24.09.2018, 00:07 Uhr

Einsatzbilanz Sturmtief „Fabienne“ sorgte in der Oberpfalz für große Schäden – neun Verletzte

(Foto: 123rf.com)(Foto: 123rf.com)

Am Sonntagabend, 23. September, zog das Sturmtief „Fabienne“ auch über die gesamte Oberpfalz und sorgte für zahlreiche Einsätze bei Polizei und Rettungsdienst. Insgesamt wurden neun Personen verletzt.

OBERPFALZ Bei der Polizeieinsatzzentrale Oberpfalz in Regensburg wurden in der Zeit von 18 bis 21.30 Uhr über 330 unwetterbedingte Einsätze registriert. Betroffen war die gesamte Oberpfalz, die zahlenmäßigen Schwerpunkte bildeten neben dem Stadtgebiet Weiden die Landkreise Neustadt an der Waldnaab und Amberg-Sulzbach sowie Stadt und Landkreis Regensburg.

Mehrere Verletzte gab es bei einem Fest in Neumarkt. Im Ortsteil Lippertshofen war während des Sturms die Spitze des Kirchweihbaumes abgebrochen. Die circa acht bis zehn Meter lange Baumspitze fiel auf das Dach des Festzeltes, in dem sich zum Zeitpunkt des Unglücks etwa 30 Personen aufhielten. Sechs Festbesucher wurden dabei leicht verletzt und vorsorglich ins örtliche Krankenhaus eingeliefert.

Der Großteil der weiteren Einsätze bezog sich auf herabfallende Äste und umgestürzte Bäume. Die Autobahn A93 musste bei Weiden wegen zahlreicher umgefallener Bäume für circa drei Stunden gesperrt werden. Kräfte der Feuerwehr und des THW waren mit schwerem Gerät im Einsatz, um die Autobahn wieder frei zu machen.

Außerdem wurden etwa 20 Verkehrsunfälle gemeldet, bei denen der Sturm mitursächlich war. Fahrzeuge wurden zum Beispiel durch Böen in die Leitplanken gedrückt oder prallten gegen umgestürzte Bäume. Drei Pkw-Lenker wurden leicht verletzt, als umfallende Bäume während der Fahrt auf deren Fahrzeuge krachten.

Ebenfalls wegen umgestürzter Bäume wurde der komplette Zugverkehr in der Oberpfalz auf unbestimmte Zeit eingestellt. Eine Prognose, wann die Schäden beseitigt sind bzw. bis wann der Zugverkehr wieder aufgenommen wird, konnte durch die Bahn nicht abgegeben werden.

Mehrere Bäume fielen auch auf Trafostationen und Stromleitungen. Dies führte zu zahlreichen Stromausfällen beispielsweise in Weiden, Hirschau und Königstein im Landkreis Amberg-Sulzbach oder Pilsach im Landkreis Neumarkt. Bei Maxhütte-Haidhof im Landkreis Schwandorf kam es so zu einem kleinen Brand, der von der Feuerwehr schnell gelöscht werden konnte.

Bei mehreren Gebäuden wurden durch den Wind die Dächer zum Teil oder gar komplett abgedeckt. Betroffen hiervon waren neben Wohnhäusern zum Beispiel in Regensburg sowie Kirchenthumbach und Mantel, Landkreis Neustadt an der Waldnaab, unter anderem auch die Bundeskasse Weiden und eine Firma in Auerbach, die medizinische Geräte herstellt. Herabfallende Ziegel beschädigten in mehreren Ortschaften geparkte Fahrzeuge.

Weitere Schäden entstanden beispielsweise auch durch umstürzende Bauzäune und Baustellenabsperrungen. In Weiden stürzte bei der Großbaustelle für das NOC, das Nordoberpfalz-Center, das Baugerüst teilweise ein. Die Höhe der entstandenen Sachschäden kann momentan nicht beziffert werden.

Eine weitere Begleiterscheinung des Sturmtiefs war, dass zahlreiche Alarmanlagen bei Firmen oder Geschäftsbetrieben Alarme auslösten. Hier musste die Polizei trotzdem sofort überprüfen, ob es sich wirklich Fehlalarme handelte.

Gegen 21 Uhr beruhigte sich die Wetterlage zusehends.

Welche Unwetterschäden zeitgleich über die Notruf-Nummer 112 bei den Integrierten Leitstellen in Amberg, Regensburg und Weiden gemeldet wurden, ist bei der Polizei nicht bekannt.


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