13.01.2021, 08:18 Uhr

Justiz Prozessauftakt in Regensburg – Freundin mehrfach vergewaltigt?

Am Mittwoch beginnt der Prozess vor dem Landgericht Regensburg.  Foto: Ursula HildebrandAm Mittwoch beginnt der Prozess vor dem Landgericht Regensburg. Foto: Ursula Hildebrand

Ein 1995 geborener Iraker muss sich ab Mittwoch, 13. Januar, vor dem Landgericht verantworten. Die Liste der Vorwürfe ist lang: Vergewaltigung und vorsätzliche Körperverletzung, versuchte Vergewaltigung, Fahren ohne Fahrerlaubnis und Beleidigung.

Regensburg. Es war eine wenig spektakulär klingende Meldung der Polizeiinspektion Regensburg-Süd am 10. April 2020 – ausgehend von dieser steht nun ein Iraker vor Gericht, dem weit mehr vorgeworfen wird, als die Drogenfahrt an jenem 10. April. Damals sollte der Mann gegen 2.05 Uhr in der Kumpfmühler Straße in Regensburg zu einer Kontrolle angehalten werden.

„Der 24-jährige Fahrzeugführer wollte zunächst nicht anhalten, beschleunigte und fuhr auf die A93 in Fahrtrichtung München auf. Er verließ die Autobahn an der Ausfahrt Regensburg-Süd und fuhr mit überhöhter Geschwindigkeit weiter auf der B16 nach Kelheim, wobei er hier aufgrund seiner hohen Geschwindigkeit beinahe mit geparkten Pkw kollidierte“, so die Meldung. Mithilfe einer weiteren Streifenbesatzung konnte der Mann dann angehalten und kontrolliert werden, ein „bei ihm durchgeführter Drogenvortest reagierte positiv“. Laut Anklageschrift hatte der Mann eine rote Ampel überfahren und war mit weit überhöhter Geschwindigkeit auf der Autobahn unterwegs. Im Anschluss sei er mit mindestens 160 km/h auf der B16 Richtung Bad Abbach unterwegs gewesen. Einen Führerschein hatte er nicht.

Seit September war der Angeklagte mit seinem späteren Opfer liiert. Ende März oder Anfang April soll er seine damalige Freundin zum Analverkehr gezwungen haben. Ende April/Anfang Mai soll es erneut zu einem Übergriff des Angeklagten auf seine nun Ex-Freundin gekommen sein. Der Angeklagte soll die Frau in der Wohnung einer Freundin in Kelheim gepackt und geschlagen haben. Am 13. Mai soll der Angeklagte in die ehemals gemeinsame Wohnung in Ihrlerstein gekommen sein, für die er immer noch einen Schlüssel hatte. Dort soll er sein Opfer erneut angegriffen und vergewaltigt haben. Während dieser Tat soll es auch zu Schlägen gekommen sein.

Am Nachmittag desselben Tages ist es laut Anklageschrift in der ehemals gemeinsamen Wohnung zum Streit gekommen, ein weiteres Mal soll der Angeklagte seine Ex-Freundin zum Sex gezwungen haben. Am 14. Mai solle der Angeklagte auf das gemeinsame Kind aufpassen – diese Gelegenheit habe der Angeklagte erneut genutzt, sich den Sex zu erzwingen, was ihm diesmal nicht gelungen sei.

Der Prozess gegen den Iraker beginnt am Mittwoch, 13. Januar, um 9 Uhr. Es sind sechs weitere Verhandlungstage bis zum 8. März angesetzt.


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