10.09.2019, 21:40 Uhr

Radioaktiver Müll Grünen-Bundestagsabgeordneter Stefan Schmidt fordert Klarheit zum Zwischenlager Mitterteich

(Foto: 123rf.com)(Foto: 123rf.com)

Im Zwischenlager Mitterteich lagern Stand August dieses Jahres etwas mehr als 17.600 Gebinde mit radioaktivem Müll. Platz bietet das Zwischenlager, bestehend aus der Landessammelstelle Bayern und der EVU-Lagerhalle, für insgesamt 50.000 Gebinde (10.000 in der Landessammelstelle, 40.000 in der EVU-Lagerhalle). 70Prozent Lagerkapazität im Zwischenlager stehen Preussen Elektra für radioaktive Abfälle der Kernkraftwerke Isar 1, Isar 2 und Grafenrheinfeld, die restlichen 30 Prozent RWE für das Kernkraftwerkwerk Gundremmingen und das Versuchsatomkraftwerk Kahl/Main zur Verfügung.

MITTERTEICH Das geht aus einer Kleinen Anfrage des Oberpfälzer Grünen-Bundestagsabgeordneten Stefan Schmidt hervor. Die Genehmigung des Zwischenlagers für schwach- und mittelradioaktive Abfälle endet am 31. Dezember 2028 und wird nach heutigem Stand auch nicht verlängert. Laut Auskunft der Bundesregierung gibt es keine Überlegungen für eine Genehmigung über dieses Datum hinaus. Auch Bayerns Umweltminister Glauber hat öffentlich eine Verlängerung der Betriebserlaubnis des Zwischenlagers Mitterteich abgelehnt. Dann muss der radioaktive Müll aus Mitterteich woanders in der Republik gelagert werden. Geplant ist dafür das noch im Bau befindliche Endlager Konrad in Niedersachsen. Daher fordert Schmidt hier schnelle und eindeutige Klarheit, damit eine Betriebsverlängerung für das Zwischenlager Mitterteich in einigen Jahren nicht doch wieder Thema wird.

„Hier zeigt sich einmal mehr, dass die Kernkraft in Deutschland trotz verhältnismäßig kurzer Nutzungsdauer ein teurer und aufwändiger Irrweg in der Energiepolitik war, der unseren Nachfahren für tausende Jahre ein strahlendes und gefährliches Erbe hinterlässt. Wir fahren radioaktive Abfälle quer durch das Land und lagern den Abfall aus Atomkraftwerken in Niederbayern oder Schwaben bei uns in der Oberpfalz vorübergehend ein, um diese Abfälle dann wie im Beispiel Mitterteich weiter in ein Endlager nach Niedersachsen zu verbringen. Deswegen ist es umso dringlicher, dass die Energiepolitik in Zukunft eine Bürgerenergiewende mit regionaler Wertschöpfung und mit 100% erneuerbaren Energien ist. Denn Sonne und Wind brauchen kein Zwischen- und kein auch Endlager“, wie Schmidt bekräftigt.

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete hatte im April dieses Jahres eine schriftliche Frage an die Bundesregierung zum Zwischenlager Mitterteich gerichtet und angesichts weiterer relevanter Fragen in der Grünen-Bundestagsfraktion eine Kleine Anfrage auf den Weg gebracht.


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