochen geimpft werden darf.

Es handelte sich um einen gewerblichen Transport aus Tschechien, dessen Tiere für den Markt in Belgien vorgesehen sein sollen. Vertreten waren zahlreiche derzeitige „Moderassen“ wie Chihuahuas, Havaneser, Englische und Französische Bulldoggen, Pomeranian Zwergspitze, Pudel, Weimaraner und Shiba Inu. Mitgeführt wurden auch vier American Staffordshire Terrier, die als Listenhunde der Kategorie I gemäß Rasseliste zur Bayerischen Landeshundeverordnung eingestuft sind und deren Einfuhr generell verboten ist.

Für alle Welpen wurde durch den Amtstierarzt Quarantäne angeordnet und sie wurden auf mehrere bayerische Tierheime verteilt.

Gegen die beiden Transporteure wurde Strafanzeige wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz und die Tierschutz-Transportverordnung gestellt, denn es liegen sowohl Straftatbestände vor, als auch Ordnungswidrigkeiten begangen wurden. Das Fahrzeug wurde beschlagnahmt.

Den Welpen, die nicht nur viel zu früh von ihren Müttern getrennt wurden, stehen nun viele Wochen Aufenthalt in Quarantäne bevor, bis der Tollwutschutz gegeben ist. Fehlende Sozialisierung und die Isolierung in der wichtigen Prägephase können drastische Folgen für die Entwicklung der Tiere mit sich bringen. Zudem sind die Einweisung und Betreuung der Tiere in Quarantäne und tierärztliche Behandlungen bis zur möglichen Vermittlung mit immensen Kosten verbunden, die pro Tier schnell bei 1.500 bis 2.000 Euro liegen können.

Es ist längst an der Zeit und die Politik ist in der Pflicht, innerhalb der EU Konzepte und Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen, um illegale Zucht und illegalen Tierhandel zu bekämpfen. Das Geschäft ist für skrupellose Vermehrer und Händler offenbar sehr lukrativ und der „Welpenmafia“ müsse das Handwerk gelegt werden. An alle potenziellen Tierinteressenten sei wiederholt appelliert, keine Billigtiere aus unklaren Quellen, über das Internet oder von dubiosen Anbietern zu erwerben.


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