07.11.2019, 15:14 Uhr

Mehr als 1.700 Personen kontrolliert Gemeinsam gegen Grenzkriminalität – Festnahmen, Fahndungstreffer und 108.800 Zigaretten


In einer konzertierten Aktion haben am Mittwoch, 6. November, Sicherheitskräfte unter Federführung der Bundespolizeiinspektion Waidhaus insgesamt mehr als 1.700 Personen in fast 800 Fahrzeugen (davon 85 Lastwagen und sechs Busse) kontrolliert.

WAIDHAUS In Kontrollstellen auf dem A6-Parkplatz Ulrichsberg (Landkreis Neustadt an der Waldnaab) in Fahrtrichtung Nürnberg und auf der B14 in Lohma konnten Fahnder der Bundespolizeiinspektion (BPOLI) Waidhaus, der Grenzpolizeiinspektion (GPI) Waidhaus, der Bundesbereitschaftspolizei aus Bayreuth und der Kontrolleinheit Verkehrswege (KEV) des Waidhauser Zolls folgende Delikte feststellen:

Größter Fisch an der gemeinsamen Angel war ein 27-jähriger Weißrusse mit Schengen-Visum, der in einem Auto deutscher Zulassung von Prag nach Frankfurt unterwegs war. Darin entdeckten Bundespolizisten sage und schreibe 544 Stangen bzw. 108.800 unversteuerte Zigaretten. Der Zigarettenschmuggler wurde in Gewahrsam genommen und im Laufe des Donnerstags dem Ermittlungsrichter in Weiden vorgeführt. Die KEV Waidhaus erstellte einen Steuerbescheid in Höhe von knapp 18.000 Euro. Das Zollfahndungsamt München hat die Ermittlungen übernommen.

Bei einem 29-jährigen Tschechen meldete der Fahndungscomputer einen Treffer. Wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz suchte ihn die Staatsanwaltschaft Amberg zur Aufenthaltsermittlung.

Die Staatsanwaltschaft Hamburg fahndete wegen Diebstahls nach dem Aufenthalt eines 27-jährigen Slowaken, der als Insasse eines Busses von Prag nach Nürnberg kontrolliert wurde.

Ein 41-jähriger Tscheche fuhr in die Kontrollstelle, ohne eine Fahrerlaubnis zu besitzen. Zudem hatte er einen unerlaubten Schlagring in der Armaturentafel liegen. Er erhält Anzeigen wegen „Schwarzfahrens“ und nach dem Waffengesetz. Seine Frau übernahm das Steuer.

Ein 41-jähriger Ukrainer wurde angezeigt und wieder in die Tschechische Republik zurückgeschickt, weil er die erlaubte Aufenthaltsdauer seines Visums um 132 Tage überschritten hatte.

Ein 55-jähriger Serbe und ein 51-jähriger Ukrainer waren ebenfalls ohne gültige Papiere unterwegs und erhielten Anzeigen wegen unerlaubter Einreise.

Kurz nach Aufhebung der Kontrollstelle kontrollierten Bundespolizeifahnder einen 48-jährigen Franzosen. Wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz suchte ihn die Staatsanwaltschaft Weiden mit Vollstreckungshaftbefehl. Nachdem er „brav“ die fällige Geldstrafe in Höhe von 600 Euro beglichen hatte, durfte er als freier Mann weiterreisen .

Am selben Tag verfing sich noch ein 26-jähriger Schwede im Fahndungsnetz der Bundespolizeiinspektion Waidhaus. Bei der Kontrolle stellten die Fahnder gut 40 Gramm Marihuana fest, die der Skandinavier in einer Chipsdose schmuggeln wollte.

Ein Hubschrauber der Bundespolizei war im Umfeld der Kontrollstelle eingesetzt, um Ausweichbewegungen festzustellen, LKW nach Beschädigungen zu überprüfen, die auf illegale Migration hindeuten und ein Entsorgen von Drogen im Vorlauf der Kontrollstelle aufzuklären. Bei einem Durchbruch eines Fahrzeugs an der Kontrollstelle wäre er zudem zur Verfolgung eingesetzt worden.

Unterstützung erfuhren die Beamten zusätzlich von zwei Rauschgiftspürhunden des Zolls und tschechischen Polizeibeamten, die mit einem Personendetektionsgerät Lastwagen nach geschleusten Migranten durchcheckten. In letzter Zeit waren Migranten in kleinen Gruppen auch in den Landkreisen Amberg-Sulzbach und Schwandorf abgesetzt worden, weswegen einer der Schwerpunkte der Kontrollstelle auch die frühzeitige Entdeckung solcher menschenunwürdigen und lebensgefährlichen Schleusungen war. Bei insgesamt 85 kontrollierten Lastwagen konnten jedoch keine Auffälligkeiten festgestellt werden. Die Bundespolizei bittet die Bürger auch in den Landkreisen Amberg-Sulzbach und Schwandorf darum, mögliche Migranten der Bundespolizei oder jeder anderen Polizeidienststelle zu melden. Bundespolizei-Einsatzleiter EPHK Vogt hierzu: „Ziel ist es, Gesundheitsschäden für Geschleuste durch Nässe, Kälte und unbekanntes Terrain zu vermeiden und über Aussagen der Migranten an Schleuserfahrer und Hintermänner heranzukommen, die sich mit der Not der Menschen eine „goldene Nase“ verdienen.“


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