18.04.2019, 17:07 Uhr

Tradition 16 Handwerksgesellen auf der Walz machten Station im Neuen Rathaus der Stadt Weiden

(Foto: Stadt Weiden)(Foto: Stadt Weiden)

Am Donnerstag, 18. April, machten 16 Handwerksgesellen im Neuen Rathaus in Weiden Station, wo sie im OB-Vorzimmer traditionell ihren Stempel für das Wandergesellenbuch und einen kleinen Obolus erhielten.

WEIDEN Freudig überrascht war man von der großen Anzahl, die sich dieses Mal in Weiden verabredet hatte. Die zünftigen Gesellen kamen aus allen Bundesländern und einer sogar aus der Schweiz. Personaldezernent Reiner Leibl hieß die schneidigen Burschen herzlich willkommen.

Drei Jahre und einen Tag dauert die Wanderschaft, die einem jahrhundertealten Ritual folgt. Für einige von ihnen war Weiden eine der letzten Stationen, andere haben noch einige weitere vor sich. Früher war es sogar einmal Pflicht, heute gilt es als etwas Besonderes: Gesellen, die durch blühende Felder laufen oder an der Straße stehen und auf die nächste Mitfahrgelegenheit hoffen. Die Tippelei hat Jahrhunderte überdauert, manchmal wirkt sie sogar ein bisschen aus der Zeit gefallen. Das ist verständlich, denn die lange Wanderschaft passt mit ihrem ganz eigenen Tempo doch fast nicht mehr in die heutige Welt, die geprägt ist von Schnelligkeit, Stress und Termindruck. Auf der Walz entschleunigt man. Ein Neuling wird in der Regel von einem anderen Wandergesellen abgeholt und in das Regelwerk der Walz eingewiesen. Dazu gehören: Ehrbarkeit, Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit, Achtung vor der Ehre der Mitmenschen und Gewaltlosigkeit. Schließlich wollen die nächsten Wandergesellen die gleiche Gastfreundschaft erfahren, wie die Vorgänger.


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