31.07.2018, 20:51 Uhr

Qualitätssiegel Das Berufliche Schulzentrum Sulzbach-Rosenberg ist jetzt MODUS-Schule

Eva-Maria Dimler (Koordinatorin Qualitätsmanagement), Claudia Hanft (Mitarbeiterin der Schulleitung), Landrat Richard Reisinger, Schulleiter Bernhard Kleierl und Sabine Fersch (stellv. Schulleiterin) präsentieren die Ernennungsurkunde. (Foto: Christine Hollederer)Eva-Maria Dimler (Koordinatorin Qualitätsmanagement), Claudia Hanft (Mitarbeiterin der Schulleitung), Landrat Richard Reisinger, Schulleiter Bernhard Kleierl und Sabine Fersch (stellv. Schulleiterin) präsentieren die Ernennungsurkunde. (Foto: Christine Hollederer)

Es ist die erste Schulferienwoche und doch herrscht reges Treiben im Beruflichen Schulzentrum Sulzbach-Rosenberg. Dieses darf sich ab heute (1. August) für die kommenden fünf Jahre MODUS-Schule nennen. Schulleiter Bernhard Kleierl und Landrat Richard Reisinger präsentierten nun bei einem Pressetermin die Ernennungsurkunde und erläuterten die Hintergründe dieses Qualitätssiegels, für das das Berufliche Schulzentrum Sulzbach-Rosenberg viel leisten musste.

SULZBACH-ROSENBERG Im Abstand von 5-6 Jahren werden sämtliche Schulen in ganz Bayern extern evaluiert, um von außen einen systematischen und strukturierten Blick auf eine Schule zu werfen, erklärt Schulleiter Bernhard Kleierl beim Pressetermin im Direktorat die Vorgehensweise. Im abgelaufenen Schuljahr gehörte die Berufsschule in Sulzbach-Rosenberg dazu. Nach den vorbereitenden Informationsveranstaltungen und Sitzungen kamen an zwei mal 3 Tagen ausgebildete Evaluatoren von anderen Schulen bzw. Unternehmen an die beiden Schulstandorte, so Kleierl. Neben den Befragungen von rund 800 Eltern, Ausbildungsbetrieben, Schülern und Lehrkräften wurden noch etwa 15 Interviews mit externen Partnern, Elternbeirat, Sachaufwandsträgern, Ausbildern und diversen Lehrergruppen geführt. Zudem wurden 36 Unterrichtsbesuche durchgeführt. Ein enormer Aufwand, wie Oberstudiendirektor Kleierl versichert. Mehrere Hundert Dokumente wurden in einem Portfolio zusammengestellt, an Hand dessen sich die Evaluatoren ein umfassendes Bild vom Beruflichen Schulzentrum machen konnten.

„Das Ergebnis ist ein Abbild unserer schulischen Arbeit und hat uns hocherfreut“, sagt Kleierl selbstbewusst und euphorisch. In allen 41 bewerteten Kategorien der Qualitätsbereiche „Schulische Prozesse“ und „Unterricht und Erziehung“ konnte das Berufliche Schulzentrum hervorragende Resultate erzielen. Die Bewerbung um den Status einer MODUS-Schule, mit dem Weiterentwicklungsmöglichkeiten auch außerhalb der Schulordnung verbunden sind, war die logische Konsequenz.

Nach dem Abschluss der Zielvereinbarungen mit der Regierung der Oberpfalz mit den Schwerpunkten „Individuelle Förderung/Inklusion“, laut Kleierl ein elementarer Baustein für die Zukunft, sowie „Bildung mit digitalen Medien“ wurde der Antrag beim Kultusministerium mit konkreten Umsetzungsvorschlägen aus diesen beiden Schwerpunkten eingereicht. Die Antwort vom Kultusministerium folgte nun vor wenigen Tagen: Das Berufliche Schulzentrum darf sich für die kommenden fünf Jahre MODUS-Schule nennen. Dieses Qualitätssiegel führen derzeit nur zwei weitere Berufsschulen in ganz Bayern, zeigt sich Schulleiter Bernhard Kleierl erfreut.

Landrat Richard Reisinger sieht in der Auszeichnung eine enorme Wertschätzung für die Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer. Mithilfe des Zertifikats könne die Schule nun zielorientiert handeln, Projekte und Prozesse auf die schulischen Anforderungen und Bedürfnisse abstimmen und sich stetig weiterentwickeln, sagte Reisinger.

Das Handlungsfeld Individuelle Förderung/Inklusion sieht unter anderem die Entwicklung des Schulprofils Inklusion mit einem Sonderpädagogischen Förderzentrum sowie die Erprobung von Vorklassen mit Förderplänen und Förderunterricht für bestimmte gewerblich-technische Berufe zur Vorbereitung auf die Ausbildung vor. Beim zweiten Schwerpunkt, Bildung mit digitalen Medien, sind passgenaue Pilotprojekte im kaufmännischen und im gewerblich-technischen Bereich zur Erprobung eines überwiegend mit dem Tablet gestützten Unterrichts sowie die Ableitung einer Digitalisierungsstrategie für das Berufliche Schulzentrum mithilfe des Einsatzes digitaler Schulbücher, Lernplattformen und Video-Projekten vorgesehen.

Hintergrund:

Für die ausgezeichnete Inklusion hatte das Berufliche Schulzentrum Sulzbach-Rosenberg im Mai dieses Jahres das Signet „Bayern barrierefrei“ erhalten. „Wir wollen unseren Schülerinnen und Schülern als dualer Partner die Möglichkeit geben, bei uns an der Berufsschule bzw. an den Berufsfachschulen ihren Ausbildungsberuf zu erlernen. Im Kontext der Barrierefreiheit begreifen wir es als unsere Aufgabe, die Grenzen für unsere beeinträchtigten Schüler auf dem Weg zum erfolgreichen Berufsabschluss zu erkennen, sie als Aufgabe für uns zu definieren und zu verschieben“, sagte Schulleiter Bernhard Kleierl.

Ab dem neuen Schuljahr wird an der Berufsschule Sulzbach-Rosenberg die Ausbildung ‚Kaufmann/-frau im E-Commerce‘ angeboten. Ein junger und zukunftsträchtiger Beruf, mit dem die rasche digitale Entwicklung im Bereich des Handels berücksichtigt wird, Kaufleute von morgen ausgebildet und die jungen Menschen fit für die Zukunft gemacht werden.

Erst vor zwei Jahren konnte Landrat Richard Reisinger zudem die Ausbildungsberufe Fachlageristen und Fachkräfte für Lagerlogistik für den Standort Sulzbach-Rosenberg gewinnen. Ab dem neuen Schuljahr werden am Beruflichen Schulzentrum Sulzbach-Rosenberg über 1.100 Schüler unterrichtet.


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