09.07.2019, 21:22 Uhr

Wegen fahrlässiger Tötung Tödlicher Schuss bei einer Jagd bei Nittenau – 46-Jähriger muss sich vor Gericht verantworten

Nachdem es am 12. August 2018 zu dem tragischen Vorfall gekommen war, wurden auch Felder neben der B16 von der Polizei abgesucht. (Foto: Alexander Auer)Nachdem es am 12. August 2018 zu dem tragischen Vorfall gekommen war, wurden auch Felder neben der B16 von der Polizei abgesucht. (Foto: Alexander Auer)

Die Bestürzung war groß, als im August 2018 ein Schuss aus einer Jagdwaffe einen völlig unbeteiligten Mann traf. Der 47-Jährige saß in einem Auto auf dem Beifahrersitz eines Autos, das auf der Bundesstraße B16 bei Nittenau fuhr. Jede Hilfe kam für den Mann zu spät, er starb.

NITTENAU In der Folge konnte schnell ermittelt werden, dass zum Zeitpunkt des Schusses im angrenzenden Maisfeld eine Jagd stattgefunden hatte. Waffen wurden beschlagnahmt, Zeugen befragt – und nun beginnt am 16. Juli der Prozess gegen einen 46-Jährigen vor dem Landgericht Amberg.

„Gegen 10.10 Uhr befuhr ein 61-jähriger Mann aus Regensburg mit einem 47-jährigen Beifahrer, ebenfalls aus Regensburg, mit seinem Pkw die B16 von Regensburg aus kommend in Richtung Nittenau. Kurz vor Nittenau zerbarst plötzlich die Scheibe der Beifahrertüre und der Beifahrer sackte zusammen. Der 61-jährige Fahrer fuhr bei der nächsten Gelegenheit an der Anschlussstelle Nittenau ab und kümmerte sich um den Beifahrer. Trotz einer umgehenden Information des Rettungsdienstes verstarb der 47-Jährige an der Anhaltestelle im Ortsteil Bergham“, so meldete die Polizei am 13. August 2018 den Vorfall.

Der nun Angeklagte soll zwischen 10.05 und 10.10 Uhr mehrfach aus seiner Waffe geschossen haben – unter anderem auch auf ein Wildschwein, das in Richtung Bundesstraße lief. Ein Schuss traf wohl das Wildschwein, das Projektil flog jedoch weiter, traf die Seitenscheibe des Autos und tötete den Beifahrer.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, sich nicht in ausreichendem Maße, vergewissert zu haben, ob Personen im Gefahrenbereich sind. Die Pflicht, hier sorgfältig zu sein, hätte dem Angeklagten bewusst sein müssen. Der 46-Jährige muss sich nun wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Der Prozess beginnt am 16. Juli um 8.30 Uhr, als weitere Verhandlungstage sind der 17., der 22., der 24. und der 25. Juli vorgesehen.


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