23.01.2019, 16:51 Uhr

Nachbarn fanden blutende Frau Lebensgefährte gesteht Messerattacke auf 22-jährige Mutter zweier Kinder

Großer Polizei- und Rettungsdiensteinsatz in den frühen Mittwochmorgenstunden (23.01.2019) in Altenstadt a.d. Waldnaab (Lkr. Neustadt a.d. Waldnaab). (Foto: NEWS5 / Wellenhöfer)Großer Polizei- und Rettungsdiensteinsatz in den frühen Mittwochmorgenstunden (23.01.2019) in Altenstadt a.d. Waldnaab (Lkr. Neustadt a.d. Waldnaab). (Foto: NEWS5 / Wellenhöfer)

Eine 22-jährige Syrerin ist in Altenstadt in der Oberpfalz offenbar Opfer eines Gewaltdelikts geworden. Vieles deutet auf ein Familiendrama hin, der 27-jährige Lebensgefährte hat einen Streit und die Messerstiche bereits eingeräumt.

ALTENSTADT Gegen 3 Uhr nachts von Dienstag auf Mittwoch kontaktierte eine Nachbarin die Polizei: „Die Frau sagte uns, dass ihre 22 Jahre alte Nachbarin schwer verletzt vor der Haustüre liegt“, sagte ein Sprecher der Polizei auf Anfrage. Die Polizeibeamten, die sofort zu dem Haus im Lindenweg fuhren, fanden die Syrerin offenbar blutend vor. „Die Beamten haben erste Maßnahmen eingeleitet und diese dann an die Rettungskräfte übergeben, die ein wenig später eintrafen“, sagte der Polizeisprecher weiter.

Vieles deutet darauf hin, dass die junge Frau Opfer eines Gewaltverbrechens wurde. Sie lebte zusammen mit einem 27-jährigen Syrer in einem Sechs-Familien-Mietshaus in Altenstadt an der Waldnaab im Landkreis Neustadt an der Waldnaab. Die Polizei klärt gerade, ob das Paar rechtlich verheiratet war. „Der Mann ist derzeit bei der Polizei und wird vernommen“, sagte der Sprecher. Im Rahmen der Vernehmung räumte der Mann ein, auf seine Lebensgefährtin mit einem Messer eingewirkt zu haben. Die Staatsanwaltschaft Weiden beabsichtigt beim zuständigen Ermittlungsrichter einen Haftbefehl zu beantragen.

In dem Haus wohnten nicht nur die Asylbewerber, sondern auch deutsche Mieter. Die einheimische Nachbarin hatte die junge, schwer verletzte Frau auch gefunden. Nach Angaben der Polizei wurde eine rechtsmedizinische Untersuchung angeordnet. Bis zum frühen Nachmittag war der leblose Körper der Frau noch vor Ort, wo Rechtsmediziner und Beamte des Landeskriminalamtes die Leiche in Augenschein nahmen, bis sie der Bestatter abholte. Die Frau hatte zwei Kinder, ein Baby mit einem halben Jahr sowie ein vierjähriges Kind. „Die beiden Kinder sind jetzt aber in behördlicher Obhut“, sagte der Polizeisprecher weiter. „Die beiden Kinder sind unverletzt“, so der Sprecher weiter.

Nach Angaben der Regierung der Oberpfalz handelte es sich bei dem Opfer um eine anerkannte Asylbewerberin, bei dem 27-jährigen Mann um einen subsidiär Schutzberechtigten. Beide hätten sich um eine private Wohnung bemühen können, wie die Behörde mitteilt, doch seit 2017 kümmerte sich der Landkreis Neustadt an der Waldnaab um das Paar und die zwei Kinder. Das Landratsamt hatte sie in dem Wohnhaus in Altenstadt untergebracht, wo nun die Bluttat geschah.

Der Landrat von Neustadt, Andreas Meier, zeigte sich auf Anfrage bestürzt über die Ereignisse. Doch der CSU-Politiker warnt auch davor, aufgrund der Tat wieder eine Debatte über Kriminalität von Asylbewerbern anzustoßen. „Zu den tragischen Ereignissen in Altenstadt kann ich nur soviel sagen, dass Gewaltverbrechen jeglicher Art, ganz egal von wem oder an wem sie verübt werden, immer zu verurteilen und mit aller Härte des Gesetzes zu ahnden sind“, so Meier. „Mein Dank geht an alle Einsatzkräfte von BRK und speziell auch die Polizei, die meiner Kenntnis nach jegliche, mögliche Gefährdung Dritter unverzüglich unterbunden haben.“

Die Kriminalpolizeiinspektion Weiden in der Oberpfalz hat vor Ort die umfangreichen Ermittlungen wegen des Verdachts eines Tötungsdelikts aufgenommen. Zur Tatortarbeit wurden sie von rechtsmedizinischen Sachverständigen aus Erlangen und dem Bayerischen Landeskriminalamt unterstützt.