24.11.2017, 08:47 Uhr

Einsatz Schwandorfer THW unterstützte das Auswärtige Amt nach dem Hurrican in Florida

Für das THW war Martin Liebl vom Ortsverband Schwandorf in Florida, um ein Team des Auswärtigen Amtes zu unterstützen. (Foto: THW Schwandorf)Für das THW war Martin Liebl vom Ortsverband Schwandorf in Florida, um ein Team des Auswärtigen Amtes zu unterstützen. (Foto: THW Schwandorf)

Für das THW war Martin Liebl vom Ortsverband Schwandorf in Florida, um ein Team des Auswärtigen Amtes zu unterstützen. Er war dort Ansprechpartner für deutsche Staatsbürger, die durch den Hurrikan Irma in Not geraten sind.

SCHWANDORF Viel Zeit zum Ausruhen ist Martin Liebl nicht geblieben. Kaum dass der Ortsbeauftragte des THW Schwandorf aus Kolumbien zurück war, wurde er bereits zu einem weiteren Auslandseinsatz alarmiert: Als Unterstützung für das Auswärtige Amt sollte er diesmal in Florida eingesetzt werden, um deutschen Staatsbürgern in Not zu helfen. Nach dem verheerenden Hurrikan Irma waren einige von ihnen gestrandet, die durch die besondere Situation auf Hilfe angewiesen waren. Für diese Betroffenen hat die Bundesregierung schnell ein professionelles Team zusammengestellt, dem Mitglieder von THW und Berufsfeuerwehr Bonn, Angehörige der Bundeswehr sowie Beamte des Außenministeriums angehörten.

Kurz nach der Alarmierung hat die Bundeswehr am 11. September die Helfer mit der Kanzlermaschine „Konrad Adenauer“ direkt nach Washington geflogen, wo sie nach einem eintägigen Aufenthalt weiter nach Florida gereist sind. Der südliche Bundesstaat ist ein beliebtes Ziel für Touristen aus aller Welt. Er war besonders von den Auswirkungen des Hurrikans betroffen, der immense Sachschäden verursacht und zahlreiche Todesopfer gefordert hat. Das Team aus Deutschland verteilte sich dort auf verschiedene Standorte, die im Vorfeld ausgewiesen wurden. An diesen Plätzen standen sie als Ansprechpartner zur Verfügung, um bei Fragen aller Art kompetent weiterzuhelfen. Martin Liebl war mit seinem Team in Tampa eingesetzt, der drittgrößten Stadt des Bundesstaates.

Von den Auswirkungen der Naturkatastrophe war bei ihrer Ankunft in der Stadt nur bedingt etwas zu sehen. „Es waren einige Palmen umgefallen und eine Menge Äste abgebrochen sowie Verkehrsschilder umgeknickt, die von den Leuten zur Abholung auf die Straße gelegt wurden“, beschreibt Liebl seine Eindrücke. „Aber richtig schlimm hat es nicht unseren Einsatzort, sondern die Regionen weiter südlich von Tampa erwischt.“ Auch in ihrem Hotel und andernorts seien die Systeme schnell wieder hochgefahren worden. So habe das Telefonnetz bei ihrer Ankunft insgesamt wieder funktioniert, auch wenn es noch zu gelegentlichen Zusammenbrüchen gekommen war.

Die Arbeit als solche spielte sich für das Team vor allem am Flughafen Tampa ab. Zusammen mit einigen Kollegen hatte Liebl vor Ort Position bezogen, um die deutschen Vertretungen konsularisch zu unterstützen. „Bei den Menschen, die unsere Hilfe gesucht haben, handelte es sich hauptsächlich um gestrandete“, erzählt Liebl dem Wochenblatt. „Diesen Betroffenen haben wir Optionen aufgezeigt und Möglichkeiten organisiert, etwa durch den Kontakt mit Hotels, Busunternehmen oder Airlines.“ Typische Probleme seien demnach verpasste Flüge oder verlorene Dokumente gewesen, die für die Rückreise nötig waren. Eine andere Frau wiederum benötigte schlicht ein offenes Ohr für ihre Sorgen und Nöte, nachdem sie die Eindrücke überwältigt haben.

Dabei waren die Helfer für alle Eventualitäten gerüstet. „Im Notfall hatten wir alles bei uns, um auch ein eigenes Kommunikationsnetzwerk mit Telefonverbindung und Internet herzustellen“, sagt Liebl. Damit hätten die Betroffenen im Zweifelsfall ihre Angehörigen in Deutschland erreichen können, sofern das normale Telefonnetz nicht funktioniert hätte. Zudem standen immer zwei Mietwägen in Bereitschaft, mit denen die Helfer bei Bedarf weiter entfernte Orte hätten erreichen können. „Die Honorarkonsulin hat sich da im Vorfeld wirklich gut informiert und vorbereitet“, sagt Liebl.

Insgesamt haben an allen Standorten zwischen 150 und 200 Leute Hilfe gesucht, schätzt der Schwandorfer Ortsbeauftragte. Doch der Bedarf war bei den deutschen Staatsbürgern weitaus geringer, als man zunächst vermutet hat. Die Helfer sind deshalb bereits nach einer Woche wieder zurückgekehrt, statt die geplanten zwei Wochen in den USA zu bleiben. Die Rückreise musste das Team jedoch mit einer ganz normalen Airline antreten — nicht mehr im Flugzeug von Bundeskanzlerin Angela Merkel.


0 Kommentare