08.03.2018, 00:20 Uhr

Fahndungserfolg Aktueller Fall in Unterfranken –„automatisierte Kennzeichenerkennung kann Menschenleben retten“

(Foto: Hannes Lehner)(Foto: Hannes Lehner)

„Die automatisierte Kennzeichenerkennung kann Menschenleben retten.“ Das sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann nach der Entführung einer 27-jährigen Frau in Lich (Hessen), die letztendlich in Unterfranken befreit werden konnte, weil man den Täter Dank der automatisierten Kennzeichenerkennung durch das Erkennen seiner gestohlenen Kennzeichen verfolgen und fassen konnte.

UNTERFRANKEN Hermann: „Hier hat sich wieder einmal gezeigt: Die automatisierte Kennzeichenerkennung ist ein hocheffektives und wichtiges Fahndungsinstrument zur Verhinderung oft schwerster Straftaten. Das Leben der Frau war in höchster Gefahr.“

Das Fahrzeug des Täters mit gestohlenen Kennzeichen hatte am 6. März in Unterfranken eine Anlage zur Kennzeichenerkennung passiert. Nachdem im Fahndungsbestand ein Treffer aufgezeigt wurde, leitete die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Unterfranken darauf unmittelbar die Fahndung nach dem Fahrzeug ein. Eine Streife der Verkehrspolizei konnte den weißen Sprinter mit gestohlenen Kennzeichen feststellen und die Verfolgung aufnehmen. Nachdem jegliche Anhalteversuche ignoriert wurden und der Täter die ihn verfolgenden Streifenwagen mehrmals rammte, versuchte er, zu Fuß zu flüchten, konnte aber kurz danach im Raum Würzburg festgenommen werden. Beim Täter befand sich dessen 27-jährige Ex-Freundin. Die junge Frau war bereits am 4. März von dem Mann mit Waffengewalt entführt, mit Kabelbindern gefesselt und vergewaltigt worden.

Herrmann: „Dieser Fall führt uns vor Augen, dass die automatisierte Kennzeichenerkennung nicht nur in der Strafverfolgung weiterhilft, sondern gerade schlimmere Taten verhindern kann. Die automatisierte Kennzeichenerkennung ist ein wertvolles Fahndungsinstrument und beispielsweise eine wichtige Ergänzung unserer Schleierfahndung im Kampf gegen die grenzüberschreitende Kriminalität“, erklärte der Minister. Herrmann machte deutlich, dass bei der automatisierten Kennzeichenerkennung lediglich ein Abgleich der Nummernschilder mit einem Fahndungsbestand der Polizei erfolgt. „Gibt es keinen Treffer, werden die Daten sofort und unwiederbringlich gelöscht“, so der Innenminister. Nur die Fahndungstreffer werden an die Einsatzzentralen der Polizei weitergeleitet.

Die Bayerische Polizei verfügt derzeit über insgesamt 21 Anlagen zur automatisierten Kennzeichenerkennung. Davon werden 19 Anlagen stationär auf zwölf Standorte verteilt betrieben. Die beiden mobilen Anlagen werden überwiegend zur Unterstützung der Schleierfahndung eingesetzt. Herrmann: „Bei den Standorten orientieren wir uns besonders an den Kriminalitätsrouten internationaler Straftäter. Im Bereich der Kfz-Verschiebung können unsere Fahnder regelmäßig auch hochwertige Fahrzeuge sicherstellen, die sonst ins Ausland verschoben würden.“ 2017 haben die Einsatzzentralen der Bayerischen Polizei 9.200 Fahndungstreffer registriert.


0 Kommentare