22.06.2018, 09:41 Uhr

Kontinuierliche Ausbildung nötig Luftretter der Bergwacht trainieren mit Polizei-Helikopter


Bergrettung ist komplex. Bergrettung ist noch viel komplexer und aufwändiger, wenn bei der Bergrettung auch noch die Rettung aus der Luft dazu kommt. Für diese Spezialverfahren ist ein deutlich höherer Übungsaufwand erforderlich als in der „normalen“ Bergrettung.

SCHÖNSEE/TEUNZ Für diese Spezialeinsätze werden die Einsatzleiter der Bergwacht Bayern gut und regelmäßig geschult. Ein Bestandteil davon ist die Ausbildung im Zentrum für Sicherheit Bergwacht Bayern in Bad Tölz und dem dort in der Trainingshalle installierten Hubschraubersimulator.

Für die gut ausgebildeten Bergretter kann man dies im wahrsten Sinne des Wortes nur als „Trockentraining“ bezeichnen, denn am Freitag, 15. Juni, fand ein gemeinsamer Hubschrauberlehrgang von Bergwacht und Polizei am Wildstein bei Teunz statt. Die Teilnehmer kamen aus den Bergwachtregionen Bayerwald und dem Fichtelgebirge. Die Bergwachten aus unserer Region waren mit insgesamt sechs Teilnehmern aus den Bereitschaften Schönseer Land, Weiden und Fuchsmühl vertreten. Ziel war die Übung der schnellen und sicheren Windenbergung. Die Bergretter und Einsatzleiter der Bergwacht mussten hier ihr Können unter Beweis stellen: Nicht nur außerordentliche körperliche Fitness zählt zu den Vorraussetzungen, sondern auch das Beherrschen von Handzeichen und Kommandos, das Vertrautsein mit Material und Gerät, das Know-how über die Spezialverfahren am Hubschrauber. Für die Bergretter der Bergwacht Bayern standen verschiedene Verfahren aus der Gebirgsluftrettung auf dem Programm: Doppelwinsch, Evakuierung mit einer Rettungswindel, Winschverfahren mit Patienten im Luftrettungssack und die Kapprettung eines Kletterers aus einer Felswand. Bei diesen Verfahren zur Rettung von Verletzten im unwegsamen und alpinen Gelände müssen Bergretter und Hubschrauberbesatzung Hand in Hand arbeiten, um die Einsätze ohne Komplikationen verlaufen zu lassen, so Armin Leuchter, Leiter der Luftrettungsausbildung in der Bergwachtregion Bayerwald. Nicht umsonst sind die als Luftretter agierenden Einsatzleiter der Bergwacht Bayern als „ergänzende Besatzungsmitglieder“ bei den Luftrettungsbetreibern anerkannt. Um diesen Status gerecht zu werden und im Ernstfall die Sicherheit aller Beteiligten garantieren zu können, sind kontinuierliche Ausbildung und ständige Übung notwendig.

Nach der Kontrolle der persönlichen Schutzausrüstung der Teilnehmer, einer Sicherheitsunterweisung und einem Briefing der Crew am eingesetzten Hubschrauber wurde sich schnell auf die Stationen im Gelände verteilt und zum Flugtraining übergegangen. Die Trainingshalle ist „Trockentraining“ oder besser ein „Training im Trockenen“– beim Einsatz im Gelände kann alles passieren- denn auch das Wetter ist unkalkulierbar. Die Winschvorgänge wurden im Gelände trainiert, wie auch im alpinen und absturzgefährlichen Gelände. Hier gilt für die Teilnehmer stets hoch konzentriert zu bleiben. Auch nach den Gefahren am Windenseil des Hubschraubers, gilt es nach Abschluss der Luftrettung, wenn man wieder festen Boden unter den Füßen hat aufmerksam zu bleiben. Im absturzgefährlichen Gelände muss der Bergretter sich und den Patienten sichern, noch bevor er den Windenhaken aushängt. Dies ist ein kritischer Moment – der Hubschrauber ist gefesselt. Ein stressiger Augenblick für alle. Alle diese Verfahren lassen sich zwar schön in einer Trainingshalle vorbereiten und üben, aber im realen Einsatz im Gelände ist alles noch extremer: Die Abstände größer, der Wind stärker, der Lärm lauter, die Abläufe hektischer. Es gilt die innere Ruhe bewahren und hoch konzentriert zu bleiben. Doch durch den Simulator im Ausbildungszentrum sind Teilnehmer vorbereitet und die Abläufe gut einspielt. Aber die Einsätze der Bergwacht sind auch oft Schlechtwetter bedingt – und deshalb war dieser Lehrgang für die Teilnehmer eine gute Trainingsmöglichkeiten für den Einsatz bei jedem Wetter, in jedem Gelände.

Am Schluss dieses Training bedankte sich der Übungsleiter nicht nur bei den Teilnehmern und der Crew des Polizeihubschraubers, sondern auch bei Bereitschaftsleiter Dieter Güll aus Nabburg für die hervorragende Vorbereitung dieser Übung.


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