29.09.2018, 20:40 Uhr

Staatsstraße wird aufgegraben Die Kripo Hof ermittelt in einem 30 Jahre alten Vermisstenfall

(Foto: Ursula Hildebrand)(Foto: Ursula Hildebrand)

Das spurlose Verschwinden einer jungen Frau vor über 30 Jahre, beschäftigt seit vergangenem Jahr Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft Hof. Bei den aktuellen Ermittlungen kamen neben klassischen Methoden auch moderne wissenschaftliche Methoden zur Bodenuntersuchung sowie spezieller Suchhunde zum Einsatz.

NAILA Seit dem späten Abend des 4. November 1986 wird die damals gerade 18 Jahre alt gewordene Heike H. aus Naila vermisst. Nachdem dies polizeilich bekannt wurde, führte in der Folgezeit insbesondere die Kriminalpolizei Hof umfangreiche Ermittlungen zu dem Aufenthaltsort der jungen Frau durch. Auch ein Verbrechen konnte nicht ausgeschlossen werden. Der Verbleib von Frau H. ist bis heute ungeklärt.

Seit dem vergangenen Jahr arbeiten nun Beamte des Fachkommissariats der Kripo Hof in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft erneut intensiv an der Aufklärung des Falls. Hierbei ergaben sich Hinweise, dass die junge Frau möglicherweise nicht weit entfernt von ihrem damaligen Wohnort vergraben worden sein könnte. Zur damaligen Zeit wurden dort eine Straße und ein Radweg gebaut.

Neben den klassischen Ermittlungsmethoden gelang es den Polizisten, zusammen mit Wissenschaftlern der Technischen Universität München und der obersten bayerischen Denkmalschutzbehörde, Abteilung Bodendenkmäler, durch den mehrmaligen Einsatz verschiedener Geoprospektionsmethoden, insbesondere Bodenradar, eine Bodenanomalie im Bereich eines Straßenstücks der Staatsstraße 2195 bei Marxgrün festzustellen. Dann beschlossen die Kripobeamten einen eher ungewöhnlichen Weg zu beschreiten und zusätzlich einen Archäologiehund einzusetzen. Der speziell für den Geruch alter Menschenknochen ausgebildete Hund konnte zusammen mit seinem Führer im mehrmaligen Arbeitseinsatz schließlich die relevante Stelle auf wenige Meter eingrenzen.

Aufgrund der gesamten vorliegenden Erkenntnisse entschlossen sich Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft Hof im August daher, einen Teil der Staatsstraße aufzugraben zu lassen. Das Ergebnis der Grabungen am heutigen Tag bleibt abzuwarten.


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